Werktäglich aktuelle Kulturnachrichten

KulturHeute

Ani Gülgün-Mayr mit aktuellen Kulturnachrichten aus aller Welt.

Mittwoch, 21.10.2020, 19.45 Uhr

„Der Herr Karl“ im Wiener Rabenhof

„Der Herr Karl“ ist das große Stück über Mitläufertum und politischen Opportunismus in Östrreich. Den Klassiker, geschrieben von Helmut Qualtinger (1928-1986) und Carl Merz (1906-1979) bringt Andreas Vitasek jetzt auf die Bühne des Wiener Rabenhoftheaters. Und zwar, wie er sagt, „als Navigationshilfe bei der Suche nach der österreichischen Seele“.

Kino-Doku „Mauthausen, zwei Leben“

Immer weniger Menschen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, sind noch am Leben. Der österreichische Regisseur Simon Wieland lässt in seinem Dokumentarfilm „Mauthausen - zwei Leben“ zwei Männer zu Wort kommen, die auf unterschiedliche Weise das Konzentrationslager erlebt und überlebt haben. Ab Freitag ist der vom ORF mitfinanzierte Film im Kino zu sehen.

Lesefestival „Österreich liest“

Die Absage der „Buch Wien“ hat die österreichische Buch-Szene hart getroffen. Das Festival „Österreich liest“ darf hingegen trotz Corona stattfinden: hier setzt man auf kleinere Veranstaltungen, die im Laufe der Woche in den unterschiedlichsten Bibliotheken in Österreich abgehalten werden.

Die Frankfurter Buchmesse in der Datenwolke

Anfang September war klar: die Frankfurter Buchmesse, das größte Buch-Branchentreffen weltweit, wird pandemie-bedingt nicht stattfinden - zumindest nicht in der gewohnten Form. Innerhalb kürzester Zeit wurde dann eine digitale Version ins Leben gerufen: eine Spezialausgabe, die gestern mit der Verleihung des renommierten Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zu Ende gegangen ist. Allerdings fand auch diese Zeremonie ganz anders als sonst statt: mehr oder minder ohne Publikum, der Preisträger Amàrtya Sen nur per Video zugeschaltet. Katja Gasser und Imogena Doderer haben sich die Buchmesse dieses Jahr also von Wien aus angeschaut und mit einigen Autoren gesprochen, die sich in den letzten Tagen doch in Frankfurt tummelten.

Kulturmeldungen des Tages:

  • Musiker Spencer Davis gestorben
    Der britische Musiker Spencer Davis ist tot. Bekannt wurde der Gitarrist und Sänger mit seiner Spencer Davis Group, mit der er in den 1960er Jahren weltweit erfolgreiche Hits veröffentlichte; darunter „Keep on Running“, „Somebody Help Me” sowie „Gimme Some Lovin“. Ab den 1970er Jahren war Davis in den USA als Solokünstler tätig und spielte mit mehrfach wechselnden Formationen. Spencer Davis wurde 81 Jahre alt.
  • Anschläge auf Kunstwerke in Berliner Museen
    Auf der Berliner Museumsinsel wurde ein Anschlag auf Kunstobjekte verübt. Wie die „Zeit“ und der „Deutschlandfunk“ berichteten, haben Unbekannte am 3. Oktober rund 70 Kunstwerke und Antiken, die in verschiedenen Museen ausgestellt waren mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt: darunter das Pergamonmuseum, das Neue Museum und die Alte Nationalgalerie. Zu Motiven und Tätern ist bislang nichts bekannt. Allerdings hat der bei Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern populäre Koch Attila Hildmann in den letzten Monaten im Internet Theorien verbreitet, wonach sich der „Thron des Satans“ im Pergamonmuseum befinde und das Museum das Zentrum der „globalen Satanisten-Szene und Corona-Verbrecher“ sei in dem nachts Menschenopfer gebracht und Kinder geschändet werden. Zudem hat Hildmann im Sommer Kundgebungen auf den Stufen des Alten Museums abgehalten, bis diese vom Museum verboten wurden.
  • "Was wir wollten“ ist österreichischer Oscar-Kandidat
    Der österreichische Kandidat für die kommende Oscar-Verleihung steht fest. Österreich schickt den Film „Was wir wollten“ von Ulrike Kofler ins Rennen um den besten fremdsprachigen Film, wie der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft jetzt mitgeteilt hat. Lavinia Wilson und Elyas M’Barek spielen darin ein Ehepaar, dessen Kinderwunsch nicht in Erfüllung gehen will. Kinostart ist am 6. November.
  • Wien: Österreichische Kunst im „Kinsky"
    Im Auktionshaus im Palais Kinsky ist gerade eine Ausstellung mit österreichischer Kunst aus sieben Jahrzehnten zu sehen. Ausgestellt sind 100 Werke von 60 Künstlerinnen und Künstlern. Darunter Max Weiler, Fritz Wotruba, Erwin Wurm sowie Martha Jungwirth und Xenia Hausner. Die Schau soll der Auftakt einer regelmäßigen Ausstellungsreihe im Palais Kinsky sein und kann noch bis 31. Oktober bei freiem Eintritt besucht werden.
  • Viennale startet mit "Miss Marx"
    Mit dem Biopic „Miss Marx“ wird morgen die Viennale, Österreichs größtes Filmfestival eröffnet. Die italienisch-belgische Produktion von Susanna Nicchiarelli erzählt die Geschichte von Eleanor Marx, die nach dem Tod ihres berühmten Vaters, Karl Marx, versucht, dessen Erbe zu bewahren - gleichzeitig aber eigene Ambitionen verfolgt. Aufgrund der corona-bedingt limitierten Zuschauerzahlen pro Spielstätte, wird der Film morgen um 20:30 Uhr zeitgleich in neun Kinos gezeigt. Und ist um 23:00 Uhr nochmals im Filmmuseum zu sehen. Zum Viennale-Auftakt verlosen wir eine Festival-Tasche. Bei Interesse schreiben Sie uns bitte ein Mail mit dem Kennwort "Viennale“ an kulturheute@orf.at

Dieser Sendungsteil kann aus rechtlichen Gründen nicht im Internet gezeigt werden.

Blitzlicht

Yasmina Kobza präsentert die neuesten Trends. Heute stellt sie eine Ausstellung vor, die sich intensiv mit dem Thema „Corona“ und dem Zeitgeist auseinandersetzt.

Versteigerung persönlicher Objekte des Kaisers

In Corona-Zeiten laufen auch Versteigerungen anders ab: im Dorotheum sind jetzt persönliche kaiserliche Objekte unter den Hammer gekommen. Vom Hut bis zum Schreibzeug von Kaiser Franz Joseph. Mitsteigern konnte man auch von zu Hause aus. Gabi Hassler berichtet.

Moderation und Redaktion:
Ani Gülgün-Mayr, Peter Fässlacher und Patrick Zwerger

Kulturmagazin, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Kultur Heute Spezial: Beethoven

    Der Geburtstag von Ludwig van Beethoven jährt sich im Dezember zum 250. Mal. Daher steht Kultur Heute eine Woche lang ganz im Zeichen des Komponisten. Ani Gülgün-Mayr meldet sich heute aus dem Theater an der Wien.

  • Kultur Heute Spezial: Beethoven

    Der Geburtstag von Ludwig van Beethoven jährt sich im Dezember zum 250. Mal. Daher steht Kultur Heute eine Woche lang ganz im Zeichen des Komponisten. Patrick Zwerger ist heute im Kunsthistorischen Museum Wien zu Gast und spricht mit Kurator Andreas Kugler über die aktuelle Ausstellung „Beethoven bewegt“.

  • Kultur Heute Spezial: Beethoven

    Der Geburtstag von Ludwig van Beethoven jährt sich im Dezember zum 250. Mal. Daher steht Kultur Heute eine Woche lang ganz im Zeichen des Komponisten. Patrick Zwerger ist heute am Wiener Zentralfriedhof an Beethovens Grab.

  • Kultur Heute Spezial: Beethoven

    Der Geburtstag von Ludwig van Beethoven jährt sich im Dezember zum 250. Mal. Daher steht Kultur Heute eine Woche lang ganz im Zeichen des Komponisten und meldet sich jeden Tag von einem Ort, der einen Bezug zu Beethoven hat. Heute begrüßt Patrick Zwerger die ZuseherInnen vor der Wiener Staatsoper.