Sensationsfund
Ein spektakulärer Juwelenfund in Millionenhöhe ist dieser Tage aufgetaucht, eine sensationelle Meldung, die um die Welt ging. Mehr als 100 Jahre nach dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie wurden in einem Banksafe in Kanada in der Provinz Quebec einige der wertvollsten Kostbarkeiten des kaiserlichen Habsburger Schmucks wiedergefunden.

Darunter der sagenumwobene „Florentiner“, ein riesiger historischer Diamant von rund 137 Karat in der Größe einer Walnuss und gelber Farbe, sowie weitere persönliche Gegenstände von Maria Theresia, Marie-Antoinette und Kaiserin Elisabeth. Doch wie waren die Schmuckstücke von unschätzbarem Wert dorthin gekommen?

Rund zwei Wochen vor dem tatsächlichen Ende der Monarchie rechnete Kaiser Karl I. damit, dass seine Tage als Regent gezählt sind. Am 1. November 1918 wurden die Kronjuwelen in mehreren Koffern in die Schweiz verfrachtet. Nach dem Tod ihres Mannes reiste seine Frau, Zita Maria delle Grazie Habsburg-Lothringen, geb. Prinzessin von Bourbon-Parma mit den schmuckgefüllten Koffern über Spanien und Belgien nach Kanada.

Die Ex-Kaiserin verfügte, dass der Aufenthaltsort der Schmuckstücke frühestens 100 Jahre nach dem Tod ihres Mannes bekannt gegeben werden dürfte. Erst heuer im September wurde der renommierte Wiener Juwelier Christoph Köchert von Karl Habsburg beauftragt, nach Kanada zu reisen, um eine Expertise zu erstellen.

Der Enkel erfuhr erst vor einem Jahr durch zwei seiner Cousins in Kanada von der Existenz des Familienschmucks. Der Schmuck solle demnächst ausgestellt werden, allerdings vorerst in Kanada und nicht in Österreich. Eine Geste an Kanada, das Kaiserin Zita nach ihrer Flucht aus Europa 1940 eine Heimat gegeben hatte.
Doch wem gehören die Juwelen? Denn schon mit dem Ende des Kaiserreichs wurde das in Österreich befindliche Eigentum der Familie zum Staatseigentum erklärt. Karl Habsburg ist davon überzeugt, dass seine Familie die wahren Besitzer sind und hat dazu den britischen Habsburg Experten, den Historiker Richard Bassett zu Rate gezogen. Kulturminister Andreas Babler will nun eine Prüfung hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse einleiten. Handelt es sich doch um österreichisches Staatsvermögen?
Live im Studio ist dazu die österreichische Historikerin Katrin Unterreiner, eine ausgewiesene Habsburg-Expertin, die mehrere Bücher verfasst hat. Darunter „Habsburgs verschollene Schätze“.
TV-Beitrag: Harald Wilde