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Länge: 45min

Wiederholung am
12.02.2019, 13:40

Expeditionen

Die großen Seebäder: Biarritz

Mondän und wild zugleich präsentiert sich die extravagante Schönheit von Biarritz. Vor der steilen Felsküste mit ihren schmucken Villen und Luxushotels tost der Atlantik, meterhoch türmen sich die Wellen, Gischt schäumt, die Luft ist erfüllt mit feinem Dunst. Schon Frankreichs Kaiser Napoleon III. verbrachte seine Flitterwochen in Biarritz. Seine junge Gemahlin Eugénie de Montijo liebte den Ort, lag er doch fast an der Grenze zu ihrer Heimat Spanien. Um sie glücklich zu machen, errichtete ihr der Kaiser eine Sommerresidenz, heute bekannt als das legendäre Hôtel du Palais. Das kleine Fischerdorf verwandelte sich in ein vornehmes Strandbad. Könige und Prinzessinnen wurden in Umkleidekabinen zu Wasser getragen. Fischer im Ruhestand hielten den prominenten Gästen Händchen, denn schwimmen konnte damals keiner. Heute dirigieren die Bademeister der Grande Plage Tausende von Badegästen in die Fluten. Erst wenn es kalt wird, haben die „Ours Blancs“ (zu Deutsch „Eisbären“) den Atlantik wieder für sich. Die Mitglieder des Schwimmclubs für Hartgesottene baden jeden Tag, auch im Winter, und zwar genau so viele Minuten wie das Wasser Grad anzeigt. Statt der steifen Noblesse von einst herrscht in Biarritz längst sportliche Lässigkeit. Die Perle am Atlantik ist zum Mekka für Surfer geworden. Jedes Jahr im Juni wird hier die Frauenweltmeisterschaft im Longboarden ausgetragen. Mit den Surferinnen reisen auch junge Musiker und Künstler an und verleihen der Côte Basque für ein paar Tage das Flair eines Hippie-Festivals. Sie errichten Skulpturen aus Treibholz und geben Open-Air-Konzerte. Das Lieblingsmotiv aller Fotografen ist der Sonnenuntergang hinter dem Rocher de la Vierge, dem Wahrzeichen von Biarritz. Es ist ein Naturspektakel, das alle fasziniert, Kaiser, Könige und Surfer, denn es ist wild und stolz – wie Biarritz.