Universum History - Unser Österreich

Vorarlberg - Tor zum Westen

Mal war es das Land der aufrührerischen Feinde, mal das der freundlichen Nachbarn, mal zog man über die Grenze, um dort Arbeit zu suchen, mal kamen die Fabriksherren von drüben hierher, um billige Arbeitskräfte zu finden. Oft war das Nachbarland Hoffnungsland in schwierigen Zeiten, manchmal auch eine Geldquelle für den Aufbau der eigenen Wirtschaft. Das Verhältnis zwischen Vorarlberg und der Schweiz war stets konfliktbeladen und inspirierend zugleich, man misstraute und bewunderte sich gegenseitig – und zog oft genug wirtschaftlichen Nutzen aus den Unterschieden dies- und jenseits des Rheins.
Landkarte Schweiz - Vorarlberg - Tirol ORF.at
Vorarlberg zwischen der Schweiz, Bayern und Tirol
Man sieht sie nicht, die Grenze zwischen Vorarlberg und der Schweiz, die im unteren Rheintal vor allem vom Alpenrhein gebildet wird und in den Alpentälern meist entlang der Gebirgskämme verläuft. Und doch hat sie schon seit dem ausgehenden Mittelalter großen Einfluss auf das Leben in den angrenzenden Regionen: Jahrhundertelang war sie einerseits eine Konfliktlinie zwischen dem katholischen Habsburgerreich und den mehrheitlich reformierten Kantonen der Eidgenossenschaft, andererseits gab es traditionelle Wirtschaftsbeziehungen zwischen den benachbarten Regionen, deren Grenze vom Bodensee entlang des Rheins bis zu Vorarlbergs höchster Erhebung, dem Piz Buin (3312m), verläuft – mit einer Unterbrechung durch das Fürstentum Liechtenstein.

Ein ökonomisches Verhältnis, kein politisches

Historiker Meinrad Pichler über das historische Verhältnis zur Schweiz

Bedrohung aus der Eidgenossenschaft

Der Konflikt mit den Habsburgern stand am Beginn der Geschichte der Eidgenossenschaft: Die drei „Urkantone“ in der heutigen Innerschweiz wehrten sich gegen die Ansprüche der Fürsten, die selbst aus dem heutigen Kanton Aargau stammten. Ab dem 15. Jahrhundert betraf dieser Konflikt auch die Bevölkerung auf dem Gebiet des heutigen Vorarlberg: Zwischen 1405 und 1407 eroberten die Appenzeller einen Großteil der Region und brannten Burgen und einzelne Dörfer nieder. Weitere Verwüstungen folgten 1444 und 1460, und 1499 forderte der „Schweizerkrieg“ über 4000 österreichische Opfer, darunter den kompletten Landsturm der Region Walgau.
Massaker von Fussach 1460 Public Domain
Traumatische Erinnerung: Die Eidgenossen massakrieren 1460 die Besatzung der Burg Fußach. Abbildung in Gerold Edlibachs Zürcher Chronik (1485)
Kein Wunder, dass solche Ereignisse im Gedächtnis der Region erhalten blieben und die Eidgenossen lange Zeit als Bedrohung galten. Dazu trugen auch Sagen wie jene von der „Guta“ bei, die während des Appenzellerkrieges 1407 die Angreifer belauscht und ihre Pläne dem Heerführer des Schwäbischen Bundes verraten haben soll. Sie wird bis heute als „Retterin von Bregenz“ verehrt, der Ehre-Guta-Platz und ein eigener Verein erinnern an ihre Tat.  

Der Bischof saß in der Schweiz

Alte Bistumsgrenzen in Vorarlberg Grafik: Marco Zanoli/vorarlberg museum
Das heutige Vorarlberg gehörte jahrhundertelang drei verschiedenen Diözesen an – mehr als die Hälfte dem Bistum Chur (Graubünden als Ganzes war aber mehrheitlich protestantisch).
Die Grenze zur Schweiz war auch eine Art Religionsgrenze: Die Kantone an der Grenze (St. Gallen, Appenzell-Außerrhoden, Graubünden) schlossen sich mehrheitlich der Reformation an, während auf der österreichischen Seite die Grafen von Ems die Rekatholisierung im Zuge der Gegenreformation mit eiserner Faust durchsetzten. Die Hälfte der Region gehörte aber dennoch kirchenpolitisch zum Bistum Chur in Graubünden – dort wurde die katholische Kirche auch stets von den österreichischen Fürsten unterstützt. 1818 wurde ganz Vorarlberg dann in das Bistum Brixen eingegliedert.

Schweizer Kloster als Grundherr

Neben den Habsburgern als Landesherren und den Grafen von Ems als mächtigstes Fürstengeschlecht spielten auch verschiedene Klöster als Grundherren eine Rolle im heutigen Vorarlberg – z.B. St. Gallen, Weingarten oder Einsiedeln. Zum Schweizer Kloster St. Gallen gehörte unter anderem die Gemeinde Viktorsberg.
Viktorsberg Friedrich Böhringer, CC BY-SA 2.5
Einst im Besitz des Klosters St. Gallen: Viktorsberg in Vorarlberg
1702 wollte der Wiener Hof die Herrschaften Feldkirch, Bludenz und Sonnenberg dem Fürstabt von St. Gallen verpfänden oder gar verkaufen. Die Vorarlberger Landstände verhinderten den Deal: Sie zahlten dem Kaiser aus eigener Tasche – bzw. aus jener ihrer Mitglieder - 200.000 Gulden.

„Schweizer Käse“ als Exportprodukt

Senner auf der Alpe Vorarlberger Landesbibliothek, Oliver Benvenuti
Senner auf der Alpe Köbele bei Mellau im Bregenzerwald, 1926
1649, unmittelbar nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, wurde auf dem Gebiet des heutigen Vorarlberg der erste Fettkäse erzeugt – gegen den Willen der Habsburger, die darauf bestanden, dass das Fett in Form von Butter und Butterschmalz an die Obrigkeit abzuliefern sei. Die Alpe Schönenmann, auf der dieser fetthaltige und länger haltbare Käse produziert wurde, lag allerdings im Herrschaftsgebiet der Grafen von Hohenems, die sich den Anweisungen widersetzten. Und der Hersteller war Paul Baumann, ein Senn aus dem benachbarten Appenzell.
Es dauerte noch ein paar Jahrzehnte und bedurfte einiger Proteste gegen die wiederholten Verbote der Fettkäse-Produktion, bis das Appenzeller Know-how auch im Bregenzerwald weit verbreitet war. Der “Schweizer Käse” wurde bald zum gefragten Vorarlberger Exportprodukt.

Textiles Know-how aus der Schweiz

Spinnerin Beer Franz Beer, vorarlberg museum
Baumwollverarbeitung am Spinnrad
Die Geburtshelfer der Industrialisierung Vorarlbergs waren Textilhändler aus der Ostschweiz, die ab der Mitte des 18. Jahrhunderts Baumwolle in die ärmeren Gegenden der Region, vor allem den Bregenzerwald, einführten und hier in Heimarbeit verarbeiten ließen. Das Knowhow der Baumwollverarbeitung war von aus Frankreich vertriebenen Hugenotten in die Schweiz gebracht worden. Auch unter den Gründern der ersten Textilfabriken in Vorarlberg befanden sich Schweizer Fabrikanten.

Rheinregulierung: Gegenseitiges Misstrauen

Jahrhundertelang sorgte der Alpenrhein für regelmäßige Überflutungen des Tales zwischen Liechtenstein und dem Bodensee. Da halfen auch die „Schupfwuhre“ nichts, mit denen sich die Anrainergemeinden Gewässer und Geschiebe des Rheins gegenseitig zu„schupften“. Nach jahrelangen Verhandlungen einigten sich Österreich und die Schweiz 1892 auf einen Staatsvertrag zur Internationalen Rheinregulierung – nicht ohne zuvor allerlei Vorurteile und Vorbehalte ausgetauscht zu haben. So warnte ein Vorarlberger Landtagsabgeordneter, dass die Schweizer „keine so gute(n) Nachbarn gewesen (sind), als dass nicht die größte Vorsicht gegen ihre Pläne geboten erschien“.
Regulierter Alpenrhein Internationale Regierungskommission Alpenrhein – IRKA
Der begradigte Rhein bei Diepoldsau/CH: Grenze links am alten Rhein, wo er vorher schon die Grenze war.
Die Durchstiche und Begradigungen des Rheins bei Diepoldsau und Fußach änderten aber nichts an der Grenzziehung zwischen Vorarlberg und der Schweiz – und auch nichts daran, dass größere landwirtschaftliche Flächen auf der Vorarlberger Seite schon seit dem 16. Jahrhundert im Besitz von Schweizer Gemeinden sind.
Ferdinand Riedmann Filmstill ORF
„Kanton Übrig“

Anschlussbewegung an die Schweiz

ORF
Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Habsburger-Monarchie wurde die Schweiz für viele Vorarlberger zu einem Hoffnungsland: 80 Prozent der Abstimmenden sprachen sich 1919 in einer Volksabstimmung für Verhandlungen über einen Beitritt Vorarlbergs zur Schweiz aus.
Das Anliegen blieb allerdings bei den Friedensverhandlungen von Saint Germain ungehört. Die spöttische Bezeichnung „Kanton Übrig“ für Vorarlberg wurde damals in Vorarlberg selbst erfunden – von einem Gegner des Anschlusses, der den Begriff auf einem Flugblatt gegen die Anschlussbemühungen verwendete.

Propaganda für den Anschluss

Filmausschnitt „Vorarlberg – Ein Tor zum Westen“.
Ferdinand Riedmann Helmut Klapper, Vorarlberger Landesbibliothek
Ferdinand Riedmann als junger Lehrer
Es war vor allem der Lustenauer Lehrer Ferdinand Riedmann, der nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg die Werbetrommel für einen Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz rührte: Der von ihm gegründete „Werbeausschuss“ hielt landauf, landab Veranstaltungen ab, die schließlich so viel Zulauf hatten, dass sich die Landesregierung genötigt sah, dem Wunsch nach einer Volksabstimmung nachzukommen.
Ferdinand Riedmann (1886-1968) war eines von neun Kindern eines Hafnermeisters aus Lustenau. Er musste sich sein Lehramtsstudium selbst verdienen, gründete 1911 gemeinsam mit seinem Bruder neben der Tätigkeit als Lehrer das erste Kino in Lustenau, und wurde 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. Schon auf der Rückreise von der Front im November 1918 hielt er vor Vorarlberger Soldaten seine erste Rede für einen Anschluss an die Schweiz. Seine Ansprachen waren gespickt von Aversionen gegen die Moderne, die Großstadt Wien, die dort angeblich herrschenden „Bolschewisten“ und gegen das „Judentum“.
Brief an Ferdinand Riedmann Vorarlberger Landesarchiv
Anhänger eines Anschlusses Vorarlbergs an die Schweiz integrierten auf einem Brief an Riedmann das österreichische Bundesland symbolisch in die Eidgenossenschaft.
Tatsächlich kreuzten am 11. Mai 1919 knapp über 80% aller Teilnehmenden „Ja“ an und stimmten damit der Frage zu: „Wünscht das Vorarlberger Volk, dass der Landesrat der Schweizer Bundesregierung die Absicht des Vorarlberger Volkes, in die Schweizerische Eidgenossenschaft einzutreten, bekannt gebe und mit der Bundesregierung in Verhandlungen trete?“
Vorarlberger Volksblatt - Ergebnisse der Volksabstimmung Vorarlberger Landesarchiv
Ergebnis der Volksabstimmung im Vorarlberger Volksblatt
Nur in zwei Gemeinden war eine Mehrheit gegen die Verhandlungen: in Hittisau im Bregenzerwald und in Bludenz. Im Montafon dagegen hatten die Anschluss-Befürworter durchwegs eine klare Mehrheit, die größte Zahl der Gegner gab in Schruns: 721 “Ja” gegen 120 “Nein”.

„Spontane Bewegung“

Historiker Meinrad Pichler über die Anschlussbewegung an die Schweiz. Er bezeichnet die Anschlussbewegung an die Schweiz als „spontane Bewegung“ mit starkem Bezug auf die wirtschaftliche Situation nach dem Ersten Weltkrieg.

Vorbehalte in der Schweiz

Plakat der Hilfsaktion „Pro Vorarlberg“ Vorarlberger Landesarchiv
In der Schweiz bildete sich nach dem Ersten Weltkrieg ein Initiativkomittee „Pro Vorarlberg“, das Hilfsgüter für die Vorarlberger Bevölkerung sammelte und die Anschlussbemühungen der Vorarlberger Aktivisten an die Schweiz unterstützte.
Die Bemühungen des Vorarlberger Aktionskomittees um einen Anschluss Vorarlbergs an die Eidgenossenschaft wurden aber nicht nur begrüßt: Gegner des Anschlusses argumentierten mit der sensiblen Balance zwischen deutsch- und romanischsprachigen Kantonen sowie dem katholischen und dem protestantischen Teil der Schweiz, die durch einen Anschluss Vorarlbergs gestört werde. Einig waren sich alle, dass ein möglicher Anschluss nicht nur durch eine Volksabstimmung in Vorarlberg, sondern auch durch eine solche in der Schweiz legitimiert werden müsste. Doch so weit kam es nie.

Lagerbildung in Vorarlberg

Landeshauptmann Otto Ender Bildarchiv Austria/Österreichische Nationalbibliothek
Verbal für den Anschluss an die Schweiz, vor allem aber gegen Ferdinand Riedmann: Landeshauptmann Otto Ender
In Vorarlberg selbst standen sich in der Schweiz-Anschluss-Frage zwei Lager gegenüber: Für den Anschluss waren viele Menschen, die an der wirtschaftlichen Zukunft der jungen Republik Deutsch-Österreich zweifelten. Zu ihnen gehörte ein Teil der Christlich-Sozialen, die Vorarlberg politisch dominierten. Landeshauptmann Otto Ender schlug sich erst kurz vor der Volksabstimmung auf die Seite der Befürworter – und brachte das Anliegen dann bei den Friedensgesprächen von St. Germain nicht auf die Tagesordnung.
Vizekanzler Jodok Fink Bildarchiv Austria/Österreichische Nationalbibliothek
Für die Republik Österreich und gegen den Anschluss an die Schweiz: Vizekanzler Jodok Fink
Der aus dem Bregenzerwald stammende Vizekanzler Jodok Fink war strikt gegen den Schweiz-Anschluss und für den österreichischen Bundesstaat, ebenso die höheren Beamten, die um ihre Pensionen fürchteten. Viele Industrielle waren aus wirtschaftlichen Gründen für einen Anschluss an Deutschland, und der höhere Klerus fürchtete sich vor den protestantischen Schweizern und trauerte vor allem der Monarchie nach.

Verlierer Ferdinand Riedmann

Der Initiator der Anschluss-Bewegung an die Schweiz, Ferdinand Riedmann, blieb am Schluss auf der Strecke: Im Frühjahr 1919 wurde er zwar noch von den Lustenauer Christlich-Sozialen als Listenführer bei den Gemeinderatswahlen eingesetzt, was ihnen einen großen Wahlerfolg und Riedmann den Posten des Vizebürgermeisters einbrachte, aber bald darauf wurde er nicht nur seiner politischen Ämter, sondern auch seines Berufs als Lehrer enthoben. Die Grundlage war ein Disziplinarverfahren des Landesschulrats, dessen Präsident Landeshauptmann Otto Ender war. Ob Riedmann tatsächlich schwerwiegende dienstliche Verfehlungen begangen hatte, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Der betreffende Akt ist im Landesarchiv nicht mehr auffindbar.

„Autoritäres Prinzip“ statt Demokratie

Otto Ender und Engelbert Dollfuß Privatarchiv Gerhard Wanner
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (ganz links), Bischof Sigismund Waitz und Landeshauptmann Ender (ganz rechts) bei einer Kundgebung 1934 in Feldkirch
Als in Vorarlberg noch über einen möglichen Anschluss an die Schweiz diskutiert wurde, war viel vom „demokratischen Vorbild“ jenseits der Grenze die Rede, auch von Seiten des Landeshauptmanns Otto Ender und seiner christlichsozialen Partei. Rund ein Jahrzehnt später hatte Ender – der zwischenzeitlich sogar kurzfristig (von Dezember 1930 bis Juni 1931) österreichischer Bundeskanzler war – seine Meinung offenbar geändert: Er formulierte die Verfassung, mit der 1934 die Demokratie in Österreich beendet und das „autoritäre Prinzip“ des sogenannten „Ständestaats“ eingeführt wurde. Auf einer Ansprache am 1. Mai 1933 verkündete Ender, dass es Zeit sei, den „verdorbenen Parlamentarismus“ zu beenden und durch das Führerprinzip zu ersetzen..
Montafon

Vom Überleben im Gebirge

Bevor der Tourismus im Lauf des 20. Jahrhunderts auch der Bevölkerung des Montafon zusätzliche Einnahmequellen bescherte, waren viele Menschen gezwungen, saisonweise auszuwandern und in der Fremde zu arbeiten. Andere verlegten sich – so wie die Juen-Brüder – auf Tätigkeiten, die zwar illegal, aber doch weit verbreitet waren: Schmuggeln, Schwarzschlachten oder Wildern. Dabei spielte die Grenze zur Schweiz immer eine ganz besondere Rolle.

Beziehungen über die Berge hinweg

Kulturwissenschafterin Edith Hessenberger über die Grenzen im Montafon
Auswanderung als Überlebensstrategie
Grafik Krautschneider PD
Das Wandern prägte über Jahrhunderte die Montafoner Geschichte. Während im Mittelalter noch Walser und Bergarbeiter ins Montafon einwanderten, folgte in der Neuzeit saisonale oder dauerhafte Abwanderung aus dem kargen Gebirgstal, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte.
Die Männer waren zumeist als “Krautschneider” oder “Sensenhändler” zwischen der Schweiz, dem Elsaß und Süddeutschland unterwegs, die Frauen als “Ährenleserinnen” und die Kinder als “Schwabenkinder”, die den Sommer über auf großen Bauernhöfen im süddeutschen Oberschwaben arbeiteten.
Daneben gab es aber auch zahlreiche Menschen, die in Übersee, vor allem in den USA, ihr Glück suchten.
Geschwister Juen ORF
„Familienbetrieb“

Schmuggeln, Wildern, Schwarzschlachten

Die Brüder Meinrad und Wilhelm Juen und ihre Schwester Ludwina wuchsen auf einem Bergbauernhof im Montafon auf – und benötigten, so wie die meisten ihrer Landsleute, neben der eigenen Landwirtschaft zusätzliche Einnahmequellen zum Überleben. Meinrad Juen entwickelte aber schon sehr früh ein besonderes Geschick für bestimmte Tätigkeiten...

Der Schmuggel als Gewerbe

Edith Hessenberger über die Schweizer Grenze und den Schmuggel
Meinrad Juen
Meinrad Juen als Soldat
Meinrad Juen (1886-1949) war eines von elf Kindern einer Bergbauernfamilie, die oberhalb von St. Gallenkirch im Montafon lebte. Er musste schon als Schüler in der elterlichen Landwirtschaft mithelfen, begann aber als 15jähriger mit dem Schmuggel von Waren (Zigarren, Tabak, Zucker und Kaffee) aus der Schweiz nach Österreich. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 musste er einrücken, konnte aber verhindern, dass er an die Front abkommandiert wurde. Er wurde in Trient zum Metzger ausgebildet und schlachtete das Fleisch für die Truppe.
Nebenher baute er einen Weinhandel auf und wies seine Schwester brieflich an, welche Geschäfte – vor allem mit Schafen und Wolle – sie in der Heimat auszuführen habe. Nach dem Krieg nützte er seine Kenntnisse unter anderem für das illegale „Schwarz-Metzgern“, betrieb vorübergehend eine Kantine für die Bauarbeiter der Vorarlberger Illwerke und widmete sich neben der Waren-Schmuggelei ab etwa 1936 dem Schmuggel von Menschen über die Grenze.
Zunächst waren es Spanienkämpfer, die auf Seiten der Republikaner gegen Franco in den Krieg ziehen wollten, ab 1938 jüdische Flüchtlinge, die den Weg über die Berge in die Schweiz suchten. 1942 wird Juen verhaftet, nachdem sein Name in der Korrespondenz einer jüdischen Familie aufgetaucht sein soll. Es gelingt ihm aber, auf dem Weg zur Kommandatur zu fliehen und die folgenden zweieinhalb Jahre unterzutauchen – und weiterhin den einen oder anderen Flüchtling über die Grenze zu bringen. 1949 stirbt Juen – vermutlich an einem Herzinfarkt.

Briefe und Postkarten

Filmausschnitt: Postkarte an Ludwina Düngler, Meinrad Juens Schwester (1914)
Flucht über die Grenze ORF/Bilgeri Film Productions/Thomas Ilg
Hannes Bickel als Meinrad Juen sowie Anna Posch und andere als Flüchtlinge in „Universum History Vorarlberg - Tor zum Westen“.
Flucht in die Schweiz

„Tor zur Freiheit“

ORF/Bilgeri Film Productions/Thomas Ilg
Spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das nationalsozialistische Regime wurde die Grenze zur Schweiz zum „Tor zur Freiheit“. Die erfahrenen Schmuggler betätigten sich nun auch als Fluchthelfer, die vielen Menschen das Leben retteten. Weil sie sich dafür bezahlen ließen, wurde ihnen auch nach dem Krieg lange die Anerkennung verweigert.
Auch die Nachkommen der Brüder Juen mussten im Spannungsfeld zwischen lebensrettender Fluchthilfe und bezahlten Schlepperdiensten eine Position finden: Magdalena Burtscher, die Enkelin von Meinrad Juen, bewundert den Mut und die Zivilcourage ihres Großvaters. Friedrich Juen, der Enkel von Wilhelm, selbst begeisterter Heimatforscher, schlüpfte in einer Theaterproduktion sogar in die Rolle seines Großonkels Meinrad. 
Friedrich und Christina ORF
Friedrich und Christina auf dem Schafberg
Und Christina Juen, seine Tochter, möchte als angehende Geschichte-Lehrerin junge Menschen darauf aufmerksam machen, dass man auch unter den schwierigen Umständen die Wahl zwischen Anpassung und Widerstand hatte. Meinrad Juen ging jedenfalls ein hohes Risiko ein: Ende 1942 wurde er sogar verhaftet, konnte aber fliehen und versteckte sich bis zum Kriegsende vor den Behörden.

„Braunes Nest“

Die Stadt Dornbirn, Anfang des 20. Jahrhunderts die größte Industriestadt des Landes mit zahlreichen Textilfabriken, wurde schon in den frühen 1930er Jahren als „braunes Nest“ bezeichnet: Hier war die NSDAP auch in der Zeit, als sie offiziell verboten war (1934-1938), aktiv, wurde sie doch von namhaften Textilfabrikanten ideell und finanziell unterstützt. Die ersten großen Aufmärsche nach dem „Anschluss“ und der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 fanden denn auch in Dornbirn statt.
Nazi-Aufmarsch ORF/Filmproduktion Bilgeri
NS-Aufmarsch in Dornbirn, der Nazi-Hochburg in Vorarlberg

Überfüllte Gefängnisse

Die Bilanz des NS-Regimes sieht in Vorarlberg nicht anders aus als in anderen Regionen des „Deutschen Reichs“: Neben tausenden Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten, wurden etwa 2.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wegen politischer Opposition und anderen Formen der Widersetzlichkeit ihrer Freiheit beraubt, mindestens 115 Personen in ein Konzentrationslager eingeliefert, wenigstens 80 aus politischen Gründen hingerichtet oder auf andere Weise zu Tode gebracht, und über 300 fielen dem „Euthanasie“-Programm zum Opfer.
In den Gefängnissen saßen aber auch noch bis zu 8.000 weitere Menschen, meist im Auftrag der Geheimen Staatspolizei (Gestapo): Ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die von ihrer Arbeitsstelle zu flüchten versucht hatten oder denen ein Verstoß gegen die rigiden Lagerregeln vorgeworfen wurde (dazu gehörte z.B. der Kontakt zu Einheimischen) – und Flüchtlinge, die beim Versuch, die Grenze zur Schweiz zu überqueren, aufgegriffen worden waren.
Diejenigen, denen eine Flucht gelang, nahmen meistens die Hilfe von Fluchthelfern in Anspruch – Einheimischen aus der Grenzregion, die sich nicht nur mit den örtlichen Verhältnissen, sondern auch mit den Gewohnheiten der Grenzwächter gut auskannten.

Flucht und Überleben

Filmszene: Fluchthelfer Meinrad Juen mit jüdischem Flüchtling
Heute leben nicht mehr viele Menschen, die jene Zeit - als Kinder - noch miterlebt haben.

Zeitzeugin kehrt zurück

76 Jahre nach ihrer Flucht in die Schweiz kehrte Inge Ginsberg, geborene Neufeld, im Mai 2018 zum ersten Mal wieder zurück ins Montafon. Die 1922 geborene Autorin und Sängerin mit vier Wohnsitzen auf vier Kontinenten ist in der Schweiz bekannt, weil sie sich mit 92 Jahren um eine Teilnahme am Eurovisions Song Contest bewarb.

Zeitzeugin Inge Ginsberg

Ein Beitrag aus „Vorarlberg heute“ am 9. Juni 2018 mit Friedrich Juen und Michael Kasper (Montafoner Museen)
Inge Ginsberg wurde im Herbst 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bräutigam über die Grenze in die Schweiz gebracht - ihrer Erinnerung nach von den Brüdern Juen.

Botschaft für die Jugend

Christina Juen, die Enkelin von Wilhelm Juen, befasste sich schon als Studentin mit Tätern, Opfern und Widerstandshandlungen während der NS-Zeit im Montafon und möchte in Zukunft auch als Lehrerin dafür sorgen, dass sich junge Menschen mit dieser Zeit beschäftigen.

Die Enkelin - Studentin der Geschichte

Das Ende der Menschlichkeit

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten versuchten neben politischen Gegnern des NS-Regimes und – nach Ausbruch des Krieges – Wehrdienstverweigerern vor allem jüdische Bürgerinnen und Bürger, über die Grenze in die Schweiz in die Freiheit zu entkommen.  Bis August 1938 war das in vielen Fällen noch möglich – der NS-Staat beschränkte sich darauf, den vor allem aus Wien fliehenden Juden durch Zwangsverkäufe und “Reichsfluchtsteuer” ihr Vermögen abzupressen. Und die Schweiz begnügte sich vorläufig noch damit, die Ankömmlinge in Lagern unterzubringen und die Israelitischen Kultusgemeinden zu verpflichten, für ihre “Glaubensbrüder” aufzukommen.
Schweizer Grenze in der NS-Zeit bei Hohenems Archiv der Johann-August-Malin-Gesellschaft
Schweizer Grenze in der NS-Zeit bei Hohenems
Im August 1938 beschlossen die Schweizer Behörden allerdings, die Grenze zu schließen und die jüdischen Flüchtlinge zurückzuschicken. Dem St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger und seinen Helfern an der Grenze war es zu verdanken, dass bis Anfang 1939 noch hunderte weitere Flüchtlinge den Weg über die Felder und die Rinnsale des “Alten Rheins” zwischen Hohenems und Diepoldsau fanden, ohne anschließend zurückgewiesen zu werden. Mit Grüningers Suspendierung und der von den Schweizer Behörden durchgesetzten Vorschrift, dass deutsche Juden in ihren Pässen durch ein “J” zu kennzeichnen waren, ging die Zahl der erfolgreichen Fluchtversuche massiv zurück.

Der Lebensretter

Paul Grüninger Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
Paul Grüninger
Der St. Galler Polizeikommandant Hauptmann Paul Grüninger (1891–1972) rettete in den Jahren 1938 und 1939 mehrere hundert jüdische und andere Flüchtlinge vor der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung. Trotz schweizerischer Grenzsperre nahm er sie in St. Gallen auf, missachtete die Weisungen des Bundes und übertrat auch Gesetze, um die Flüchtlinge zu schützen.
1939 wurde Paul Grüninger von der St. Galler Regierung fristlos entlassen. 1940 wurde er vom Bezirksgericht St. Gallen wegen Amtspflichtverletzung und Urkundenfälschung verurteilt. Er wurde verfemt und später vergessen. Bis zu seinem Tod lebte er in Armut.
 1993 ist Paul Grüninger durch die St. Galler Regierung politisch rehabilitiert worden. 1995 hat das Bezirksgericht St. Gallen Hauptmann Paul Grüninger mit der Wiederaufnahme seines Prozesses und mit einem Freispruch juristisch rehabilitiert. Auf Initiative einer Holocaust-Überlebenden, die von Grüninger gerettet worden war, wurde 1997 in Wien eine neue Schule nach Paul Grüninger benannt.
Grenze am St.Antönier Joch ORF
Die Schweiz

Hoffnungsland und Geldquelle

ORF
Nach 1945 erwies sich die Schweiz als wichtige Geldquelle für das Wirtschaftswachstum und damit für den Aufstieg Vorarlbergs zu einer der führenden Industrieregionen: Mit Hilfe einer eigenen Verrechnungsstelle für die Geschäfte mit der Schweiz und mit Schweizer Frankenkrediten wurde die Wirtschaft in Vorarlberg wieder angekurbelt – und das zu einer Zeit, als die Verbindungen zum restlichen Österreich noch abgeschnitten waren, der Kontakt nach Deutschland verboten und ein europäischer Markt noch nicht erreichbar war.

Die Schweiz nach 1945

Historiker Meinrad Pichler über die Schweiz nach 1945
Standortvorteile
Die Nähe zur Schweiz war nur einer der Standortvorteile, von denen die Vorarlberger Wirtschaft nach 1945 profitierte. Dazu kamen eine Reihe weiterer Begünstigungen:
Vorarlberg war weitgehend von größeren Kriegsschäden verschont geblieben. Während anderswo in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ganze Städte ausgelöscht wurden, kam es in Vorarlberg nur im Zuge der Befreiung durch die französische Armee zu einzelnen Bombardierungen und Artillerieangriffen, die zwar im Zentrum von Bregenz großen Schaden anrichteten, ansonsten aber Wohngebiete, Industrieanlagen und die Verkehrsinfrastruktur weitgehend unbehelligt ließen.
Kriegsende 1945 Bregenz Stadtarchiv Bregenz
Einmarsch der französischen Armee in Bregenz im Mai 1945

Von Zwangsarbeitern gebaute Kraftwerke

Als Standortvorteil erwies sich auch die Tatsache, dass in Vorarlberg während der NS-Zeit einige Infrastruktur-Projekte realisiert wurden, die auch in der Nachkriegszeit noch genutzt werden konnten – von Straßenbauten bis zu den Kraftwerken der Vorarlberger Illwerke. Gebaut wurden sie mit Hilfe von Geldern, die zuvor von den sparfreudigen Landesregierungen der Zwischenkriegszeit angesammelt worden waren, und mit der Arbeitskraft von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die unter unmenschlichen Bedingungen härteste Arbeit verrichten mussten.

Konstruktive Besatzer

Auch die französische Besatzungsmacht erwies sich – besonders im Vergleich mit der sowjetischen im Osten Österreichs – als Glücksfall für Vorarlberg: Statt Maschinen zu demontieren und Unternehmen zu beschlagnahmen, wie das in den östlichen Bundesländern geschah, bemühten sich die Franzosen um eine rasche Wiederherstellung der Wirtschaft und nahmen dafür sogar in Kauf, dass schwer belastete Nationalsozialisten nach wenigen Wochen Anhaltelager bereits wieder in den Führungsetagen der Textilfirmen saßen.

Marshallplan-Gelder

Dank der stabilen Lage profitierten die westlichen Bundesländer und damit auch Vorarlberg ab 1948 zusätzlich noch vom „European Recovery Program“ (ERP), den Investitionskrediten des nach dem amerikanischen Außenminister benannten „Marshallplans“. Praktisch sämtliche Textilunternehmen und zahlreiche Tourismusbetriebe erhielten auf diesem Weg günstige Kredite.

Ein- statt Auswanderung

Die Einwohnerzahl Vorarlbergs erhöhte sich zwischen 1939 und 1948 um 23 Prozent, und das Bevölkerungswachstum blieb auch in den folgenden Jahrzehnten ungebremst: Zwischen 1951 und 1971 wuchs die Bevölkerung um fast 50 Prozent von 194.000 auf 277.000. Ein erheblicher Teil der Zunahme ging auf das Konto von Zuwanderern. In den ersten Jahrzehnten nach 1945 waren es vor allem Männer und Frauen aus Kärnten und aus der Steiermark, aber auch Zuwanderer aus anderen österreichischen Bundesländern, die in der Vorarlberger Industrie Arbeit fanden. Die wurde noch immer von der Textilindustrie dominiert, die erst in den 1980er Jahren in die Krise geriet und in den 1990er Jahren einen radikalen Strukturwandel erlebte.

Textilland Vorarlberg

1955 arbeiteten noch über 70 Prozent der industriell Beschäftigten im Textilbereich. Dort wurden zwar besonders niedrige Löhne gezahlt, aber es gab auch keine besonderen Ansprüche an die Qualifikation der Mehrzahl der Beschäftigten. Und personalintensiv waren die Textilfirmen allemal: Um 1960 wies Vorarlberg österreichweit „die mit Abstand größte Dichte von Großunternehmen“ mit mehr als 500 Beschäftigten auf, stellte der Wirtschaftshistoriker Franz Mathis in einer Studie über „Big Business in Österreich“ fest.
Gleichzeitig hat sich in der Vorarlberger Bevölkerung ein merklicher sozialer Wandel vollzogen: 1961 arbeiteten bereits 56,7 Prozent der Erwerbstätigen in der Industrie und 25,1 Prozent im Handel und im Dienstleistungsgewerbe, aber gerade noch 14,6 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft. Wirtschaftlich spielten die Bauern also eine immer geringere Rolle. Politisch blieben sie einflussreich: Sie stellten immerhin noch bis 1964 mit Ulrich Ilg den Landeshauptmann.

„Gastarbeiter“ und Grenzgänger

Nach dem Abschluss der „Anwerbeabkommen“ zwischen Österreich und der Türkei (1964) bzw. der föderativen sozialistischen Republik Jugoslawien (1966) wanderten über 250.000 Menschen aus Jugoslawien und der Türkei in Österreich ein, rund 25.000 davon in Vorarlberg.
Türkische Bauarbeiter machen Pause Nikolaus Walter/vorarlberg museum
Türkische Bauarbeiter machen Pause
Nach Wien war Vorarlberg stets das österreichische Bundesland mit dem höchsten Anteil ausländischer Arbeitskräfte. Das blieb so auch nach der ersten Krise – der durch Verknappung und Verteuerung des Erdöls hervorgerufenen „Ölkrise“ von 1973. Zwar akzeptierten viele ihre Rolle als „Gastarbeiter“ und kehrten zurück, andere aber ließen ihre Familien nachkommen, sodass sich das Verhältnis zwischen österreichischen und ausländischen Staatsbürgern auch in den folgenden Jahrzehnten kaum änderte.
Der fortwährenden Zuwanderung (mittlerweile vor allem aus Deutschland und anderen EU-Ländern) gegenüber steht die Zahl der „Grenzgänger“ aus Vorarlberg, die zur Arbeit in die Schweiz und nach Liechtenstein pendeln: Rund 16.000 Beschäftigte überschreiten jeden Tag die Grenze, um in einem der grenznahen Betriebe zu arbeiten – je zur Hälfte in Liechtenstein und in der Schweiz.
Universum History: Vorarlberg

Über die Sendung

Unser Österreich - Vorarlberg
Sa, 3. November 2018, 22:45, ORF 2
Erstausstrahlung: 12. Dezember 2017, 21:05
Mit der neunteiligen Reihe „Unser Österreich“ dokumentiert „Universum History“ erstmals die Geschichte der Bundesländer. Anhand von neun Familien werden historische Wendepunkte, persönliche Schlüsselerlebnisse und die Auseinandersetzung mit Tradition und Veränderung thematisiert.
Die Gebirgsregion des Montafon mit seiner „grünen“ Grenze zur Schweiz steht im Mittelpunkt der siebenten Folge der „Universum History“-Zeitgeschichteserie „Unser Österreich“. Das Doku-Drama von Reinhold Bilgeri und Markus Barnay erzählt die Geschichte Vorarlbergs anhand der Erlebnisse der Montafoner Familie Juen, die von den dramatischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts unmittelbar betroffen war.
Der Film ist dem im November 2017 unter tragischen Umständen verstorbenen Gargellner Hotelier Bertram Rhomberg gewidmet, der maßgeblich zur Entstehung des Filmes beigetragen hat.