22:32

VPS 22:30

DEU

Stereo

16:9

Länge: 47min

UT

tv.ORF.at/universum

2. Teil:

Universum History

Die Germanen: Teil 2 des „Universum History“-Dreiteilers „Große Völker der Geschichte“

Die Folgen zwei und drei der dreiteiligen „Universum History“-Reihe „Große Völker der Geschichte“ beleuchten am Freitag, dem 24. Juli 2020, ab 22.30 Uhr in ORF 2, was das heutige Europa den Germanen und Arabern zu verdanken hat. Dokumentarische Aufnahmen, Spielszenen sowie Interviews mit renommierten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern verdeutlichen die Lebenswelt dieser Völker, die die Geschichte Europas maßgeblich mitgestaltet haben.

ORF/ZDF/Martin Christ

Im Bild: Ein Germane mit Suebenknoten.

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Als Germanen wurden zahlreiche Stämme und Sippen bezeichnet, die ab Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus in Mitteleuropa und Südskandinavien gelebt haben. Der Sammelname „Germanen“ geht auf den römischen Staatsmann Gaius Julius Caesar zurück. In seinem Werk „De bello Gallico“, einer Abhandlung über den Gallischen Krieg, verwendet er diese Bezeichnung für die Völker im Norden des Imperium Romanum. Auch der römische Geschichtsschreiber Tacitus befasst sich mit den Germanen und dem von ihnen bewohnten Gebiet. In seiner Schrift „Germania“ schreibt er, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Menschen freiwillig in einem solchen Land leben würden, denn es sei rau und unwirtlich, mit einem trostlosen, unerfreulichen Klima und arm an fruchtbaren Böden.

Fast alles, was über die Germanen bekannt ist, haben die Römer überliefert. Beide Gruppen verbindet eine jahrhundertelange, meist kriegerische Geschichte. Nach vielen Schlachten gipfelt der Machtkampf zwischen Römern und Germanen in der berühmten Varus-Schlacht, besser bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannschlacht. Unter ihrem Heerführer Arminius fügen die Germanen den Römern eine vernichtende Niederlage zu. In weiterer Folge können sich die Germanen gegen das Imperium Romanum durchsetzen und den Feind immer weiter zurückdrängen.

ORF/ZDF/Birgit Tanner

Im Bild: Germanisches Langhaus im thüringischen Niederorla. Die Größe des Hauses bestimmte über den sozialen Status der Menschen.

Die Sitten und Gebräuche der Germanen

Die Römer berichten wenig Gutes über ihre Nachbarn im Norden. Dennoch waren die Germanen keine ungebildeten Barbaren aus einem finsteren Land. So unterschiedlich die einzelnen Stämme auch waren, die Germanen stehen für eine reiche Kultur. Ihnen sind viele der auch heute noch praktizierten Sitten und Gebräuche zu verdanken, die aus ihren heidnischen Glaubensvorstellungen hervorgegangen sind. Und nicht zuletzt sind noch immer viele germanische Sprachelemente in deutschen Dialekten und im hochdeutschen Alltagsvokabular wiederzufinden. Heute sprechen rund 500 Millionen Menschen Sprachen, die germanische Wurzeln haben.

Legendär ist auch der Frankenkönig Chlodwig I., der mit der „Lex Salica“ eine bedeutende Gesetzessammlung hinterlässt, sich vom heidnischen Glauben abwendet und zum Christentum konvertiert. Mit Wort und Waffe beginnt er einen Kampf gegen andere germanische Stämme und für ein geeintes Reich. Dieser frühe und mit fragwürdigen Mitteln erkämpfte Europagedanke erreicht seinen Höhepunkt mit dem bekanntesten Franken: Karl der Große.

ORF/ZDF/Joachim C. Seck

Im Bild: Der britische Historiker Prof. Peter Heather aus dem Kings College London während des Interviews für die Folge "Die Germanen" im antiken römischen Theater von Orange in der französischen Provence.

Viele europäische Staaten sind aus germanischen Königreichen hervorgegangen. Infolge der Völkerwanderung gründen unterschiedliche Stämme ab dem 4. Jahrhundert nach Christus Reiche in Frankreich, England, Spanien, Deutschland, Italien, Skandinavien und sogar in Nordafrika. Wie die Griechen und Römer gehören auch die Germanen zu den Ahnen Europas.

(3. und letzter Teil im Anschluss)