2:28

Dokumentation

VPS 2:15

AUT 2016

Stereo

16:9

Länge: 46min

UT

Wiederholung vom
14.01.2019, 23:22

tv.orf.at/kulturmontag

kulturMontag

Herbert Brandl - Kunst und Obsession

(c) ORF

Die Berge, die er malt sind mächtig, zerklüftet, wild. Die Formate riesig. Er arbeitet schnell oder gar nicht. Ein zwei mal vier Meter Bild entsteht schon einmal in einer Stunde obsessiver Arbeit. Trotz explosiver Ausdruckskraft sitzt jeder Pinselstrich.

(c) Walter Reichl

Herbert Brandl hat alles erreicht, was man als zeitgenössischer Künstler erreichen kann. Seine Gemälde hängen in hochkarätigen Sammlungen, er wird von den besten Galerien vertreten, unterrichtet auf einer der angesehensten Kunstakademien, nimmt an Biennalen und Documentas teil und kann schon lange von seiner Kunst leben, gut sogar.

(c) Walter Reichl

Über einen Zeitraum von sechs Jahren gewährt dieser Film von Ines Mitterer Einblick in die Welt des Künstlers, sein Arbeiten, Zweifeln, Suchen, in der Kunst wie im Leben, was für Herbert Brandl eigentlich das Gleiche ist.
Brandl ist ein Suchender, ein Sammelnder, ein Unruhiger. Das ist gut für die Kunst. Außergewöhnlich, dass sich ein Künstler bei seiner doch recht intimen Auseinandersetzung mit der Leinwand in die Karten schauen lässt.

(c) Walter Reichl

Herbert Brandls Reich, ein Hinterhofhaus mitten in Wien, ist ein Privatmuseum. Die Vitrinen - aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums - voller Kostbarkeiten. Auf dem Boden gestapelt, Berge von seltenen Teppichen. Brandl sammelt obsessiv, einmal sind es asiatische Kalligraphien, dann Mineralien, Teppiche, Bilder und Skulpturen anderer oder Schwerter und Messer - besondere Stücke aus Japan, deren Geschichte er ausgräbt und bewahrt wie einen Schatz. Aber nicht nur für die Schönheit dieser oft für Samurais handgefertigten Klingen kann Herbert Brandl stundenlang schwärmen, sondern auch für ihre tödliche oder rettende Schärfe.

(c) Walter Reichel

Er malt abstrakt oder abstrahiert Gesehenes - am liebsten unberührte Landschaften, Berge. Motive, die nach wie vor in romantischem Kitschverdacht stehen. Brandl macht sie zeitgenössisch.

(c) Walter Reichel

Diese Passion für die Wildnis, das schwer Erreichbare jenseits der Touristenströme, verbindet ihn mit dem Schriftsteller Christoph Ransmayr, der erzählt, dass ihm mit Brandls Bildern im Kopf, die Wirklichkeit auf seinen Reisen noch wirklicher, vielschichtiger erscheint. Oder mit Reinhold Messner, dem Extrembergsteiger und Brandl-Sammler, der schildert wie ein Gemälde von Brandl seine Erlebnisse tiefgründiger zu vermitteln weiß, als das beste Foto.

(c) Walter Reichl

Regisseurin Ines Mitterer proträtiert Herbert Brandl, den Künstler und Sammler, Umweltaktivisten und Samurai-Kenner, Akademieprofessor und Freund in Lissabon und Düsseldorf, in seiner Heimat, der Südsteiermark und im Waldviertel. Entstanden ist dabei ein intimer Film, in dem der Künstler viel von sich herzugeben bereit war.