23:07

Dokumentation

VPS 23:05

FRA 2018

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 52min

UT

tv.orf.at/dokfilm

dokFilm

Peter Falk versus Columbo

(c) ORF

Ein alter Trenchcoat, ein grauer Peugeot 403, eine halb zerkaute Zigarre, ein deprimierter Hund und eine Frau, die durch ihre Abwesenheit omnipräsent ist: "Oh, und ich vergaß, nur noch eine Frage..." Unverkennbar Columbo – der über Jahrzehnte beliebteste TV-Kommissar, Anti-Held und Publikumsliebling – gespielt von Peter Falk. Doch der Columbo-Darsteller hatte weit mehr im Repertoire als nur den sympathisch-zerzausten Cop aus L.A. Er arbeitete mit den größten Regisseuren seiner Zeit wie John Cassavetes, Sidney Pollack und Wim Wenders.

(c) ORF/Universal

Peter Falk und Oskar Werner in 'Columbo - Playback' (USA 1975), Regie: Bernard Kowalski

Wer war Peter Falk? Basierend auf zahlreichen Interviews, umfangreichen Archivmaterial und vielen Filmausschnitten zeichnen Gaëlle Royer und Pascal Cuissot das Bild eines vielschichtigen Menschendarstellers.

(c) ORF/arte France

Täuschen und Tarnen waren Handwerk wie Erfolgsrezept des Peter Falk: Verschanzt hinter der schiefen Kopfhaltung, dem in sich gekehrten Silberblick und dem kunstvoll zerknitterten Trenchcoat verbarg er seinen messerscharfen Verstand, gaukelte den zu überführenden Verbrechern den leicht trotteligen Kriminalisten vor und lockte sie so in die Falle. Peter Falk konnte man beim Denken zuschauen, das zeichnete sein präzises Spiel aus.

(c) ORF/arte France

Peter Falk mit Martin Landau in "Columbo - Doppelter Schlag" (Columbo - Double Shock), USA 1973

Zu Beginn seiner Karriere war sein Rollenfach noch auf der anderen Seite des Gesetzes angesiedelt. Ausgestattet mit dem Slang der New Yorker Bronx, in der er aufwuchs, spielte er Killer und Mafiosi – schon damals mit seinem Markenzeichen, dem Trenchcoat. Zweimal in kurzer Folge – 1961 und 1962 - wurde er für den Oscar nominiert, was ihn zu der launigen Bemerkung hinreißen ließ: "Mein Mantel und ich sind wieder einmal nominiert."

(c) ORF/arte France

Peter Falk mit Richard Kiley in "Columbo - Meine Tote, deine Tote" (Columbo - A Friend Indeed), USA 1974

Sehr früh begann Falk, Sohn jüdischer Einwanderer aus Europa, mit dem Rollenstudium. Sein Vater besaß eine Textilreinigungsfirma und belieferte das berüchtigte Gefängnis Sing Sing mit Kleidung für die Insassen. So kam es, dass Falk im Alter von 17 Jahren in einer Baseballmannschaft gegen die Häftlinge spielte und New Yorks mächtige Unterweltbosse aus unmittelbarer Nähe erleben konnte. Dass er später den Beruf des Schauspielers ergriff, ist seinem Selbstvertrauen zu verdanken. Im Alter von drei Jahren musste er nach einer Tumoroperation ein Glasauge tragen – und setzte später seinen Silberblick gewitzt in seinen Rollen ein.

(c) ORF/arte France

Einem nicht geringen Teil des Publikums ist Peter Falk ausschließlich als Lt. Columbo bekannt. Doch ebenso gehörte er zu den Lieblingsschauspielern des unkonventionellen Independent-Regisseurs John Cassavetes, der ihm 1970 in "Ehemänner" und 1975 in "Eine Frau unter Einfluss" an der Seite von Gena Rowlands zu seinen vielleicht beeindruckendsten Rollen verhalf.

(c) ORF/Universal

Peter Falk mit Gina Rowlands in "Columbo - Playback" (USA 1975)

Aus einem spontanen Einfall spät in der Nacht ergab sich Peter Falks Engagement bei Wim Wenders. Der deutsche Regisseur steckte mitten in den Dreharbeiten zu "Der Himmel über Berlin", als ihm bewusst wurde, dass ihm eine Rolle für seinen Film fehlte und diese einzig und allein von Falk gespielt werden könnte. Wenders gelang es, die Telefonnummer von Falk zu ergattern, wenige Minuten hatte er ihn am Apparat - und eine Zusage. So leicht lässt sich manchmal ein Geniestreich einfädeln.

(c) ORF/arte France

Eine Dokumentation von Gaëlle Royer und Pascal Cuissot.

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