Stiller Beatle
Er gilt als der Stillste der Beatles. Lange Zeit stand George Harrison im Schatten von John Lennon und Paul McCartney und doch hatte er als Leadgitarrist und Sänger der Kultband Einfluss auf die Musik- und Popgeschichte. Der im November vor 25 Jahren verstorbene Musiker, den Freunde und Weggefährten als nahezu schüchtern und bescheiden beschreiben, hat mit seinem charakteristischen Gitarrenspiel und seiner sanften Stimme zum typischen Beatles-Sound beigetragen.

Als Komponist wurde Harrison von den anderen Beatles, aber auch von der Öffentlichkeit unterschätzt. In die Geschichte eingegangen ist Frank Sinatras Irrtum. Er hatte den Song „Something“ als eines der schönsten Liebeslieder der letzten fünfzig Jahre klassifiziert und fälschlicherweise Lennon/-McCartney" zugeschrieben. Heute zählen Harrisons Songs, etwa „While My Guitar Gently Weeps“, „Taxman" oder „Here Comes The Sun“ zu den Klassikern.

Er hat die Beatles durch seine spirituelle Reise in die indische Mythologie beeinflusst und war dabei auch einer der Wortführer der 1968er-Bewegung. Auf den Tourneen der Beatles um die Welt hatte George Harrison seine Pentax immer dabei und dokumentierte von Anbeginn den Weg seiner Band von Liverpool bis Tahiti, in Fernsehstudios ebenso wie in stillen Momenten abseits des Rampenlichts.

Jetzt bringt seine Witwe, Olivia Harrison persönliche Fotografien und 8mm-Filmstills in dem Buch „The Third Eye“ heraus. Darin wird der Aufstieg der Band bis zur weltweiten Beatlemania dokumentiert. Die Fotografien zeigen die Beatles auf ihrer ersten Reise in die USA, im australischen Outback und auf Pariser Shoppingtouren. Georges Harrisons spontane, ehrliche Aufnahmen - geprägt von Witz, Intelligenz und Experimentierfreude - eröffnen einen exklusiven und sehr persönlichen Blick auf die Menschen hinter der Legende.
TV-Beitrag: Stefan Schlager