Die „Ein-Mann-Buchstabenfabrik“

Zum 90er von Christine Nöstlinger

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„Es muss im Leben mehr als alles geben“ – so lautet einer ihrer Lieblingssätze. Mehr als 100 Bücher hat die erfolgreiche, mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin verfasst. Mit ihren erfrischenden Geschichten „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, „Maikäfer flieg“ oder „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“, die allesamt zum Kanon der deutschsprachigen Literatur gehören hat Christine Nöstlinger viele Kindheitserinnerungen geprägt.

Christine Nöstinger Bücher
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Dabei war ihr das Schreiben nicht gleich in die Wiege gelegt. Erst zog es sie zur Kunst, an der Angewandten begann sie ein Gebrauchsgrafik-Studium. Ein Hausfrauen-Dasein war der 1936 geborenen Wienerin schlicht zu fad. Aus Langeweile schrieb die zweifache Mutter ihr erstes Buch. „Die feuerrote Friederike“, heute ein Kinderbuchklassiker war so erfolgreich, dass sich Nöstlinger ausnahmslos dem Schreiben widmen konnte.

Christine Nöstinger
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Als „Ein-Mann-Buchstaben-Fabrik“ hat sich die im Jahr 2018 verstorbene Autorin selbst bezeichnet. In ihren Texten beschwor sie keineswegs die heile Welt, ihre Figuren haben Ecken und Kanten, sind rebellisch, frech oder ängstlich. Als eine der ersten deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen reflektierte sie in ihren autobiografischen Romanen „Maikäfer, flieg“ aus dem Jahr 1973 und „Zwei Wochen im Mai“ von 1981 Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit.

Christine Nöstinger
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Ihre Gabe, sich humorvoll mit Problemthemen auseinander zu setzen, kombinierte sie mit Milieuschilderungen und Sozialkritik. Zu ihrem 90. Geburtstag wird Christine Nöstlinger jetzt mit der Kino-Dokumentation „Sowieso und überhaupt“, einem Abend am Wiener Rabenhof und mit einer Ausstellung im Literaturmuseum gebührend gefeiert.

Christine Nöstinger Ausstellung
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Der kulturMONTAG zeigt unter anderem erste Ausschnitte aus dem Film und geht der Frage nach, was Nöstlingers Werk so zeitlos und aktuell macht.

TV-Beitrag: Martina Rényi

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