Zwischen Hoffnung & Horror

Ein Stimmungsbild aus Israel & Palästina

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Vergangene Woche hat die israelische Armee die sterblichen Überreste von Ran Gvili, der letzten Geiselleiche aus Gaza geborgen: Der Polizist war am 7. Oktober 2023 von der Terrorgruppe Hamas getötet und verschleppt worden.

Für Israel endet damit ein kollektiver Alptraum - es ist ein Moment des Innehaltens, und des Fragens, wie es weiter geht. Denn trotz eines - brüchigen - Waffenstillstands ist die Zukunft des Gazastreifens weiter ungelöst.

Viele Gebiete im Gazastreifen liegen in Trümme
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Viele Gebiete im Gazastreifen liegen in Trümmer

Für den Künstler Zeev Engelmayer schließt sich eine intensive Phase: Seit dem Angriff der Hamas zeichnete er rund 800 „tägliche Postkarten“, die im ganzen Land verbreitet wurden und für viele zu einem visuellen Gedächtnis dieser Zeit wurden. Seine Werke sollten Hoffnung spenden, doch er thematisierte auch das Leid in Gaza – was teils heftige Kritik auslöste.

Bilder des Künstlers Zeev Engelmayer
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Der Künstler und Illustrator Zeev Engelmayer hat seitdem 7. Oktober rund 800 Bilder gestaltet - "Hagluyah hayomit" – die tägliche Postkarte.

Engelmayer, der durch seine provokante Kunstfigur „Schoske“ bekannt wurde, fordert heute ein politisches Umdenken und kritisiert Israels Regierung als rechtsextrem und korrupt.

Der Künstler Zeev Engelmayer
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Für den Künstler Zeev Engelmayer war das Malen eine Form der Therapie

Die palästinensische Israelin und Politologin Rula Hardal warnt unterdessen vor Trumps Gaza-Plan: Der Waffenstillstand sei positiv, doch unklare Formulierungen und das Risiko einer neuen Besatzung bereiteten Sorge. Auch im Westjordanland spitze sich die Lage durch Siedlergewalt weiter zu. Hardal fordert internationales Eingreifen und wirbt mit der Initiative „Ein Land für alle“ für ein Konföderationsmodell, das Israelis und Palästinenser enger zusammenführen soll.

Die palästinische Israelin und Politologin Rula Hardal
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Die palästinische Israelin und Politologin Rula Hardal sieht Präsident Trumps Friedensplan für Gaza sehr skeptisch,

Wie Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern funktionieren kann, zeigt das Friedensdorf Neve Shalom, das Filmemacher Maayan Schwartz in einem Dokumentarfilm porträtiert. Der Krieg habe die Gemeinschaft schwer belastet, dennoch hält Schwartz an der Vision eines Miteinanders fest.

Der Filmemacher Mayan Schwartz
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Maayan Schwartz ist ein preisgekrönter israelischer Dokumentarfilmer und Regisseur, der im Friedensdorf Neve Shalom / Wahat al-Salam aufgewachsen ist – die weltweit einzige Gemeinschaft, in der jüdische Israelis und Palästinenser bewusst zusammenleben

Er begleitet nun die Bewegung „Standing Together“, die bei den kommenden israelischen Wahlen mitgestalten will. Für Schwartz wird es eine der entscheidenden Wahlen in Israels Geschichte – und richtungsweisend für die Zukunft des Landes und des Konflikts.

David Kriegleder
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ORF Korrespondent David Kriegleder

ORF-Korrespondent David Kriegleder hat zwei israelische Künstler und eine palästinensische Aktivistin und Politologin getroffen und spricht mit ihnen über die Stimmung im Land.

TV-Beitrag: David Kriegleder

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