Die Welt durch Kinderaugen

„Kind sein“ auf der Schallaburg

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„Schokolade für den Kopf“- das bedeutet für die achtjährige Constanze „Kind sein“.  Für den 84-jährigen Ludwig heißt es, jeden Tag ganz neu zu erleben. Die Kindheit prägt uns alle wie keine andere Zeit. Kinder bauen Luftschlösser, lassen ihre Fantasie fliegen, sind neugierig im Reich der Entdeckungen unterwegs und müssen sich doch in einer Welt der Erwachsenen zurechtfinden. Sie sollen Erwartungen erfüllen und sind zugleich von vielem ausgeschlossen.

Ausstellungsansicht "Kind sein"
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Manch einer blickt nostalgisch zurück zu seinen Anfängen, andere sind froh darüber, der Kindheit entwachsen zu sein. „Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen“ war die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren überzeugt. Und doch verlieren manche den kindlichen Blick auf die Welt. Wie eine Gesellschaft mit ihren Sprösslingen umgeht, sagt viel über sie aus. Erwachsene bestimmen, wie lange Kinder wirklich Kinder sein dürfen – sie geben den Takt für das Leben ihrer Nachkommen vor, wissen angeblich genau, wie das funktioniert. In Lehrplänen, was wissenswert ist – in sportlichen und kulturellen Angeboten, die die freie Zeit der Kinder füllen sollen.

Ausstellungsansicht "Kind sein"
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Was wir über das Kindsein zu wissen glauben, befindet sich allerdings in stetiger Veränderung. Im Spannungsfeld von Familie und Gesellschaft ist es nötig, das Kindsein immer wieder neu zu verhandeln. Behütet oder schutzlos? Beflügelt oder unterdrückt? Neugierig oder ohnmächtig? Wie lange dürfen Kinder Kinder sein? Welche Rechte haben sie? Und was wollen sie eigentlich?

Historische Puppenküche
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Es wird zwar viel über Kinder gesprochen, doch in der Gesellschaft wie in der Politik haben sie keine Stimme. Wie gestalten sich Kindheit und Kindsein in unterschiedlichen Epochen und Gesellschaftsschichten? Seit wann existiert eine Art Parallelwelt für Kinder? Wie nehmen Erwachsene ihre eigene Kindheit wahr? Diesen wichtigen Lebensabschnitt beleuchtet die Schallaburg in Niederösterreich in ihrer neuen Ausstellung und fragt nach, was „Kind sein“ von der Antike bis in die Gegenwart bedeutet.

TV-Beitrag: Julia Fellerer

Links:

„Kind sein“ - Schallaburg
„Kind sein“ - Ausstellungskatalog
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