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Gegen den Befehl - Zivilcourage am Ende des Zweiten Weltkriegs

Die zivile Ungehorsam einiger Weniger rettete Menschen das Leben und in einigen Fällen auch Einfluss auf den Verlauf der Geschichte.

Gegen den Befehl - Zivilcourage am Ende des Zweiten Weltkriegs

ORF/epo film

Ein Artikel im Amstettner Bote.

Samstag, 10.4.2021, 20.15 Uhr
Wh. Mo 00.25 Uhr

Die ORF-III-Neuproduktion zeigt drei außergewöhnliche Ereignisse zu Ende des Zweiten Weltkriegs, die eines gemeinsam haben: zivilen Ungehorsam Einzelner, der da und dort über Leben und Tod entschied und in manchen Fällen auch über den weiteren Verlauf der Geschichte. Im Frühjahr 1945 dringen Alliierte Truppen auf weiter Front in das Gebiet des „Deutschen Reichs“ vor. Damit beginnt eine Phase, in der das nationalsozialistische Regime noch einmal die Gewalt eskalieren lässt. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs werden auch in Österreich noch zigtausende Menschen durch fanatische Nationalsozialisten ermordet: KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene, Politische Gefangene, Deserteure, kriegsmüde Zivilisten und andere mehr.

Zwischen all den Verbrechen und Verbrechern der Kriegsendphase gibt es aber auch Menschen, die sich dem NS-Terror widersetzen. Am Hauptplatz von Amstetten sollten zu Kriegsende 15 abgestürzte Amerikaner zu Tode geprügelt werden. Die sogenannte „Amerikaner-Schlägerei von Amstetten“ wurde von Leopold Asböck - eigentlich Ortsgruppenleiter - gegen den Befehl des SS Kommandanten beendet und die Gefangenen gerettet.

Gegen den Befehl - Zivilcourage am Ende des Zweiten Weltkriegs

ORF/epo film

Heinrich Leherbauer erlebte als 17-jähriger Luftschutzpolizist in Graz den Abschuss eines US-Piloten mit. Laut Weisung hätte der Pilot „auf der Flucht“ erschossen werden sollen. Sein Vater hat den gefangen genommenen Piloten aber freigelassen.

Gegen den Befehl - Zivilcourage am Ende des Zweiten Weltkriegs

ORF/epo film

Emil Landsmann erlebte als 14-jähriger in Amstetten einen Bombenangriff mit.

In den USA ist ein Ereignis unter dem Namen „The strangest Battle“ in die Geschichte eingegangen: auf Schloss Itter in Tirol fand eines der seltsamsten Gefechte der Endphase des Zweiten Weltkriegs statt. Ein Major der Deutschen Wehrmacht entschied sich, Einheiten der US-Armee zur Verteidigung des Schlosses gegen Angriffe der Waffen-SS zu bitten. Freund und Feind kämpften plötzlich Seite an Seite. Im Schloss waren bedeutende französische Politiker und Prominente gefangen, wie der ehemalige Premierminister Daladier oder die Schwester von Charles de Gaulle.

In der Dokumentation werden bis dato noch nie veröffentlichte historische Filmaufnahmen der US-Armee in Farbe gezeigt. Sie zeigen den Krieg eindringlich wie kaum ein anderes Zeitdokument. Expertinnen und Experten berichten von neuen Forschungsergebnissen nach jahrelangen Recherchen in verschiedenen Archiven und vor Ort. Und die vielleicht letzten Zeitzeugen erzählen von der Kriegsendphase, als das NS-Regime noch einmal zu Mordbefehlen aufrief.

Dokumentation, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Die Queen - Das Leben einer Königin | Die Royals in Österreich

    Zum 95. Geburtstag Queen Elisabeth II. zeigt ORF III zwei Dokumentationen über das Leben und Wirken der britischen Königin und die Besuche der Royals in Österreich.

  • Die Schwiegermutter der Queen

    Jeder kennt Queen-Mum (1900-2002), die Mutter von Königin Elisabeth II. von England. Weniger bekannt ist Prinz Philips Mutter, Prinzessin Alice von Battenberg (1885-1969), und ihr abenteuerliches Leben.

  • Kinder an die Flak - Hitlers junge Soldaten

    Die ORF-III-Neuproduktion wirft einen Blick auf das Schicksal der Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs zu den Waffen gerufen wurden.

  • An einem Tag im April - Attnang-Puchheim im Bombenhagel

    Kurz vor Kriegsende 1945 bricht über Attnang-Puchheim einer der verheerendsten Bombenangriffe im österreichischen Raum herein. Die ORF-III-Neuproduktion kehrt zu den Originalschauplätzen zurück und berichtet detailreich über Ziele, Hintergründe und Folgen des schweren Bombardements.