Österreich-Bild aus dem Landesstudio Tirol

Vaia - Leben nach dem Jahrhundertsturm

Werbung Werbung schließen

Eine Sturmnacht hat das Landschaftsbild für Jahrzehnte verändert.
Vaia ist der Name des Tiefs, das im Herbst 2018 an der Alpensüdseite für Verwüstung gesorgt hat.
In Südtirol sind 6000 Hektar Wald betroffen, ungefähr die dreifache Fläche des Wörthersees, das entspricht rund 1,5 Millionen Kubikmeter Schadholz.
Menschen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen, aber dort, wo der Sturm seine vernichtende Kraft gezeigt hat, ist bei vielen die Angst hochgekommen.

Wenn der Wirt der Messnerjoch-Hütte am Fuße des Rosengarten aus dem Fenster sieht, erkennt er die Landschaft nicht wieder.
Im Jahr 2018 hat das Sturmtief Vaia die Bäume wie Streichhölzer umgeknickt oder entwurzelt. Straßen waren blockiert, Stromleitungen unterbrochen.
Besonders betroffen ist das Gebiet südlich von Bozen, vom Eggental bis hin zum Latemar.
Mittlerweile konnte das Schadholz zu großen Teilen abtransportiert werden, doch die ausgedehnten Windwurfflächen werden über Jahrzehnte das Landschaftsbild prägen.
Der Forstdienst muss sich großen Herausforderungen stellen: Sei es die Sicherung erosionsgefährdeter Hänge, bis hin zur Invasion des Borkenkäfers, der im zerstörten Wald einen reich gedeckten Tisch findet.
Im "Naturpark Trudner Horn" wird die Katastrophe auch als Chance gesehen: Die Natur soll sich wieder selbst verjüngen. Die Kahlflächen bieten neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Nicht alles wird aufgeforstet, und die Pflanzen, die gesetzt werden, sollen die Biodiversität fördern. Die Land- und Forstwirtschaft wird als Ressource für Nachhaltigkeit definiert.
Der türkisblaue Karersee am Fuße des Latemar war umgeben von Fichtenwald und ist ein absoluter Publikumsmagnet. Heute versuchen etwa die Wanderführer in der Region, den Schaden touristisch aufzufangen, damit die Schäden für Gäste nachvollziehbar werden. Infotafeln sollen zeigen, dass hier nicht der Mensch eingegriffen hat, sondern die Natur ihre Kraft gezeigt hat.

Das Österreich Bild aus dem Landesstudio Tirol, gestaltet von Martina Juda, zeigt, wie die Menschen gelernt haben, mit der verwüsteten Landschaft zu leben, und welche Kraft der Regeneration die Natur innehat.

Gestaltung

Martina Juda

Redaktion

Georg Laich