23:04

Dokumentation

VPS 23:05

FRA 2017

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 52min

UT

tv.orf.at/dokfilm

'30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs' dokFilm

Die Rückkehr der Grenzen

(c) ORF

3000 Kilometer fraß sie sich durch den Kontinent: Die Grenze, die Europa in zwei Hälften teilte. Bis die Zäune und Mauern 2007 endgültig fielen und Menschen, die fast ihr ganzes Leben lang getrennt waren, als freie Europäer zusammenleben und ungehindert durch ganz Europa reisen konnten. Zwei französische Regisseure hielten diese einmaligen Momente mit ihren Kameras fest.

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Simon Brunel und Nicolas Pannetier bereisten damals die Grenzstädte, filmten über 200 ehemalige Grenzposten und die Menschen, die in den Grenzregionen wohnten. Sie trugen tausende Fotos und hunderte Stunden Videomaterial zusammen.

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Für die Dokumentation "Die Rückkehr der Grenzen" reisen die beiden Filmemacher Jahre später wieder in die ehemaligen Grenzgebiete und treffen diese Menschen, zu denen sie jahrelang Kontakt gehalten haben. Sie wollen wissen, wie ihr Leben in Freiheit aussieht oder auch wie sie heute mit den Flüchtlingsströmen umgehen.

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Die Gegenwart erscheint zunächst ernüchternd. Ehemalige innereuropäischen Grenzposten sind nach und nach verschwunden, wurden zu Sexshops oder Casinos umgebaut wie der Grenzübergang zwischen Laa an der Thaya und Hevlín. An manchen Grenzstationen kann man jetzt tanken.

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Brunel und Pannetier erzählen anhand von sechs bewegenden und einzigartigen Geschichten vom Leben in den ehemaligen Grenzregionen. Zum Beispiel jener eines italienisch-slowenischen Pärchens. Sie haben den Grenzposten gekauft, der sie damals trennte. Jetzt richten sie sich hier ihr gemeinsames Haus ein.

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Aber es gibt auch die leisen, kritischen Töne. An der deutsch-tschechischen Grenze arbeitete Polizeichef Olaf Töteberg. Euphorisch durchtrennte der Sachse damals den Grenzzaun. Wieder vor Ort wirft er rückblickend einen etwas pessimistischen Blick auf Europa und seine Grenzen: "Die Grenzen hier haben über hundert Jahre gebraucht, um zu entstehen. Die verschwinden nicht einfach so."

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Der Film "Die Rückkehr der Grenzen" beleuchtet die Geschichte des Schengener Abkommens und die Öffnung der Grenzen in Europa. Besonders im Osten hatte diese für Optimismus gesorgt: Der Weg zu einem geeinten Europa schien endlich frei. Doch spätestens mit der Ankunft von Flüchtlingen aus den Konfliktregionen im Nahen Osten änderte sich die Situation entscheidend: Es wurde deutlich, wie zerbrechlich das errungene Gleichgewicht tatsächlich war.

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Heute ist Ungarn von Stacheldraht umgeben und im ganzen Schengen-Raum wachsen wieder Zäune. Es zeigt sich plötzlich, wie rasch die Situation in historisch belasteten Regionen umschlagen kann.

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Regie
Simon Brunel, Nicolas Pannetier

DOKUMENTARFILM IN ÖSTERREICH

dok.at, die Interessensgemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilm, ist der einzige professionelle Filmverband in Österreich, der sich gezielt für den Dokumentarfilm einsetzt.
Die Gruppe umfasst sowohl Regisseure und Regisseurinnen als auch Produktionsfirmen und versteht sich als film- und medienspezifische Lobby der Dokumentarfilmschaffenden in Österreich.

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