22:45

VPS 22:20

 2020

Länge: 45min

zeit.geschichte

Erinnern für die Zukunft

Im Jahr 2020 jährten sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 75. Mal. Die Ereignisse von damals rücken zeitlich immer weiter weg und Jugendliche von heute sind bereits die vierte oder fünfte Generation nach dem Zweiten Weltkrieg, mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Erinnerungen. Zugleich werden auch die letzten noch lebenden Zeitzeugen bald verstummen. Das stellt auch die Erinnerungskultur vor neue Aufgaben. Walter Reichl und Wolfgang Beyer begeben sich in ihrem Film auf eine Spurensuche. Anhand einiger exemplarischer Projekte gehen sie der Frage nach: Wie gelingt Gedenken? Und umgekehrt: woran kann es scheitern?
Begleitet werden sie dabei von einer Schülerin und einem Schüler der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die ihre eigenen Fragen nach der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für ihr heutiges Leben stellen: Warum sollen wir uns heute überhaupt noch an den Nationalsozialismus erinnern? Was hat diese Vergangenheit mit dem Österreich der Gegenwart zu tun? Und welche Bedeutung hat das so oft beschworene "Nie wieder" für die Menschen im 21. Jahrhundert?
Der Film wird so auch zu einem Film über die Geschichte des Gedenkens und über die bis ins heute wirkende Auseinandersetzung über die Interpretation und Deutung von Geschichte. So wurde zum Beispiel erst 50 Jahre nach Kriegsende die "Opferthese" durch den Gedanken der Mitverantwortung abgelöst. Mit der Gründung des "Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus" sollte ab 1995 - also vor rund 25 Jahren - die "besondere Verantwortung Österreichs gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus zum Ausdruck" gebracht werden. Das Land begann endlich mit der gezielten Erforschung der Mitverantwortung und mit systematischer Erinnerungsarbeit. Eine Arbeit, die auch heute noch längst nicht abgeschlossen ist.

Regie

Walter Reichl

Buch

Wolfgang Beyer