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VPS 22:35

DEU

Stereo

16:9

Länge: 1h 36min

UT

tv.ORF.at/universum

Universum History

Ägypten – Weltreich am Nil

Um 3.000 vor Christus vereinen sich Ober- und Unterägypten zu einem mächtigen Königreich. Es ist eine Sternstunde der Weltgeschichte. Denn eine der faszinierendsten Kulturen der Menschheit nimmt hiermit ihren Anfang. Drei Jahrtausende lang wird das Reich am Nil bestehen bleiben, regiert von 30 Dynastien.

ORF/ZDF/Tobias Akly Manuel

Im Bild: Amenophis III. (Statue im Luxor-Museum) hat seinen Sohn Echnaton stark geprägt und dessen "Sonnenrevolution" vorbereitet.

Die erste Weltmacht in der Menschheitsgeschichte

Eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit, gigantische Pyramiden, farbenprächtige Gräber und pompöse Tempelanlagen: Die Geschichte Ägyptens ist von unvergleichlichen Errungenschaften gekennzeichnet. 3.000 Jahre lang herrschten die Pharaonen über das Land am Nil, vergrößerten das Reich durch beispiellose Eroberungsfeldzüge und diplomatische Schachzüge. Die jahrtausendealte Kultur prägte das Leben der Ägypter ebenso wie der Totenkult und die Überzeugung, ein privilegiertes Volk zu sein – schließlich hatten ihnen die Götter das schönste Land der Welt geschenkt.

Doch was war das Geheimnis dieses außergewöhnlichen Erfolgs? Wie konnte sich ausgerechnet in einer der trockensten und lebensfeindlichsten Regionen der Erde eine Zivilisation entwickeln, die länger bestand als alle vor und nach ihr? In beeindruckenden Bildern und aufwendig gedrehten Spielszenen zeichnet „Universum History“ in der 90-minütigen Dokumentation „Ägypten – Weltreich am Nil“ am Freitag, dem 15. November, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Ursprünge der einstigen Weltmacht nach und zeigt, mit welchen Methoden die moderne Archäologie imstande ist, eine jahrtausendlange Entwicklungsgeschichte nachzuvollziehen.

ORF/ZDF/Luxx Studios

Im Bild: Theben - Hauptstadt und wichtigster Kultort Ägyptens (Computer-Animation).

König Narmer prägte die Frühgeschichte

Als Gründungsdokument gilt eine Steintafel aus dem dritten Jahrtausend vor Christus – die sogenannte Narmer-Palette illustriert die brutale Unterwerfung von Feinden durch einen König namens Narmer. Er soll Ober- und Unterägypten in einer großen Schlacht geeint haben. Aber stimmt das wirklich? Beweist diese Tafel die Entwicklung der ägyptischen Kultur aufgrund eines entscheidenden glücklichen Moments der pharaonischen Geschichte oder ist die „Dynastie Null“, wie Archäologen den Beginn des glanzvollen Zeitalters der Pharaonen nennen, nicht doch Folge einer langen Reihe taktisch geschickter Entscheidungen schlauer und zielbewusster Regenten?

Immer wieder in der Jahrtausende währenden Herrschaft der Pharaonen kam es zu unmittelbaren Konfrontationen der Ägypter mit „Fremdländern“. Die Hyksos, die Herrscher der Fremdländer, übernahmen im Nildelta sogar die Herrschaft. Ein Trauma für die stolzen Ägypter – zwar wurden die Hyksos vertrieben, doch das Land am Nil kam nicht mehr zur Ruhe. Thutmosis, der in dieser für das Weiterbestehen des Imperiums so bedrohlichen Situation den Thron bestieg, gilt heute als der größte Feldherr der ägyptischen Geschichte. In mehr als zwanzig Jahren erfolgreicher Feldzüge nach Vorderasien gelang es ihm nicht nur, Ägypten zu verteidigen, sondern Frieden mit den feindlichen Fürsten zu schließen.

ORF/ZDF/Guy Mertin

Im Bild: Thutmosis III. (Karim Saidi) auf seinem Feldzug nach Megiddo.

Die Kulturrevolution unter Echnaton

Etwa 500 Jahre nach ihm forderte Echnaton sogar die Götter zum Kampf. Er entmachtete die Priesterschaft, ließ die Tempel schließen und entriss damit einem Großteil der Bevölkerung seine Lebensgrundlage. Die größte Kulturrevolution in der ägyptischen Geschichte führte letztlich zu einem katastrophalen Niedergang des Imperiums. Doch die Götter blieben Ägypten wohlgesinnt – Echnaton, der „Ketzerkönig“, starb jung, seine gescheiterte Revolution brachte eine neue Art des Glaubens hervor. Weil sie von ihrem obersten Priester, dem Pharao, enttäuscht waren, wandten sich die Menschen nun direkt an die Götter. Die hatten ihnen das Paradies auf Erden geschenkt und das galt es nun, bis in alle Ewigkeit auszudehnen.

Mit reich geschmückten Visionen ihrer Jenseitswelt und magischen Ritualen entwickelte sich der Totenkult zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Mit monumentalen Pyramiden, riesigen Tempeln und opulenten Grabanlagen huldigten sie ihrem Glauben und bereiteten ihr Leben für die Ewigkeit vor. Bis heute gilt das Tal der Könige nicht nur als Friedhof der Pharaonen, sondern als ein magischer Ort, an dem die göttliche Weltordnung erhalten wird.

ORF/ZDF/Guy Mertin

Im Bild: Die Ruinen des Tempels von Karnak - einst wichtigstes Heiligtum des Pharaonenreichs.

Vorbereitungen im Diesseits auf das Jenseits

Die Sehnsucht der Ägypter nach einem ewigen Leben hat all das hervorgebracht, was uns bis heute an sie erinnert: Pyramiden, Totenbücher, Mumien, Tempel und Gräber zeugen von ihrem bemerkenswerten Alltag und von ihren gewaltigen Anstrengungen, ein sorgloses Leben im Jenseits antreten zu können.

Susanne Utzt, Christian Feyerabend, Tilman Remme, Stephan Koester, Daniel Gerlach und David Lee dokumentieren in einer spannenden Zeitreise durch die ägyptische Geschichte die markantesten Ereignisse des Reiches und lassen in ihrer Dokumentation die neuesten Ergebnisse der modernen Archäologie in imposanten Spielszenen wieder lebendig werden.

ORF/ZDF/Guy Mertin

Im Bild: Ramses II. (Said Bey) und seine Gemahlin Nefertari (Karima Gouit) beten am Heiligtum des Totengottes Osiris.