22:40

Oper

VPS 21:20

AUT 2020

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 2h 17min

Fidelio

(c) ORF

Anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten zeigt der ORF Ludwig van Beethovens Fidelio aus dem Theater an der Wien, dem Uraufführungsort der Oper. Für die Neuinszenierung konnte niemand Geringerer, als der österreichische Schauspieler und Oscar-Preisträger Christoph Waltz gewonnen werden. Am Pult der Wiener Symphoniker der international gefragte Dirigent Manfred Honeck. Bereits seit Wochen waren die Vorstellungen ausverkauft, aber auf Grund der aktuellen Situation mussten per Erlass sämtliche Bühnen des Landes geschlossen werden. Trotz schwieriger Umstände konnte gemeinsam mit den Vereinigten Bühnen Wien und Christoph Waltz die Produktion für das Fernsehen realisiert werden. Wenn die Türen der Opern- und Konzerthäuser geschlossen bleiben, bringt der ORF die Kultur eben nach Hause.

Beethoventafel © h. prammer

Beethoven-Tafel

Zwischen Hoffnung und Furcht, als Mann verkleidet und unter dem Namen Fidelio, begibt sich Leonore in ein Staatsgefängnis in der Nähe von Sevilla, auf die Suche nach ihrem verschwundenen Gatten Florestan. Als Gehilfe erschleicht sie sich das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco und seiner Tochter Marzelline und verschafft sich so Zutritt zum Kerker, wo ihr Mann vom korrupten Gouverneur Don Pizarro willkürlich festgehalten wird.

Arnold Schoenberg Chor, Eric Cutler (Florestan), Nicole Chevalier (Leonore (Fidelio)), Károly Szemerédy (Don Fernando), Christof Fischesser (Rocco), Gábor Bretz (Don Pizarro) © Monika Rittershaus

Arnold Schoenberg Chor, Eric Cutler (Florestan), Nicole Chevalier (Leonore (Fidelio)), Károly Szemerédy (Don Fernando), Christof Fischesser (Rocco), Gábor Bretz (Don Pizarro)

Dramatisch spitzt sich die Szenerie zu, als Pizarro seinen politischen Widersacher ermorden will und den Dolch zückt. Todesmutig wirft sich Leonore dazwischen, enthüllt ihre wahre Identität und befreit mithilfe des inspizierenden Ministers ihren zu Unrecht inhaftierten Gatten. Mit Jubelchor und kräftigen Orchesterschlägen endet die Oper, glücklich vereint sind die beiden Liebenden Leonore und Florestan.

Nicole Chevalier - Leonore © Monika Rittershaus

Nicole Chevalier als Leonore

1803 begann Beethovens Dienstverhältnis am Theater an der Wien, das auch von ihm verlangte, Opern zu schreiben. Beethovens Verhältnis zur Gattung Oper blieb aber bis zuletzt ein sehr Ambivalentes und Schwieriges. Auch wenn er immer wieder neue Ideen zu Opernkompositionen hatte, blieb Fidelio seine einzige Oper. Eine Woche nachdem die napoleonischen Truppen in Wien einmarschierten und das kulturelle Leben der Stadt zum Stillstand kam, wurde Beethovens Rettungsoper im Geiste der französischen Revolution am 20. November 1805 zunächst unter dem Titel Leonore mit nur mäßigem Erfolg am Theater an der Wien uraufgeführt.

Eric Cutler (Florestan) © Monika Rittershaus

Eric Cutler als Florestan

UA-Zettel 1805

Enttäuscht vom ausbleibenden Erfolg überarbeitete Beethoven seine Oper, sodass nur wenige Monate später, am 29. März 1806 die Premiere der Umarbeitung stattfand. Aber erneut blieb der erhoffte Erfolg aus. Weitere acht Jahre mussten vergehen, ehe Fidelio, in seiner dritten und letzten Fassung erfolgreich auf die Bühne kam und in den Werkekanon der Opernliteratur aufgenommen wurde.

In einem jahrzehntelangen Schaffens- und Umarbeitungsprozess entstand Beethovens flammendes musikalisches Plädoyer für Freiheit und Humanität. Als Spiegel der Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden Elemente des Singspiels mit denen der dramatischen Oper vereint.

Manfred Honeck und die Wiener Symphoniker im Theater an der Wien © Monika Rittershaus

Christoph Waltz (c) Karl Schöndorfer

Die großen Arien Leonores und Florestans, der gewaltige Gefangenenchor und das glorreiche Freudenfinale als Befreiungsmusik ließen die einzige Oper Beethovens zu einem zentralen Opernwerk der musikalischen Klassik avancieren. Im Jubiläumsjahr zeigt das Theater an der Wien Beethovens humanistisches Meisterwerk in seiner 2. Fassung aus dem Jahre 1806.