zeit.geschichte

Baumeister der Republik - Die Landeshauptleute: Wilfried Haslauer

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Eine ORF-III-Neuproduktion. Wilfried Haslauer, der ehemalige Landeshauptmann von Salzburg (1977 bis 1989), hat nach Einschätzung vieler Historiker eine ganze Ära geprägt: Er war glühender Salzburger Föderalist, der bereit war Salzburger Interessen, auch gegen Widerstände in der eigenen ÖVP durchzusetzen. Er war der einzige Politiker der Zweiten Republik, der es zu einer Ministeranklage "gebracht" hat, nachdem er eine Weisung des damaligen SPÖ Sozialministers Dallinger zur Nicht-Öffnung der Geschäfte am Marienfeiertag, dem 8.Dezember 1984, missachtet hatte. Er wurde dafür in einem spektakulären Verfahren vom Verfassungsgerichtshof 1985 verurteilt, aber nicht bestraft. Dies steigerte in Salzburg seine ohnehin vorhandene Popularität, weil ein großer Teil der Bevölkerung für die Öffnung der Geschäfte an diesem Tag eintrat.
Er galt als "Wirtschaftsmensch" und Technokrat, der sich gerne von Fachleuten beraten ließ, und sogenannte "Salzburger Kommissionen" einrichtete, aber dann dennoch meist selbst Entscheidungen traf.
Mit der SPÖ pflegte er ein sehr amikales Verhältnis, das in der Geschichtsschreibung als "Salzburger Klima" einging. Das führte zu einer Entfremdung gegenüber der Bevölkerung, was vor allem der oppositionellen Salzburger Bürgerbewegung großen Auftrieb gab.
Wilfried Haslauer war seit seinen Erlebnissen als Soldat im Zweiten Weltkrieg starker Raucher. 1992, drei Jahre nach seinem Amtsende, starb er mit nur 66 Jahren. Sein Begräbnis wurde, wie es ihm entsprach, als ein prachtvoller Trauerumzug zelebriert.

Regie

Alfred Schwarz