Werktäglich aktuelle Kulturnachrichten

Kultur Heute

Ani Gülgün-Mayr mit aktuellen Kulturnachrichten aus aller Welt.

Mittwoch, 20.1.2021, 19.45 Uhr
Wh. Do 06.35 Uhr

Flüchtlingsinitiativen: Retten statt Reden

An den EU-Außengrenzen spielt sich wieder eine humanitäre Katastrophe ab. Seit Monaten wird seitens Menschenrechtsorganisationen die sofortige Rettung der Menschen gefordert. Kulturschaffende haben sich in den letzten Monaten für die Aufnahme der Menschen aus Moria, Kara Tepe und Lipa eingesetzt. Barbara Pichler-Hausegger und Julia Fellerer berichten.

Mozartwoche 2021

Eine Absage der Mozartwoche wollte die Stiftung Mozarteum heuer unbedingt vermeiden, also hat sich Intendant Rolando Villazon ein reduziertes Programm überlegt, das jetzt vorgestellt wurde. Insgesamt zehn Konzerte werden aufgezeichnet und ab 27. Jänner, also an Mozarts Geburtstag, auf der Klassik-Streaming-Plattform „fidelio“ ausgestrahlt. Ausgewählte Produktionen werden in ORF III und 3sat zu sehen sein. Ein Höhepunkt der Mozartwoche wird ein neu entdecktes, 94 Sekunden langes Klavierstück Mozarts sein, das erstmals öffentlich präsentiert wird.

Österreichische Nationalbibliothek braucht mehr Platz

Die Österreichische Nationalbibliothek archiviert alles, was in Österreich gedruckt erscheint. Rund 10,9 Millionen Bücher und Zeitschriften befinden sich in den Archiven rund um die Wiener Hofburg. Der Platz droht knapp zu werden, auch weil der lange geplante Tiefspeicher unter dem Heldenplatz nicht realisiert wurde. Stattdessen schafft nun ein neues Depot in Niederösterreich Abhilfe. Gabi Hassler weiß mehr.

Kulturmeldungen des Tages:

  • „Salvator Mundi“: Gestohlene Kopie entdeckt
    Die italienische Polizei hat in Neapel eine Kopie von Leonardo Da Vincis Bild „Salvator Mundi“ im Schlafzimmerschrank eines Mannes gefunden. Das Bild ist aus dem Museum der Kirche San Domenico Maggiore in Neapel gestohlen worden, das den Raub jedoch nicht einmal bemerkt hat. Grund dafür dürfte sein, dass das Museum seit Monaten coronabedingt geschlossen ist und der Raum, in dem sich das Gemälde befand, nie betreten wurde. Die Kopie wurde Experten zufolge Anfang des 16. Jahrhunderts vom italienischen Künstler Giacomo Alibrandi gemalt. Leonardo Da Vincis Original wurde im Jahr 2017 für umgerechnet rund 373 Millionen Euro versteigert und gilt seitdem als teuerstes Kunstwerk der Welt.
  • Roth und Ortner neue Mitglieder im Kunstsenat
    Der Architekt Laurids Ortner und der Schriftsteller Gerhard Roth wurden in den österreichischen Kunstsenat aufgenommen. Die beiden folgen somit auf die Architekten Gustav Peichl und Wilhelm Holzbauer, die beide im Jahr 2019 verstorben sind. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer zufolge sind Roth und Ortner Persönlichkeiten, die Kunst immer in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sehen, und deren Beiträge weit über Literatur und Architektur hinausgehen. Der „Österreichische Kunstsenat“ besteht aus 21 Künstlerinnen und Künstlern, die Anliegen der Kunst in der Öffentlichkeit vertreten und öffentliche Stellen in wichtigen Fragen der Kunst beraten.
  • Lars Eidinger als menschlicher Pinsel
    Die deutsche Band „Deichkind“ versteigert ein 170 Quadratmeter großes Gemälde für das der zukünftige „Jedermann“ Lars Eidinger als „menschlicher Pinsel“ benutzt wurde. Der Schauspieler hing dafür nackt an einem Seil und wurde in blaue Farbe getaucht. Das Bild sowie ein Video zu dessen Entstehung waren vor der Corona-Pandemie auf Konzerten von „Deichkind“ zu sehen. Nun wird das Gemälde im Internet versteigert. Der Erlös soll den Crew-Mitgliedern der Band durch die Corona-Krise helfen.
  • Akademie der bildenden Künste mit Benefizauktion
    Auch die Akademie der bildenden Künste veranstaltet eine Benefizauktion, für die zahlreiche Künstlerinnen und Künstler Werke zum Verkauf zur Verfügung gestellt haben. Der Erlös kommt Studierenden der Akademie aus Drittstaaten zugute, die gerade erschwerten Bedingungen ausgesetzt sind, sowie Vereinen, die sich für geflüchtete Menschen einsetzen. Die Auktion findet noch bis 29. Jänner statt. Gebote können auf www.dorotheum.com abgegeben werden. Zudem können die Werke nach telefonischer Voranmeldung besichtigt werden.

Dieser Sendungsteil kann aus rechtlichen Gründen nicht im Internet gezeigt werden.

Kritik an Förderungen für Festspiele Reichenau

In einem Rohbericht übt der Rechnungshof Kritik an der Förderung der Festspiele Reichenau durch das Land Niederösterreich. Konkret sehen die Prüfer Mängel in der Transparenz, eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten des Landes und Interessenskonflikte. Im Jahr 2017 haben die Festspiele Reichenau rund 460.000 Euro Landesförderung bekommen. Der Rechnungshof empfiehlt jetzt sogar eine Rückforderung.

Opernlegende Placido Domingo wird 80

Sein großes Vorbild war Enrico Caruso, doch er hat fast vier Mal so viele Partien gesungen. Placido Domingo, der gefeierte Startenor feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Vor etwa zehn Jahren wechselte er ins tiefere Baritonfach: „Auf diese Weise kann ich meine Karriere noch ein wenig verlängern.“, so Domingo. Paula Pucker hat einen Blick in die Karriere des Jahrhundertsängers geworfen, die von vielen Höhen und einem Tiefpunkt gekennzeichnet ist.

Moderation und Redaktion:
Ani Gülgün-Mayr, Peter Fässlacher und Patrick Zwerger

Kulturmagazin, 2021


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