Heimat Österreich

Auf den Gipfeln des Pinzgau

Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitieren Menschen in Krimml, Stuhlfelden, Dienten, Embach bei Lend und Rauris, die ein bescheidenes Leben führen und auf alpiner Seehöhe das Überschaubare schätzen.

Heimat Österreich: Auf den Gipfeln des Pinzgau

Dokumentation, 2020

Mittwoch, 4.11.2020, 20.15 Uhr
Wh. Fr 05.55 Uhr, S0 02.25 Uhr,
Mo 05.15 Uhr

Das bekannteste Motiv in Krimml sind die Krimmler Wasserfälle. Sie sind es auch, die, seit der Erschließung des Talschlusses durch die Eisenbahn, der Magnet für zahlreiche Touristen sind. Der Film stellt den Nationalparkranger Hannes Muhr vor, der das Wesen und den Rhythmus des Naturschauspiels genau kennt. Er selbst hat seinen Keuchhusten durch den Sprühnebel der Wasserfälle heilen können.

Der Film thematisiert auch den Wandel im bergbäuerlichen Leben rund um Krimml. Die Altbauern Stefan und Burgi Lerch haben einen kritischen Blick auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs in ihrer Heimat. Sie leben auf einem der ältesten Höfe des Dorfes; lange Zeit war ihre Nachfolge ungeklärt. Heute sind sie glücklich darüber, dass sich Tochter Antonia und ihr niederländischer Mann Joost dafür entschieden haben, ihre Zelte in Holland abzubrechen, um die Landwirtschaft im äußersten Winkel des Pinzgau weiter zu führen.

Auf den Gipfeln des Pinzgau

ORF/Ranfilm

Krimmler Achental

Stuhlfelden steht vor allem für eines: die Dorfgemeinschaft. Hier hat man sich konsequent touristischen Leuchtturmprojekten verweigert und stets darauf geachtet, dass der Ort unabhängig von Gästen von außen sein Auslangen findet. Zwar trägt der Ort einen touristischen Titel, nämlich Bogenschützendorf - so finden sich im Ort einige Stationen für Bogenschützen - das Zielpublikum hierfür ist jedoch überschaubar. Ein Sinnbild für die Dorfgemeinschaft ist das traditionsreiche Wirtshaus Flatscher, eines der ältesten im Pinzgau. Hier trifft sich der Pensionist Gottfried Wechselberger wöchentlich zum Kartenspiel mit den Seniorchefs des Hauses. In jungen Jahren hat er selbst hier gearbeitet und weiß einiges von der Entwicklung des Dorflebens zu erzählen.

Auf dem Bauernhof von Marianne Voithofer und ihrer Mutter Katharina haben schon seit geraumer Zeit die Damen das Sagen. Während ihr Mann am örtlichen Golfplatz als Greenkeeper arbeitet, kümmert sich die Bäuerin um das Wohl des Viehs und um das Mähen in den Steillagen.

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ORF/Ranfilm

Dienten am Hochkönig

Abseits der bekannten Salzburger Schiorte liegt das beschauliche Dienten, das sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Geheimtipp auf der touristischen Landkarte entwickelt hat. Hier lebt die Familie von Peter Burgschwaiger vulgo Schnegg. Sie ist eine klassische Bergbauernfamilie, die längst auf den touristischen Zug aufgesprungen ist. Ein Standbein allein reicht nicht aus, um den ehrwürdigen Hof im Vollerwerb zu bewirtschaften. So lädt die Familie zum Urlaub am Bauernhof und bewirtschaftet im Winter eine Schihütte auf der Liebenau-Alm. Sohn Lukas kann es kaum erwarten, den Hof zu übernehmen - sein Ziel: die Digitalisierung des Betriebes voranzutreiben.

In Embach bei Lend lädt Bäuerin Erika Schwab-Röck in ihren reichhaltigen Kräutergarten. Sie vermittelt ihren Gästen altes Heilwissen aus Pinzgauer Überlieferung und schärft in ihnen das Bewusstsein dafür, in der Natur genauer hinzusehen. Ihr Mann Paul arbeitet in der Aluminiumindustrie, die Lend, das in einem tief eingeschnittenen Graben unter dem Bergdorf liegt, einst geprägt hat. Mittlerweile ist der Betrieb drastisch geschrumpft, die goldenen Zeiten der Industrie sind vorüber. Für den Bergbauern Paul Schwab ist die Arbeit heute noch enorm wichtig. Ohne den Zuverdienst und den unermüdlichen Einsatz seiner Frau am Hof wäre es nicht denkbar, die Landwirtschaft am Leben zu erhalten.

Jahrhundertelang hat der Goldbergbau dem Ort Rauris Wohlstand beschert und ihm internationale Beachtung eingebracht, Ende des 19. Jahrhunderts wurde er eingestellt. Theo Huber, der heute immer noch Gold wäscht an den Bächen des Ortes, ist ein wahres Rauriser Original. Er erzählt von den bedeutendsten Momenten der güldenen Geschichte des Ortes und weiß auch so einiges über Ignaz Rojacher zu erzählen, einem vielseitigen Pionier aus dem Dorf, der unter anderem die Wetterwarte auf dem Hohen Sonnblick im Talschluss des Raurisertales errichtet hat.

Auf den Gipfeln des Pinzgau

ORF/Ranfilm

Bergbauer Johann Wallner alias Peterlbauer, Rauris, Salzburg.

Die Filmemacher besuchen den Bergbauern Johann Wallner und seine geliebten Tauernschecken-Ziegen. Nachdem die Bauern sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Rinderwirtschaft fokussiert hatten, war die alte Ziegenrasse weitgehend aus dem gesamten Gebiet der Hohen verschwunden. Johann Wallner hat sie mit seiner Zucht wiederbelebt. Er plädiert für eine Vielfalt an Nutztierrassen, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen sollten. Das sei unerlässlich für die Pflege der über die Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft, gerade auch in den Höhenlagen des Pinzgau.

Auf den Gipfeln des Pinzgau

ORF/Ranfilm

Tauernhaus Seidlwinkltal in Rauris, Salzburg

Buch: Fritz Aigner
Kamera: Reinhold Ogris, Flugaufnahmen Stefan Pfleger, Richard Mayr
Produktionsassistentin: Valentina Ogris
Sprecher: Franz-Robert Wagner
Regie: Alfred Ninaus und Fritz Aigner

Dokumentation, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Leben im Lesachtal

    Regisseur Martin Vogg trifft jene Bauern, die in dieser bergigen Region die steilen Hänge bewirtschaften und deren Höfe auf eine teils jahrhundertealte Geschichte zurückblicken.

  • Bergleben im Vinschgau

    Die Dokumentation führt nach Südtirol in den Vinschgau und ins Ridnauntal. Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen in Graun, St. Martin am Kofel und Ratschings, die den Herausforderungen des bergbäuerlichen Lebens mit Eifer und Genügsamkeit begegnen.

  • Der Himmel über dem Villgratental

    Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen im Villgratental, Dölsach, Virgen und Prägraten. Sie mahnen die Wertschätzung für die bergbäuerliche Lebenskultur ein.

  • Hoch über dem Murtal

    Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen in der steirischen Krakau, St. Wolfgang am Zirbitzkogel, Perchau am Sattel, Pusterwald und Hohentauern, die in den abgelegenen Bergdörfern hoch über dem Murtal auf Augenhöhe mit der Natur leben.