Gentle Monster
Sie zählt zu den wichtigsten Filmschaffenden Österreichs, die auch international für Furore sorgen. Auch mit ihrem jüngsten international besetzten Drama „Gentle Monster“ war Marie Kreutzer im Wettbewerb von Cannes vertreten und hat die Kritik begeistert. Auch wenn sie für ihren Filmstoff ein gesellschaftliches Tabuthema gewählt hat.

Die 49-jährige Regisseurin greift darin einen erschütternden Fall von Pädokriminalität auf und erzählt die Geschichte aus der Sicht einer unwissenden Ehefrau. Wie so oft auch im Leben beginnt der Film mit einem idyllischen Blick auf eine Familie.

Léa Seydoux spielt darin eine erfolgreiche Musik-Performerin, ihr Mann Philip, Laurence Rupp dreht Dokumentarfilme. Mit ihrem gemeinsamen Sohn sind sie gerade erst aus München aufs Land gezogen, eine Familie, bei der alles in Ordnung scheint, bis eines Morgens die Polizei klingelt und Philips Festplatten beschlagnahmt.

Von der Sonderermittlerin, dargestellt von Jella Haase muss Lucy erfahren, dass ihrem Mann der Besitz von Videomaterial mit Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Es ist die völlige Erodierung eines Lebenskonzepts, der schrittweise Zusammenbruch des Urvertrauens, den Lucy erleben muss. Sie wird mit den Untiefen des Menschen konfrontiert, die sie lange Zeit nicht wahrhaben möchte.
Bei der Entstehung des Films wurde Marie Kreutzer von der Realität eingeholt, als Florian Teichtmeister, mit dem sie den hochgelobten Film „Corsage“ drehte, wegen dem Besitz von kinderpornografischen Darstellungen verurteilt wurde. Dass die kein Einzelfall ist, zeigt auch der jüngste Fall von Kindesmissbrauch rund um den österreichischen Kabarettisten und Musiker Günther „Gunkl“ Paal.
Marie Kreutzer ist live zu Gast im Studio.
TV-Beitrag: Sandra Krieger