Erlebnis Bühne mit Barbara Rett

Zazà

Ruggero Leoncavallo zeichnet die bittersüße Geschichte der umschwärmten Varieté-Sängerin Zazà, die in den Fängen der starren gesellschaftlichen Normen und bürgerlichen Doppelmoral gefangen ist.

Sonntag, 8.11.2020, 21.40 Uhr

Der mehrfach preisgekrönte Regisseur Christof Loy inszeniert in der aktuellen Saison Ruggero Leoncavallos (1857-1919) selten gespielte Oper „Zazà“ am Theater an der Wien. Rund um die russische Sopranistin Svetlana Aksenova in der Titelpartie singt ein internationales Spitzenensemble mit u. a. Christopher Maltman, Nikolai Schukoff und Dorothea Herbert. Unter der Leitung von Stefan Soltész spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, es singt der Arnold Schoenberg Chor.

Über ein Dutzend Opern schrieb Leoncavallo. Außer „I Pagliacci“ wird aber kaum ein weiteres Werk von ihm gespielt. „Zazà“, seine vierte Oper, feierte zu Lebzeiten des Komponisten zwar internationale Erfolge, geriet aber nur wenige Jahrzehnte nach ihrer Uraufführung im Jahr 1900 in Vergessenheit, auch weil die Titelpartie als äußerst anspruchsvoll gilt. Die Verortung im Milieu der Pariser Varietés der Jahrhundertwende ist dabei kein Zufall: vor dem großen Erfolg des „Bajazzo“ trat Leoncavallo als Pianist in ebenjenen Etablissements auf.

In Anlehnung an das gleichnamige Theaterstück von Pierre Berton und Charles Simon zeichnet Leoncavallo die bittersüße Geschichte einer Frau, die fest in den Fängen der starren gesellschaftlichen Normen und bürgerlichen Doppelmoral gefangen ist: Die umschwärmte Varieté-Sängerin Zazà verliebt sich ausgerechnet in den wohlhabenden Pariser Geschäftsmann Milio - einer der wenigen, der ihr nicht zu Füßen liegt. Kaum hat sie ihn um den Finger gewickelt, erfährt sie von seiner vermeintlichen Geliebten. Als sie ihm nachspioniert, erfährt sie von seiner Ehefrau und Tochter - das Verhältnis zwischen Zazà und Milio zerbricht. Während Milios Familienglück keinen Schaden nimmt, bleibt der am Boden zerstörten Zazà nur das einsame Leben als Varieté-Star.

Aus dem Theater an der Wien: Zazà

ORF/Unitel

Nikolai Schukoff, Svetlana Aksenova

Aus dem Theater an der Wien: Zazà

ORF/Unitel

Nikolai Schukoff, Svetlana Aksenova

Aus dem Theater an der Wien: Zazà

ORF/Unitel

Dorothea Herbert (Madame Dufresne), Livia Gallenga (Totò Dufresne)

Aus dem Theater an der Wien: Zazà

ORF/Unitel

Nikolai Schukoff, Svetlana Aksenova

Regie: Christof Loy
Dirigent: Stefan Soltész

Besetzung:
Svetlana Aksenova (Zazà)
Enkelejda Shkosa (Anaide, ihre Mutter)
Dorothea Herbert (Floriana)
Juliette Mars (Natalia, Zazàs Freundin)
Nikolai Schukoff (Milio Dufresne)
Dorothea Herbert (Madame Dufresne, seine Frau)
Christopher Maltman (Cascart)
Tobias Greenhalgh (Bussy, Journalist)
Paul Schweinester (Theaterdirektor Courtois)
Dumitru Mădăraşăn (Douclou, Inspizent)
Johannes Bamberger (Augusto, Hilfsinspizient)
Patrick Maria Kühn (Ein Herr)
Liliya Namisnyk (Simona, Tänzerin)
Johannes Bamberger (Marco, Concierge bei Dufresne)
Anna Possarnig und Elias Morales (zwei spanische Tänzer)
Beatriz Delgardo Flores und Elvis Grezda (zwei Clowns)
Carina Nopp und Diego Federico (zwei Artisten)
Lilo Besold (Ankleiderin)
Fabio Coutinho (Feuerwehrmann)

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor

Theater an der Wien 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • ORF III-Beethoven-Tag

    Alle neun Symphonien an einem Tag. ORF III Erlebnis Bühne macht zum Abschluss des Beethoven-Jahres anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten den 29. November zum Beethoven-Tag.

  • André Hellers Hauskonzerte: Camilla Nylund

    In der zweiten Ausgabe der Hauskonzerte singt Camilla Nylund - auch gemeinsam mit André Heller - Lieder und Chansons fernab ihres gewohnten Opern-Repertoires.

  • Kulissengespräche mit Barbara Rett | Eugen Onegin

    ORF III präsentiert am Sonntag, dem 15. November, die Fernsehpremiere von „Eugen Onegin“ aus der Wiener Staatsoper. Davor spricht Barbara Rett mit Operndirektor Bogdan Rošcic und Sopranistin Nicole Car.

  • Pagliacci

    Der Erlebnis-Bühne-Abend steht in ORF III am Sonntag, dem 8. November, ganz im Zeichen des italienischen Komponisten Ruggero Leoncavallo: um 20.15 Uhr „Pagliacci“ aus dem Jahr 2015 und um 21.40 Uhr die aktuelle Produktion „Zazà“.