21:06

VPS 21:05

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 48min

UT

Wiederholung am
30.10.2020, 01:40
30.10.2020, 11:59

tv.orf.at/schauplatz

Am Schauplatz

Der letzte Wunsch

Abschließen, Sterben, Tod - darüber reden wir nicht gern, das sind eher Tabuthemen. Obwohl es jeden von uns betrifft. In Österreich werden Frauen durchschnittlich 84 Jahre alt, Männer 79. Das letzte halbe Jahr im Leben, davon muss man ausgehen, ist man krank. Wie sehen die letzten Monate, Wochen, Tage aus? Ist es ein qualvolles Warten auf den Tod? Oder kann diese Zeit noch lebenswert sein? Darf man Wünsche haben? „Am Schauplatz“ hat sterbenskranke Menschen besucht und gefragt, was ihnen wichtig ist, was sie gern noch tun würden.

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Einmal noch Schweinsbraten essen, das hat sich Herr Franz Josef, 65, aus Oberösterreich gewünscht. Mit seinem Sohn und Blick auf den Traunsee.

Der private, ehrenamtliche Verein Rollende Engel hat den Ausflug für ihn organisiert und ihn zu einem Gasthaus am Gmundnerberg gebracht. „Ich könnte weinen“, freut sich Franz Josef, als der Wunsch bei strahlendem Wetter wahr wird.

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Den privaten Verein „Rollende Engel“ gibt es seit Anfang des Jahres. Er erfüllt schwerkranken Menschen den letzten Wunsch.

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Daniel, 36, hat einen größeren Wunsch – er möchte nach Amsterdam, noch einmal ans Meer. „Das Meer riechen, das Wasser spüren, das wäre schön“, sagt er.

Diesen Wunsch erfüllt ihm eine Stiftung aus Rotterdam, noch vor den Corona-Einschränkungen. Die Ehrenamtlichen holen Daniel mit ihrem umgebauten Ambulanzwagen aus seiner Wohnung in Wien Simmering ab. „Ich genieße jeden Moment“, flüstert Daniel müde, aber glücklich, als er endlich am Meer ist.

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Der kalte Wind, die salzige Luft, das Rauschen der Wellen – in der Nähe von Amsterdam genießt Daniel ein letztes Mal das Meer.

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Die meisten Wünsche am Lebensende sind klein, erfahren wir von Hospizmitarbeiterinnen und Sterbebegleitern.

Am wichtigsten sei den meisten Menschen, dass sie keine Schmerzen haben und warmherzig behandelt werden. Herbert aus Kottingbrunn, 57 und krebskrank, erlebt genau das im Hospiz am Rennweg. Dort durfte er den ganzen August auf der Terrasse schlafen und in den Sternenhimmel schauen. „Mehr brauche ich nicht“, lächelt Herbert, „das ist paradiesisch.“

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Herbert spürt jetzt, dass sein Leben dem Ende zugeht. „Mein Innerstes weiß das besser als jeder Arzt“, ist er überzeugt.

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Live-Stream und Video-on-Demand

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand, als auch Live-Stream in der ORF-TVthek angeboten.

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