zeit.geschichte

Baumeister der Republik - Helmut Zilk

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Helmut Zilk - Journalist, Fernsehstar und wortgewandter Politiker. Am 9. Juni wäre er 95 Jahre alt geworden. Als Fernsehjournalist baute er federführend das Schulfernsehen mit auf, erlangte mit Sendungen wie "Stadtgesprächen" und "In eigener Sache" große Bekanntheit und wurde später unter Gerd Bacher ORF Fernsehdirektor. 1979 folgte er dem Ruf in die Politik. Er wird zuerst Wiener Kulturstadtrat, danach Unterrichtsminister und ab 1984 schließlich zehn Jahre lang SPÖ-Bürgermeister der Stadt Wien. Es ist jene Funktion, die ihm auf den Leib geschneidert war, in der er alle seine Fähigkeiten ausspielen konnte und ihn zu einem der legendärsten Stadtväter Wiens machte.
Er drückte der Stadt seinen Stempel auf - liberal, weltoffen, vermittelnd. Er stellte stets das Gemeinsame über das Trennende und stemmte sich gegen Ausländerfeindlichkeit. Dies machte ihn immer wieder zum Ziel rechtsextremer Diffamierungen. Am 5. Dezember 1993 wurde Helmut Zilk dann tatsächlich Opfer eines rechtsradikalen Anschlags. Eine Briefbombe zerfetzte ihm die linke Hand. Ein Attentat, von dem er sich letztlich nie ganz erholen sollte. Nichtsdestotrotz war Helmut Zilk eine der schillerndsten Politikerpersönlichkeiten der Zweiten Republik. Neben seiner Ehefrau, Musicalstar Dagmar Koller, war er auch fester Bestandteil der Wiener Society-Kultur.
Ein Jahr nach seinem Tod tauchten Akten auf, die darauf hindeuteten, dass er ab Mitte der 1960er Jahre als Informant des tschechoslowakischen Geheimdienstes tätig war. War Helmut Zilk zu dieser Zeit ein Spion? Die ORF-III-Neuproduktion blickt auf das facettenreiche Leben des ehemaligen Wiener Bürgermeisters zurück, der sowohl die österreichische Medienlandschaft als auch die Politik maßgeblich prägte.

Gestaltung

Manuel Obermeier

Wolfgang Winkler