20:15

VPS 20:15

Stereo

16:9

Länge: 46min

UT

Wiederholung am
10.11.2018, 03:49
15.11.2018, 10:35

Der kleine Staatsbesuch

Seberg bei den Spaniern

Anlässlich der österreichischen EU Ratspräsidentschaft nehmen uns sechs Publikumslieblinge mit auf eine ganz persönliche Reise durch ihr europäisches Lieblingsland.

Dabei lernen wir natürlich nicht die üblichen Klischees kennen, die seit Jahren aus jedem Reiseführer lachen, sondern ganz spezielle Orte, skurrile Menschen und absurde Bräuche. Wie das halt so ist, wenn man mit jemandem ein Land bereist, das er kennt und liebt.

Gregor Sebergs Verbindung zu Spanien ist ohne Übertreibung eine ganz besondere, eine höchst emotionale persönliche nämlich. Denn erst als Jugendlicher erfährt er, dass sein Vater, über den in der Familie eher geschwiegen wurde, noch lebt.

Zufällig - durch einen spontanen Telefonanruf des Vaters in der Wohnung in Wien. Der junge Gregor ist von dieser Nachricht wie vom Blitz getroffen - Konsequenz: eine Verabredung in Barcelona!

Gregor sieht Vater Henry mit 16 also zum ersten Mal, man versteht sich prächtig - und der junge Seberg wird in der spanischen Familie seines Vaters sofort herzlich aufgenommen.

Ein Zeitsprung: rund 35 Jahre und viele Lebensereignisse später. Man hat sich aus den Augen verloren, Vater Henry ist verstorben, die alten Telefonnummern stimmen nicht mehr…

Gregor Seberg macht sich auf die Suche nach seiner spanischen Zweitfamilie. Und wir lernen dabei SEIN Spanien kennen. Ein Spanien, dass er nicht nur als Urlauber kennengelernt hat. Ein Spanien, das den gängigen Klischees nur wenig entspricht.

Zunächst ist noch keine Spur der Familie de Salas, von Estrella, der damaligen Frau seines Vaters und ihren jüngeren Kindern Estrella, Iván und dem älteren Ricardo, mit dem Gregor später auch durchs nächtlich unterhaltende Madrid gezogen ist.

Die Reise beginnt in einem kleinen Dorf in der Rioja namens Enciso, wo Gregor das Ferienhaus wiederfindet, in dem man damals den Sommer gemeinsam verbracht hat. Die Frau seines Vaters hat er um einen Tag verpasst, sie soll in Madrid sein…

Rioja wird zumeist mit köstlichen Weinen assoziiert, kaum jemand denkt bei dieser Region an ein Phänomen, das auch Österreich betrifft - die Landflucht. In ganz Spanien drohen 4.200 Dörfer zu verschwinden, viele davon waren einfach zu kaufen.

Gregor trifft José Angel León García, der mit einigen Idealisten für "die verlassenen Dörfer" kämpft, die höchst pittoresk aber unbequem in entlegenen Bergregionen liegen. Zwischen den beiden entwickelt sich sofort ein freundschaftliches Verhältnis und so wird Gregor zum Abschied zu einem kleinen Familienfest eingeladen - und wir sind im echten Leben dabei.

Am Stierkampf scheiden sich auch in Spanien die Überzeugungen. Die eine Hälfte ist traditionell dafür, die andere tierschützerisch dagegen. Gregor, überzeugter Gegner, versucht in Salamanca hinter den Kulissen die Faszination des Stierkampfs zu ergründen - und bleibt bei seiner Meinung, obwohl ein kolumbianischer Journalist davon schwärmt, dass das wie das Wiener Neujahrskonzert sei - und der Stierkampf der Tanz dazu.

Als Ausgleich versucht sich Gregor im Flamenco - und tanzt mit Profi Montse Terceiro Delgado in den Straßen Salamancas den Stierkampf auf andere Art.

Gregors Reise endet in Madrid. Nur dass er die Sehenswürdigkeiten der Stadt quasi zum ersten Mal bei Tageslicht wiedersieht, denn damals war er - wie bereits erwähnt - mit Kumpel Ricardo ja hauptsächlich im nächtlichen Leben der Movida unterwegs.

Wir sehen die Madrider Highlights in Kurzversion, Prado, Königspalast, Plaza Mayor, Puerta del Sol, Bernabeu-Stadion und einen historischen Markt, San Miguel, in dem er zufälligerweise sogar Landsleute, nämlich Steirer, trifft.

Schlussendlich besucht Gregor natürlich auch die letzte Adresse der Familie, an die er sich erinnern kann: Calle del General Díaz Porlier, die Hausnummer ist ihm entfallen und so geht er die Straße auf und ab, auf der Suche nach Ricardo & Co…

Lassen Sie sich überraschen.