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GBR

Stereo

16:9

Länge: 46min

UT

Wiederholung am
21.10.2020, 11:09

tv.ORF.at/universum

Universum

Zauber der Jahreszeiten - Neuengland

Der Wechsel der Jahreszeiten macht das Wunder Natur sichtbar, in manchen Regionen der Erde auf höchst spektakuläre Weise. In UNIVERSUM "Zauber der Jahreszeiten - Neuengland" geht es in den Nordosten der USA.

Die Farbenpracht des 'Indian Summer'

Dort breitet jeder Herbst einen üppigen Farbenteppich aus. Soweit das Auge reicht, erstrahlt der Wald in goldenen, orangenen bis scharlachroten Tönen – ein Phänomen, das sogar vom Weltraum aus zu sehen und in Nordamerika als 'Indian Summer' bekannt ist.

© ORF/BBC/Paul Williams

Herbst in den 'White Mountains' in New Hampshire.

Neuengland liegt auf denselben Breitengraden wie Mitteleuropa. Aber der Herbst ist farbenfroher, die Ahorn- und Eichenwälder glühen dann förmlich in Rot, Gelb, Gold und Orange. Das Geheimnis der Bäume ist: jede Menge Zucker. Im Ahornholz steckt so viel davon, dass Sirup gewonnen werden kann. Wenn Wasser die Zuckervorräte in die Zweige treibt, spießen bald erste Blattknospen. Manche 'Ästchen' gehen sogar auf Wanderschaft: Es sind genau genommen nämlich Raupen.

© ORF/BBC/Paul Williams

Die Raupe der Einhorn-Motte (Schizura unicornis) ist von einem welken Blatt kaum zu unterscheiden.

Derart getarnt haben sie den Winter überdauert. Jetzt, im Frühjahr, machen sie sich übers frische Grün her. Und noch jemand hat ausgeprägte Lust auf Zucker: der Specht namens Gelbbauch-Saftlecker.

© ORF/BBC/Paul Williams

Der Gelbbauch-Saftlecker überwintert in Mexiko. Nach der 2000 km weiten Reise stärkt sich der Specht am süßen Saft der Bäume.

Nahrung für kleine und große Tiere

Er hackt aus zweierlei Gründen Löcher ins Holz. Einerseits gelangt er so an den süßen Baumsaft, der andererseits auch Insekten anlockt, die der Specht verzehrt. In nur einer Saison kann der Specht bis zu eintausend Baumlöcher aushöhlen.

© ORF/BBC/Paul Williams

Eine Elchkuh und ihre Kälber erregen die Aufmerksamkeit eines Bullen im Baxter State Park im Bundesstaat Maine.

Wenn alles belaubt ist, sind Elche vor Ort. "Mooswa" – "Tier, das Bäume entrindet": So nannten nordamerikanische Ureinwohner die Elche. Sie fressen Zweige in Sekunden kahl, sofern sich die Bäume nicht zur Wehr setzen und bittere Gerbstoffe produzieren, die für die Tierwelt nicht bekömmlich sind.

Wald gibt es so weit das Auge reicht, in Neuengland sind es 80% der Fläche. In dieser Form ist der Wald allerdings erst vor einigen Jahrhunderten entstanden.

© ORF/BBC/Barbara Barbour

Eichen und Ahornbäume wechseln ihren Farben von Grün zu Gelb, Orange und leuchtendem Rot.

Abwanderung als Neubeginn

Anfang des 17. Jahrhunderts kamen die ersten britischen Siedler nach Neuengland. 200 Jahre später hatten sie die Bäume zu Siedlungen und die Wälder zu Farmland gemacht. Doch dann sorgte der sogenannte 'Goldrausch' für eine massive Siedlungsbewegung in Richtung Westen. Viele Städte im Osten verfielen. So konnten frische Wälder entstehen.
Kilometerlange Trockensteinmauern erinnern heute daran, dass hier einmal Ackerland war.

© ORF/BBC/Paul Williams

Heute benutzen Streifenhörnchen die Steine als 'Autobahn' um sich noch schneller durch den Wald fortzubewegen.

Die herbstliche Farbenpracht der Wälder Neuenglands ist sogar vom Weltraum aus zu erkennen.

Ein Film von Paul Williams
Deutsche Bearbeitung: Margarita Pribyl

© ORF/BBC/Michael Warwick

Die Sendung ist nach der Ausstrahlung noch 7 Tage lang
in der TVthek als Video-on-Demand zum Nachsehen abrufbar.