21:05

VPS 21:05

AUT

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 50min

UT

Wiederholung am
22.02.2019, 01:37
22.02.2019, 12:05

tv.ORF.at/universum

'100 Jahre Frauenwahlrecht'

Universum History

Die Unbeugsamen – Drei Frauen und ihr Weg zum Wahlrecht

Österreich/Deutschland um die Jahrhundertwende: Drei Frauen riskieren alles, um für Selbstbestimmung, fairen Lohn und das Wahlrecht zu kämpfen. Adelheid Popp, Ikone der österreichischen Arbeiterbewegung, Clara Zetkin, deutsche Revolutionärin, und Hildegard Burjan, Pionierin des bürgerlichen Lagers, setzen ihre Freiheit und ihre Zukunft im Kampf um eine gerechtere Welt aufs Spiel. Sie werden ausgelacht, verstoßen, verhaftet. Doch sie lassen sich von nichts und niemandem aufhalten: 1918 haben sie in Österreich und Deutschland das Wahlrecht für alle Frauen erkämpft, am 16. Februar 1919 können Frauen in Österreich erstmals wählen.

100 Jahre Frauenwahlrecht

100 Jahre später zeigt die neue „Universum History“-Dokumentation „Die Unbeugsamen – Drei Frauen und ihr Weg zum Wahlrecht“ von Beate Thalberg im Rahmen eines umfangreichen ORF-Frauenschwerpunkts am Donnerstag, dem 21. Februar, um 21.05 Uhr in ORF 2 den Kampf dieser drei mutigen Frauen – einen steinigen Weg zwischen Wut und Verzweiflung, Abenteuerlust und Kalkül.

ORF/NGF Geyrhalterfilm/Bundesarchiv Deutschland

Adelheid Popp

Drei Frauen und drei unterschiedliche, aber doch miteinander verwobene Geschichten im Kampf um das Wahlrecht für alle: Adelheid Popp, Einwandererkind böhmischer Eltern, wächst in den Armenvierteln Wiens auf. Lernbegierig und kämpferisch fordert sie schon als junge Fabriksarbeiterin bessere Arbeitsbedingungen und Zugang zu Bildung für Frauen. Mit 23 Jahren ist sie Chefredakteurin der Arbeiterinnenzeitung und wird zu einer der wichtigsten Stimmen der österreichischen Sozialdemokratie.

ORF/NGF Geyrhalterfilm/Matthias Grunsky

Clara Zetkin

Clara Zetkin, eine der radikalsten Vorkämpferinnen im deutschen Sprachraum, leistet nicht nur gegen die heute nicht mehr vorstellbare gesetzliche Ungleichbehandlung von Frauen und Männern Widerstand, sondern auch gegen das enge gesellschaftliche Korsett, das Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts aufgezwungen wird. Unermüdlich fordert sie die vollkommene rechtliche Gleichstellung und eine damit verbundene wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen.

ORF/NGF Geyrhalterfilm/Matthias Grunsky

Hildegard Burjan

Hildegard Burjan, Tochter eines bürgerlichen jüdischen Elternhauses, studiert als eine der ersten Frauen an der Universität Zürich, wo sie die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts erstmals am eigenen Leib spürt. Nach einer schweren Erkrankung beginnt sie, ihren Blick auf jene Frauen zu richten, die in absoluter Armut leben. Sie zwingt Kirche und Kaiser dazu, ebenfalls hinzusehen. Während des Ersten Weltkriegs hilft sie zahllosen Frauen mit Sozialprojekten aus dem Elend. Sie geht als Gründerin der Caritas Socialis in die Geschichte ein.

ORF/Roman Zach-Kiesling

Ein langer Weg

Unermüdlich kämpfen diese drei Frauen, jede auf ihre Weise, um eine gerechtere Welt – für sich selbst und für alle Frauen. Der von der preisgekrönten Regisseurin Beate Thalberg („Die Königin von Wien – Anna Sacher und ihr Hotel“) einfühlsam inszenierte Film erzählt die Geschichte des jahrzehntelangen Kampfs um das Wahlrecht aus den Nöten und Sehnsüchten der drei Frauen heraus. Hoffnung und Erfolg sind in diesem Kampf immer eng verbunden mit Scheitern und tiefer Verzweiflung. Die Gegner dieser Frauen sind die Lebensbedingungen in einer patriarchalen Gesellschaft: die Enge ihres Daseins, die Drohungen durch männliche Oberhäupter und die Willkür der Justiz verlangen ihnen das Letzte ab. Das Erkämpfen ihrer Rechte ist im Endeffekt ein Kampf um Menschenrechte – für alle Frauen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, politische Partizipation, das Recht auf freie Partnerwahl und Scheidung, auf Schwangerschaftsabbruch – Adelheid Popp, Clara Zetkin und Hildegard Burjan sind die Pionierinnen im Kampf für viele Errungenschaften, die uns heute selbstverständlich erscheinen.

ORF/Roman Zach-Kiesling

Die Wegbereiterinnen

Hochkarätig besetztes Dokudrama

Das hochkarätig besetzte Dokudrama (Katharina Haudum als Adelheid Popp, Anna Brüggemann als Clara Zetkin und Marie-Luise Stockinger als Hildegard Burjan ) zeichnet in hochwertigen Spielszenen die wichtigsten Stationen der drei Protagonistinnen im Kampf um Frauenrechte sensibel und eindrucksvoll nach – genau 100 Jahre nach der ersten Wahl, an der die österreichischen Frauen teilnahmen. Sorgfältig ausgesuchtes Archivmaterial aus rund 30 internationalen Archiven (Europa und Nordamerika) sowie mehr als 1.000 Privatfotos aus der Zeit zwischen 1880 und 1919 standen für den Film zur Auswahl. Die Fotos wurden unter anderem vom Archiv für private Frauennachlässe an der Wiener Universität zur Verfügung gestellt. Das historische Bildmaterial wird innovativ in Szene gesetzt – in Kombination mit neugedrehten Spielszenen.

Der Film entstand als Koproduktion von Geyrhalter Film, ORF und ZDF, gefördert von Fernsehfonds Austria und Land Niederösterreich/Kultur.