23:29

Dokumentation

VPS 23:30

AUT 1985

Mono

16:9

Länge: 1h 

UT

Wiederholung am
21.08.2019, 03:36

Alltagsgeschichte

Spiel nicht mit den Gassenkindern - Kindheit in der Kaiserstadt

(c) ORF

"Best-of"-Wiedersehen: Ihre erste Alltagsgeschichte hat Elizabeth T. Spira den Lebensbedingungen der Kinder um die Jahrhundertwende gewidmet. Ältere Menschen, aus den unterschiedlichsten Milieus in Wien, berichten über Ihre Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte während ihrer Kindheit.

(c) ORF

Es sind dies Geschichten aus dem Alltag in den Zinskasernen von Favoriten und Ottakring. Erzählt werden sie von den Kindern, deren Eltern oft arbeitslos waren oder sich in Fabriken abrackerten. Ihre frühen Lebensjahre waren meist geprägt von Hunger und einem eher dürftigen Dasein.

(c) ORF

Spira lässt aber keine Zweifel daran, dass es damals auch viele Haushalte gab, in der man keine Not kannte. So manche Tochter aus gutem Hause hatte ein unbeschwertes Leben und beherbergte in ihrem Zimmer gar 37 Puppen. Kinder aus solchen Familien wurden von Bediensteten ins Ballett gebracht, mit viel Bildung ausgestattet und fuhren mit ihren Eltern regelmäßig auf Sommerfrische. Gleichzeitig war ihr Leben geprägt von Isolation, weil ihnen etwa das Spielen auf der Straße verboten war.

(c) ORF

Was Arm und Reich damals gemeinsam hatten, war, dass man den Erwachsenen mehr Respekt entgegen brachte. Viele Eltern wurden noch mit dem "Sie"-Wort angesprochen. Das Schlagen und Demütigen der Kinder war in vielen Familien an der Tagesordnung.

(c) ORF

Es ging aber auch damals in Wien bereits oft um Fremdenfeindlichkeit. Wenn etwa die Kinder der deutschsprachigen Schulen die Schüler aus Böhmen beschimpften oder Zugewanderte mit Steinen beworfen wurden.

(c) ORF

Zwischen die zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen hat Spira großzügig historisches Filmmaterial aus der Kaiserzeit, von Aufmärschen des Militärs, Paraden mit dem Kaiser und unzählige Fotos aus Familienalben eingearbeitet.