Aufbruch, Umbruch, Durchbruch
Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts erlebt die Renaissance ihren Höhepunkt. Das ehrgeizige Ziel, die Kunst und Kultur der griechisch-römischen Antike wieder aufleben zu lassen, befeuert die Kreativen und Künstlergelehrten wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo. Doch auch im Norden Europas entwickelt sich, ausgehend von der humanistischen Kultur Italiens, ein neuer Typus Mensch. Er will nicht mehr nur glauben, sondern den Dingen auf den Grund gehen.

Augsburg – die Stadt der Macht, des Geldes und der Künste, ist eines der Zentren der Renaissance im Norden. Heute kaum vorstellbar, ist Augsburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Weltmetropole, Sitz global agierender Wirtschaftsunternehmen, allen voran der bis heute bekannten Fugger-Dynastie.

Geld für luxuriöse Aufträge war somit reichlich vorhanden. Geschaffen von Malern wie Hans Burgkmair, der sich als Hofgrafiker von Kaiser Maximilian I. profilierte oder Hans Holbein, der ein einzigartiges „Who is Who“ der Augsburger Gesellschaft hinterlassen hat.

Zu einer besonderen Meisterschaft in Sachen Realismus brachte es der Nürnberger Albrecht Dürer. Das Bild seiner Mutter aus dem Jahr 1514 gilt als eines der besten Beispiele für eine absolut lebensnahe Darstellung und ist zudem wahrscheinlich das erste Bild eines sterbenden Menschen.

Der Renaissance als Epoche der Zeitenwende widmet sich das Kunsthistorische Museum in Wien mit der aufsehenerregenden Schau „Holbein. Burgkmair. Dürer – Renaissance im Norden“.
TV-Beitrag: Markus Greussing