Landleben

Almsommer in den Hohen Tauern

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Am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern liegt eine Perle: das Großarltal im Salzburger Pongau. Emsig und mit Herz sind die Bewohner des östlichsten Tauerntals unterwegs, um ihr eigentümliches Brauchtum, ihre paradiesische Region und vor allem auch ihre unumstößliche Gemeinschaft zu pflegen. Die neue Dokumentation von Christian Papke in der ORF III-Sendeschiene "Landleben" begleitet die Großarler dabei. Sie, und ihr gepflogenes Miteinander. Zu Berg und zu Tal.

Kernige Burschen auf kernigen Pferden, die lange Peitschen schwingen. Das macht ihn schon einmal staunen, den Städter, wenn er feiertags ins "Tal der Almen" kommt. So heißt es da nämlich. "Was uns die Alten überliefert haben, das müssen wir übernehmen", weiß der Strobl Hans, einer der Hüter des örtlichen und regionalen Vereinslebens, der heute seine Festtagstracht ausführt. Bereitwillig erklärt er uns, was es damit auf sich hat: "Die Klöcker sind bei jedem Festzug einmal die ersten, die was freimachen - das ist ja auch die Aufgabe von den Klöckern: Wenn ein großes Fest ist und die vorne hingehen, und wenn die dann mit den Peitschen ausschwingen, nachher ist der Platz da, dann können die anderen ungestört hintennach gehen." Auch Hannes Taxer von den Klöckern in Hüttschlag ist da. So spielerisch die Virtuosität des Peitschenschwingens ausschaut, aufs Ross geht's nicht sofort. Auch das Klöcken will von der Pike an erlernt werden, erzählt uns der Hannes. "Da geht man von Klein auf - die fangen auch auf dem Boden an - weil am Pferd ist Klöcken viel anstrengender als wie am Boden - und wenn sie 18 Jahre nachher sind, dann sind sie stark genug, dass sie nachher auf ein Pferd auch rauf dürfen - das ist ein guter Ansporn." Aber auch Pferd ist nicht gleich Pferd. Ein Fluchttier braucht beim "Schnalzen", wie sie hier das Peitschenknallen nennen, gute Nerven. Das liegt besonders den Norikern im Blut, weiß Hubert Seebacher. Von der Pferdeliebe seiner Frau angesteckt, züchtet der Baggerfahrer aus Hüttschlag die gutmütigen Kaltblutpferde, die für den Brauch des Klöckens besonders tauglich sind. "In jungen Jahren werden sie an die Geräuschkulisse gewöhnt, der Peitschenknall ist ja sehr, sehr laut - man gibt einfach die Pferde in die Nähe von den Peitschen und probiert dann eben diese Geräuschkulisse für die Ohren der Noriker empfindsam zu machen. Das geht relativ schnell bei der Norikerrasse. Die sind eben sehr ruhig - durch das werden sie auch Kaltblut genannt - und die machen dann nichts mehr da. Nach 5-6 Mal Probieren bleiben sie stehen und wissen, dass nichts passiert." Redselig ist der Hubert, während er seine Lieblinge für eine Kutschfahrt striegelt und schniegelt. Heute fahren Sepp und Albert mit. Zwei Musikanten, die unterwegs eine schöne Weise blasen.

Unterdessen hat Jungsennerin Monika Gruber von der Hüttschlager Hub-Grundalm ihre Ärmel aufgekrempelt. Heute ist Backtag. "Ich habe jetzt einen Germteig angesetzt, weil auf der Speisekarte, da haben wir allweil eine Mehlspeise oben. Also entweder Kuchen oder Germkrapfen. Das ist ganz verschieden, was halt ist - und heute mache ich da eben Germkrapfen. Ich habe den Teig schon vorbereitet. Und jetzt gehen wir da Kugeln herausstechen." Heute geht ihr ihre Schwester Elisabeth zur Hand und auch ihre ‚Chor-Schwester' und Freundin Daniela ist vorbeigekommen, um die almerische Köstlichkeit frisch ausgebacken zu verkosten. Das lasst man sich doch nicht entgehen. Aber nicht nur: Regelmäßig treffen sich die jungen Frauen, um gemeinsam Almlieder zu singen. Aber auch sonst pflegt Monika musikalisches Miteinander, als Klarinettenbläserin in der Trachtenmusikkapelle ihrer Heimatgemeinde.

Ihr Bruder Sebastian singt zwar nicht so viel, hilft aber ebenfalls auf der Alm mit und macht hier heroben, auf 1311 Metern Seehöhe, den typischen Saukäse. "Der Sauerkäse ist ein Magermilchkäse", erklärt er, eifrig im Käskessel herumrührend. "Jetzt muss er gedreht werden, damit auch alles schön warm wird." Der Käse ist eine der gschmackigen Spezial

Produzent

Christian Papke (Produzent)