zeit.geschichte

Wuchteln, Schmäh, Politsatire - Geschichte des österreichischen Kabaretts 1989 - 2000

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Kabarett ist nicht Geschichte, aber es hat Geschichte! Der Fall des Eisernen Vorhangs geht wie ein Beben durch Europa. Ein neues Zeitalter bricht an, auch im österreichischen Kabarett. Mit den weitläufigen Auswirkungen der Wende, dem Jugoslawien Krieg, dem österreichischen EU-Beitritt und dem Aufstieg Jörg Haiders ist nichts mehr so, wie es einmal war. Gesprächsstoff für Kabarettistinnen und Kabarettisten ist geboten. Um als guter Kabarettist/gute Kabarettistin zu gelten, muss man aber nicht mehr politisch und tagesaktuell sein. Natürlich bleiben manche abseits dieses Trends dem politischen Fach treu, beispielsweise Alfred Dorfer. Dorfer, Reinhard Nowak, Andrea Händler und andere begeben sich neben ihren Ensemble-Formationen nun auch auf Solopfade. Der zu bespielende Raum wird indes immer größer und dichter. Fast alle Größen der Szene spielen Theater-ähnliche Monodramen. Josef Hader baut seine Erfolge aus. Sein Programm privat hält sich über zehn Jahre lang. 1993 gilt als ein "Epocheneinschnitt" in der Geschichte des Kabaretts in Österreich: Der Film Indien kommt in die Kinos. Ein österreichisches Unikum ist geboren: der "Kabarettfilm". Der große Erfolg wird erst durch Hinterholz 8 in den späteren 1990er Jahren übertroffen.