Themenmontag

Das große Schweigen - Wie Ischgl versucht Image und Wintersaison zu retten

Reporter Ed Moschitz berichtet aus Ischgl, wo man sich nicht gerne an den März 2020 erinnert, sondern vielmehr den Neustart vorbereitet.

Am Schauplatz
Das große Schweigen - Wie Ischgl versucht Image und Wintersaison zu retten

ORF

Die Tiroler Gemeinde Ischgl - versucht einen Neustart vorzubereiten.

Montag, 18.1.2021, 21.55 Uhr
Wh. Di 01.15 Uhr und 04.30 Uhr

In Ischgl ringt man um einen Neustart in die Skisaison. Ohne Après-Ski, dafür mit Alkoholverbot, Abstandsregeln und desinfizierten Gondeln. „Wir sind uns in Ischgl bewusst, dass heuer alle auf uns schauen“, sagt Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG. Daher hat sein Unternehmen 700.000 Euro in die Corona-Prävention investiert. In Ischgl ist man es gewohnt groß zu denken, man wirbt mit 236 Pistenkilometern und 1.200 Schneekanonen. Die Pandemie und der damit verbundene Schaden haben bei den Verantwortlichen Spuren hinterlassen. „Es war wie in einem schlechten Film“, beschreibt es Alexander von der Thannen, Obmann des Tourismusverbandes. Der Tourismusmanager besitzt mehrere Hotels und Gastronomiebetriebe und hat allein in den vergangenen drei Jahren 30 Millionen Euro investiert.

Am Schauplatz
Das große Schweigen - Wie Ischgl versucht Image und Wintersaison zu retten

ORF

Menschenmenge Ende Jänner 2020 in Ischgl.

Am Schauplatz
Das große Schweigen - Wie Ischgl versucht Image und Wintersaison zu retten

ORF

Schi-Opening November 2020 in Ischgl.

Reporter Ed Moschitz hat Ischgl schon im März besucht. Für diese Reportage ist er zurückgekehrt und zeigt, wie Österreichs Wintersportzentrum versucht, Corona hinter sich zu lassen und wieder erfolgreich zu sein.

Bei den Besitzerinnen und Besitzern der 1.300 Betriebe im ganzen Paznauntal ist die Stimmung angespannt: es geht um ihre Zukunft. Beim Anblick einer Fernsehkamera schweigen viele oder wenden ihr Gesicht ab. Journalistinnen und Journalisten sind nicht gern gesehen und die leerstehenden Hotelanlagen möchte man lieber nicht herzeigen. Über die Wochen im März will in dem aufgrund des Corona-Krisenmanagements in die Negativschlagzeilen geratenen Tiroler Wintersportort kaum jemand sprechen. Viel lieber würde man rasch einen Neustart ausrufen und positiv in die Zukunft blicken. Doch den ganzen Skizirkus jetzt anlaufen zu lassen macht nur Sinn, wenn auch wieder Gäste aus aller Welt anreisen. Mit Gästen aus Österreich allein lassen sich die Finanzlöcher nicht stopfen, nur jede/r siebente Besucher/in Ischgls ist Inländer/in. Die Verantwortlichen ringen um Schadensbegrenzung, suchen nach einer passenden Strategie. Medienberater/innen verdienen deshalb in Ischgl derzeit gutes Geld, sie sollen einen noch größeren Imageschaden abwenden.

Am Schauplatz
Das große Schweigen - Wie Ischgl versucht Image und Wintersaison zu retten

ORF

Seilbahnvorstand Günther Zangerl (Silvretta -Seilbahn) im Gespräch mit Schauplatz-Reporter Ed Moschitz

Reportage, 2020


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