23:22

Dokumentation

VPS 23:05

FRA 2018

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 58min

UT

tv.orf.at/dokfilm

'US-Wahl 20' dokFilm

Fake America Great Again. Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden

(c) ORF

Mit 77.000 Stimmen in drei Staaten gewann Donald Trump 2016 die Wahl zum US-Präsidenten, obwohl er insgesamt fast drei Millionen Stimmen weniger hatte als seine Konkurrentin Hillary Clinton. Der Dokumentarfilm von Thomas Huchon beweist, dass das nicht Zufall oder Glück war, sondern das Ergebnis einer gezielten Datenanalyse. Im digitalen Zeitalter wird die Demokratie durch Internetmanipulation bedroht. "Fake America Great Again" ist der erste Dokumentarfilm, der die Verbindung zwischen dem ultrakonservativen Investor Robert Mercer, Breitbart News, der Datenfirma Cambridge Analytica und Facebook herstellt.

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Wie gewinnt man die Präsidentenwahl? Eine Frage, die ambitionierte US-Politiker seit Bestehen der amerikanischen Demokratie beschäftigt. Der amtierende Präsident Donald Trump scheint eine zeitgemäße Lösung für das alte Problem gefunden zu haben: mit Populismus. Doch in Wirklichkeit, so erzählt es dieser Dokumentarfilm, war Trump nur ein Teil eines viel größeren Planes. Ins Weiße Haus kam er demnach durch ganz andere Mechanismen. "Daten sind der Treibstoff unserer digitalen Gesellschaft", wird am Anfang des Filmes der Computerexperte und Whistleblower Christopher Wiley zitiert. Wie aber können Daten die US-Wahl beeinflussen?

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Christopher Wylie, Ex-Forschungsdirektor der IT-Firma Cambridge Analytica

Trump und Cambridge Analytica verbanden sich im Juni 2016. Bis Ende Juli hatte Trump über sechs Millionen Dollar an Cambridge Analytica gezahlt. Weitere fünf Millionen sollten folgen. Wofür wurde dieses Geld ausgegeben? Für eine Taktik, die auf der Gewissheit beruhte, dass Trump keine Chance hatte, die absolute Mehrheit aller Stimmen zu gewinnen. Das Ziel war, unentschlossene Wähler zu identifizieren, die für Trump stimmen könnten - und sie dann gezielt zu beeinflussen.
Dieser Plan ging auf. Cambridge Analytica setzte Methoden der "Datenmodellierung" ein.

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Donald Trump während einer Rede zum Wahlkampf 2016

Zentral dafür waren die Facebook-Daten von Millionen Nutzern. Cambridge Analytica filterte außerdem leicht zugängliche persönliche Daten, zum Beispiel zu Alter, Einkommen, Adresse, Religion oder Waffenbesitz, aus dem Internet und glich sie mit gekauften Daten von Banken, Kreditkartenunternehmen und den anderen Social-Media-Giganten Google und Twitter ab.

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Kellyanne Conway (Wahlkampfleiterin bei der US-Wahl 2016), Robert Mercer (Einer der wichtigsten Unterstützer von Donald Trump im Präsidentschaftswahl 2016), Steve Bannon (Herausgeber der Website Breitbart News Network, politischer Berater von Donald Trump und Chefstratege im Weißen Haus bis 2017), David Bossie (ehemaliger Berater von Donald Trump)

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Der Filmemacher Thomas Huchon zeigt, wie schnell Informationen - und Desinformation - im Internet viral werden. Er deckt ein Netzwerk von Akteuren auf, die mit dieser Strategie gemeinsame ideologische Ziele verfolgen.

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Robert Mercer und Steve Bannon

Im Mittelpunkt stehen dabei der undurchsichtige Hedge-Fonds-Milliardär und Informatiker Robert Mercer, der seine massive finanzielle Unterstützung für Trump geschickt verschleierte, und dessen getreuer Gehilfe Steve Bannon. Sie steuerten einen Wahlkampf, in dem es gelang, potenzielle Trump-Wähler mit auf ihre Persönlichkeit zugeschnittenen Botschaften zu bombardieren - und das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Ende der Demokratie mit digitalen Mitteln?

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Steve Bannon, politischer Berater von Donald Trump

Mit den Folgen werden die USA und mit ihr der Rest der Welt noch lange zu kämpfen haben. Wer auf das frühe Ende der Regentschaft von Donald Trump hofft, wird nach diesem Film eher schockiert sein. Selbst wenn Trump aus dem Weißen Haus einst verschwunden sein wird, so bleiben die Finanziers und Strukturen im Hintergrund bestehen.

Regie: Thomas Huchon