Vom Rebellen zum Weltpolitiker
Bruno Kreisky – Bundeskanzler, Staatsmann, Reformer, Weltpolitiker. Über keinen österreichischen Politiker ist so viel geschrieben und gestritten worden. Nach wie vor ist er der bekannteste österreichische Politiker der Nachkriegszeit.

Von 1959 bis 1966 war er Außenminister, ab 1967 Parteivorsitzender der sozialistischen Partei, und von 1970 bis 1983 längstdienender Bundeskanzler der Zweiten Republik. Bis heute gilt die „Ära Kreisky“ als goldenes Zeitalter, als Aufschwung noch möglich war. Mit Charme, Klugheit, Erfahrung, Gerechtigkeitssinn und praktischem Verstand schaffte er es an die Staatsspitze, und veränderte Österreich tatsächlich ein wenig zum Besseren.

„Unter seiner Führung wurde der Sozialstaat ausgebaut, Justiz und Bildungswesen wurden von Grund auf reformiert, die Gleichberechtigung wurde vorangetrieben – und sein außenpolitisches Engagement in zahlreichen Krisenherden gilt bis heute als vorbildhaft.“, sagt Regisseur Harald Sicheritz, der ihm jetzt das Biopic „BRUNO - Der junge Kreisky“ widmet.

Das Drehbuch hat der 68- jährige Kultregisseur gemeinsam mit Autor Fritz Schindlecker und der Historikerin und Filmschaffenden Helene Maimann geschrieben und beleuchtet darin seine Jugend. Etwa als der 16-Jährige Kreisky den Brand des Justizpalastes miterlebte, und es ihm 1938, kurz vor dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland gelang nach Schweden zu flüchten.

Josefstadt-Ensemble-Mitglied und Nestroy-Preisträger Nils Arztmann spielt Bruno Kreisky. Wie wurde aus dem Schüler aus reichem jüdischem Elternhaus ein engagierter Kämpfer der Arbeiterschaft? Wie wurde er zu einem überzeugten Sozialisten, der mit Menschen aller Anschauungen und Schichten auf Augenhöhe diskutierte? Wie fand er seinen Weg durchs Leben, die Liebe und seine Überzeugungen?
Der kulturMONTAG über den jugendlichen Rebellen auf dem Weg zum sozialdemokratischen Weltpolitiker.
TV-Beitrag: Christian Konrad