Wilde Reise mit Erich Pröll

Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

Die neue Dokumentation von Erich Pröll folgt der Rodl von ihrer Quelle, auf ihrem Lauf durch das Mühlviertel bis zur Mündung in die Donau.

Wilde Reise mit Erich Pröll: Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

Dokumentation, 2020

Donnerstag, 26.11.2020, 20.15 Uhr
Wh. 23.55 Uhr. Fr 08.40 Uhr

Ein Fluss mit klarem, kaltem Wasser durchquert von Nord nach Süd das Mühlviertel: die Rodl. Die Quelle liegt in den Ausläufern des Böhmerwaldes, unterhalb der Sternstein-Warte, nahe der Grenze zu Tschechien. An klaren Tagen sieht man weit in das nördliche Nachbarland und Richtung Süden bis zum Dachstein.

Zunächst als kleiner Bach führt der Weg der Rodl bis nahe an die Europäische Wasserscheide bei Bad Leonfelden. Manche der Bäche in dieser Gegend fließen Richtung Norden zur Moldau und weiter in die Nordsee. Die Rodl hat sich anders entschieden, sie fließt in Richtung Süden, nimmt immer mehr Wasser von zufließenden Bächen auf, schlängelt sich durch Wiesen, erreicht Zwettl an der Rodl und durchfließt die Geng.

Vor Gramastetten wird das Tal enger und die Granitfelsen der böhmischen Masse zwingen die Rodl in ein enges Korsett. Bei viel Regen wird sie in diesem Bereich zum reißenden Gebirgsfluss. Es kann zu verheerenden Überschwemmungen führen, vor allem bei Rottenegg, wo der Fluss das weite Flachland erreicht.

Im Fokus des Filmes stehen die Besonderheiten der Natur, die abwechslungsreichen Landschaften, die Vegetation und die Tierwelt, und die Menschen, die in dieser Region leben und sie gestalten. Jeder Abschnitt des Flusses und des Tales hat seine kulturellen, sportlichen, abenteuerlichen und romantischen Seiten. In der Region Sterngartl, rund um den Sternstein im oberen Mühlviertel, verläuft auch ein Teil des größten beschilderten Reitwegenetzes Europas. Das Filmteam erkundet mit Reitern vom Pferdehof Ollmann aus Bad Leonfelden die Gegend um die europäische Wasserscheide. Hier ist die Rodl noch ein idyllischer, kleiner Bach.

Wilde Reise mit Erich Pröll 
Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

ORF/Pröllfilm

Erich Pröll, Ferry Öllinger

Vor vielen Jahrzehnten schon wurde die Rodl angestaut, umgeleitet und ihr Wasser genutzt. Als Antrieb für Getreidemühlen, zum Betrieb von Sägen und in vielen Bereichen für die Stromgewinnung. Manches aus frühen Zeiten lässt sich noch erahnen, anderes ist noch voll in Betrieb.

Von Gramastetten, der Marktgemeinde, die wie ein Bollwerk auf den Ausläufern der böhmischen Granitmasse liegt, fallen die Hänge zur Rodl steil ab. An einem dieser Steilhänge ist die sogenannte Jahresstiege errichtet worden: 365 Granitstufen und in Abständen Terrassen, die ursprünglich Menschen zur Verfügung gestellt wurden, die keinen eigenen Garten hatten. Auch heute können diese, wieder kultivierten Flächen zum Gemüse-Anbau, als Ausstellungsort für Kunst-Objekte oder als Treffpunkt beim Picknick genutzt werden.

Von einer Aussichtsplattform fällt der Blick zur Burg-Ruine Lichtenhag, die im Jahre 1455 auf einem massigen Felsen errichtet wurde. Stark verfallen und von Dickicht und Wald eingehüllt, wurde sie von den neuen Besitzern und engagierten Helfern aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ist zu einem interessanten und besonderen Veranstaltungsort geworden. Auf der gegenüberliegenden Seite des tiefen Tales sind versteckt im Wald, gewaltige Granit-Felswände, die bei Kletterern äußerst beliebt sind. Auch das Bouldern kann hier ideal trainiert werden.

Blickt man nach oben, kann es vorkommen, dass ein Paragleiter in der Thermik seine Kreise zieht. Nicht nur im Gebirge, sondern auch im Mühlviertel kann man die Welt von oben betrachten. In Gramastetten gibt es den Gleitschirm-Club „hang loose“. Mit Hans und Karin Stirmayr steigen wir mit der Seilwinde 300 Meter nach oben und dann kommt es auf die warme Luft an, die aus dem Tal aufsteigt. Wenn der Duft von Jauche-Dünger aufsteigt, dann ist Hans begeistert, denn dann geht es nach oben bis auf fast 3000 Meter. Bei guter Thermik kann es sein, dass man an die 8 Stunden den grandiosen Blick auf die Mühlviertler Landschaft erleben kann und lautlos durch die Luft schwebt und schließlich wieder vor der Haustür landet. Die Hochgebirgs-Flieger nennen sie auch liebevoll die „Scherhaufen-Flieger“ (Maulwurfshügel–Flieger). Hans hat schon Strecken von zu Hause aus an die 180 Kilometer bis nach Regensburg oder fast bis nach Wien geschafft.

In Gramastetten ist auch einer der bekanntesten und besten Skirennläufer zu Hause: Vincent Kriechmayr, der Vizeweltmeister im Super G, der auf den Hängen vor dem elterlichen Bauernhof wohl seine ersten Spuren mit den Skiern in den Schnee gezaubert hat.

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Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

ORF/Pröllfilm

Erich Pröll, Angelika Mair

Wilde Reise mit Erich Pröll 
Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

ORF/Pröllfilm

Erich Pröll mit Gibbon im Zoo Walding

Entlang der Rodl findet man Ausflugs-Gasthäuser, daneben auf den Weiden die Kühe, Pferde die grasen und sogar ein Rudel Hirsche in einem großen Gehege. Aber auch Löwen, Zebras, Affen und Strauße. Sie leben auf den Hügeln oberhalb der Rodl - nicht wirklich frei im Wald, sondern in dem großzügig angelegten Tiergarten von Angelika Mair in Walding. Tiere gibt es auch beim Bauernhof der Familie Weixlbaumer direkt an der Rodl gelegen. Pferde und Enten, Hund und Gänse, Greifvogel und Hühner und zwei wilde Schwäne, die regelmäßig von der Donau anreisen, um am Futter der Haustiere zu naschen. Besonders nett ist es zu erleben, wenn Manuel, der Sohn des Hauses, sich zum Begrüßungsritual zu den Schwänen niederkniet und die großen, weißen Vögel reiben zuerst ihre Brust an Manuel um dann im Gleichklang mit ihm den Kopf hin und her zu wiegen.

Wilde Reise mit Erich Pröll 
Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

ORF/Pröllfilm

Erich Pröll und Rothirsche

Auf den letzten Kilometern ist die Rodl ruhig und träge. Hier versucht ein Fliegenfischer sein Glück und Wasserfontänen glitzern, wenn Reiterinnen im seichten Fluss galoppieren. Bevor man nahe zur Donau kommt, noch ein Stück Au-Wildnis, durch die sich die Rodl windet, bevor sie der große Fluss aufnimmt: die Donau.

Ottensheim beeindruckt mit seinem Schloss und den malerischen Häusern am Donau-Ufer, dre Donau-Fähre und der Au-Landschaft, die an einen tropischen Dschungel erinnert. Bei dieser Rodl-Mündung kann man fallweise einen Schauspieler antreffen, der in Ottensheim lebt - wenn er nicht gerade vor der Kamera steht. Ferry Öllinger studiert in diesem Ambiente seine Texte ein. Neben vielen anderen Rollen kennt man Ferry Öllinger aus der Krimi-Serie Soko Kitzbühel als „Kroisi“ der Polizist.

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Entdeckungsreise durch das idyllische Rodltal

ORF/Pröllfilm

Erich Pröll, Harald und Renate Kogler.

Kamera: Erich Pröll, Jutta Anna Wirth, Hans Werner Hamberger
Sprecher: Rudi Wanka

Dokumentation, AUT 2020


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