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DEU

Stereo

16:9

Länge: 1h 29min

UT

tv.ORF.at/universum

'US-Wahl 20' 2. und letzter Teil:

Universum History

Teil 2 des „Universum History“-Zweiteilers „Kontinent der Vielfalt – Amerika vor 1492“ am 30. Oktober um 22.35 Uhr in ORF 2

Eine spannende Zeitreise mit der Leiterin des ORF-Korrespondentenbüros in Washington, Hannelore Veit, Tausende Jahre zurück in der Geschichte Nord-, Mittel- und Südamerikas – zu den Ursprüngen Amerikas, zu den Azteken, Maya, Inka und Irokesen – erwartet das TV-Publikum auch im zweiten Teil des „Universum History“-Zweiteilers „Kontinent der Vielfalt – Amerika vor 1492“, der anlässlich der US-Präsidentschaftswahl zurück ins Amerika vor Kolumbus führt und die First Nations des Doppelkontinents porträtiert.

Der Film von Barbara Hager und Lisa Jackson (ORF-Bearbeitung: Andrea Lehner) widmet sich am Freitag, dem 30. Oktober 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 in Kinofilmlänge den zahlreichen technologischen und politischen Errungenschaften der indigenen Völker Amerikas und zeigt ihre vielfältigen Strategien, die vor Ankunft der Europäer ihr Überleben gewährleisteten. Eindrucksvolle Spielszenen und Interviews mit Wissenschafter/innen indigener Herkunft geben einen Einblick in faszinierende Details der Herkunft und Lebensweise der amerikanischen Bevölkerung vor Christoph Kolumbus.

ORF/ZDF/1491 Productions Inc.

Archäologische Funde in Nord- und Südamerika

Archäologische Funde bezeugen, dass die frühesten Bewohner Amerikas Seefahrer waren. Sie kamen vor mehr als 15.000 Jahren über die Landbrücke Beringia oder den offenen Ozean. Diese Urpopulationen schufen komplexe Gesellschaftssysteme mit eigenen Schriftsystemen und Sprachen. Sie brachten Medizin, Chirurgie oder Landwirtschaft zur Hochblüte, schon vor 7.000 Jahren führten sie komplizierte Schädeloperationen durch. Doch mit dem Eintreffen von Kolumbus und den europäischen Konquistadoren änderte sich das Leben der 90 Millionen Menschen vom Hohen Norden Alaskas bis zur Südspitze dramatisch. Für die Kolonialisten waren sie nicht mehr als „Wilde“ – ihre Kulturen waren dem Untergang geweiht. Hannelore Veit „Es war für mich eine faszinierende Reise in die Vergangenheit der USA und des gesamten Kontinents. Sie hat mich wieder und neu entdecken lassen, wie hochstehend die Kulturen in Nord- und Südamerika waren.“

Archäologische Funde in Nord- und Südamerika belegen Schädeloperationen vor 7.000 Jahren. Die Präzision dieser Eingriffe und ihre hohe Erfolgsrate zeugen von der chirurgischen Fertigkeit der damaligen Menschen. Gebrochene Arme und Beine wurden mit Hilfe von Nägeln aus Knochen oder Holz stabilisiert. Schon vor 2.000 Jahren wurden im westlichen Südamerika Metalle verarbeitet. In der Nähe des Titicacasees gefundene Goldperlen sind etwa 4.000 Jahre alt. Das in Amerika angewandte Verfahren der Metallurgie war damals das fortschrittlichste der Welt. Händler transportierten Kunst- und Alltagsgegenstände über Tausende Kilometer in die Handelszentren.

ORF/ZDF/1491 Productions Inc.

Im Bild: Totempfähle werden an bedeutsamen Stellen, wie dem Eingang in ein Langhaus oder entlang der Küste in Richtung eines Dorfes aufgestellt. Federschmuck und eingeritzte übernatürliche Wesen illustrieren die Geschichte der jeweiligen Familie.

Die Bevölkerung Mesoamerikas

In Südamerika erstreckte sich das Inka-Reich über mehrere heutige Staaten. 1.500 Jahre zuvor hatten sich die Azteken in Mittelamerika zu einer der größten Gesellschaften Amerikas entwickelt. Die Bevölkerung Mesoamerikas entwickelte ein komplexes Schriftsystem und verschiedene Kalender. Die Maya hielten Sonnen- und Mondfinsternisse und die Bewegungen der Venus in Büchern aus Baumrinde fest, sie konnten den Stand mancher Himmelskörper über Jahrhunderte im Voraus berechnen. In Nordamerika entstand ein Bündnis indigener Ethnien, das die Gründungsväter der Vereinigten Staaten in mancherlei Hinsicht inspirierte: Verfeindete Irokesenverbände schufen lange vor der Ankunft der Europäer eine der ältesten repräsentativen Demokratien der Welt – die Irokesen-Konföderation. Sie sollte zum Vorbild für die Konföderation der Vereinten Staaten von Amerika werden. Die Gleichstellung der irokesischen Frau inspirierte die europäische Frauenbewegung, die Irokesenfrisur wurde im 20. Jahrhundert zum Symbol der Punkbewegung.

Hannelore Veit über die „Universum History“-Reise in die amerikanische Vergangenheit: „Es war auch für mich eine faszinierende Reise in die Vergangenheit der USA und des gesamten Kontinents. Sie hat mich wieder und neu entdecken lassen, wie hochstehend die Kulturen in Nord- und Südamerika waren. Sie verdienen viel mehr Aufmerksamkeit als ihnen im heutigen Amerika zuteil wird. Diese Reise war für mich nicht nur spannend und lehrreich, sondern auch eine willkommene Abwechslung von der hektischen politischen Berichterstattung der Gegenwart.“

ORF/ZDF/1491 Productions Inc.

Im Bild: In der Cueva de las Manos, der Höhle der Hände, in Süd-Argentinien wurden neben anderen Malereien unzählige Handabdrücke von Menschen gefunden. Diese Höhlenmalerei wird auf 7000 bis 1000 vor Christus datiert.