Themenmontag

Avocado, Cashew & Co | Lachs und Avocado | Die Lachsindustrie

Drei Reportagen zeigen die Schattenseiten der modernen Ernährungsweisen und Superfood-Trends der westlichen Welt: von lebensgefährlichen kriminellen Machenschaften bis zu Massenzucht zwischen veganen Futterstoffen und Medikamentencocktails.

Themenmontag: Avocado, Cashew & Co – Was der Gesundheitsboom anrichtet

Dokumentation von Kurt Langbein, 2020

Themenmontag: Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

Reportage von Xenia Böttcher und Matthias Ebert, 2019

Themenmontag: Die Lachsindustrie

Reportage von Andrea Hauner, 2016

Montag, 19.10.2020, 20.15 Uhr
Wh. Di 02.05 Uhr

Avocado, Cashew & Co - Was der Gesundheitsboom anrichtet!!!

Dokumentation von Kurt Langbein, 2020

Während sich die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten immer gesünder mit Rohstoffen aus dem globalen Süden ernähren, wird den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieses Ernährungsverhaltens wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Was passiert mit der Umwelt und den Produzenten?

Viele gesunde Lebensmittel werden über den halben Globus transportiert, bevor wir sie verzehren: das Omega3-haltige Lachsbrötchen mit Avocado hat rund 13.000 Flugkilometer hinter sich, bevor es auf dem Frühstücksteller liegt; die Avocado hat rund 400 Liter Wasser zum Wachsen gebraucht. In Israel wird bereits die Hälfte des verbrauchten Wassers für den Avocadoanbau aufgewendet.

Avocado, Cashew & Co – Was der Gesundheitsboom anrichtet 
 
Originaltitel: Verbraucherschutz: Foodtrends (3/4)

ORF/Langbein & Partner

Der westliche Superfoodtrend richtet enormen Schaden in der dritten Welt an.

21.55 Uhr
Wh. Di 00.50 Uhr und 03.40 Uhr

Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

Reportage von Xenia Böttcher und Matthias Ebert, 2019

Lachs ist auf der Nordhalbkugel heimisch, nicht aber in den Küstengewässern von Chile; hier wird er in Aquakulturen gezüchtet und wächst bis zur Schlachtreife heran. 700.000 dieser Raubfische züchten sie in Süden von Chile für den Weltmarkt.

In den 1980er-Jahren war Lachs ein Luxusprodukt, zu finden auf den Buffets der Reichen; mittlerweile ist er zum Trend-Food geworden. Auch dank der Massenzucht in Chile ist der Fisch erschwinglich geworden. Relativ billig und eine gesunde Alternative zum Fleisch - alles scheint für den Lachs zu sprechen. Wären da nicht die Schattenseite des Aufschwungs: Antibiotika-Gaben, damit der Fisch in den Aquakulturen gesundbleibt, bis zu 700-mal mehr als in Norwegen zum Beispiel, weil in Chile die Umweltgesetze weniger streng sind.

Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

ORF/Bavaria

tote Lachse

Lachse sind Raubfische. In Aquakulturen in Brasilien werden sie mit Soja gefüttert. Agrar-Großbetriebe für den Soja-Anbau wiederum verschlingen immer mehr Land. Dazu kommt, dass die Soja-Pellets für das Lachs-Mästen mit gesundheitsschädlichen Mitteln behandelt werden, die in der EU und in den USA verboten sind. Aber nur so kann das Soja haltbar gemacht werden, um es in riesigen Mengen zu den Lachs-Farmen zu transportieren - die Kehrseite des Trend-Foods, wie Matthias Ebert im Süden Lateinamerikas zeigt.

Weiter im Norden bauen Farmer Avocado im großen Stil an. Ein Lebensmittel, das fast schon Kultstatus in den USA und in Europa erreicht hat: gesundes Fett, cremig, liegt es bei Veganern, Vegetariern und der wachsenden Hipster-Gemeinde der Metropolen im Trend. Mexiko produziert mehr Avocado als irgendwer sonst in der Welt. Das „grüne Gold“ nennt man es dort, doch längst glänzt es nicht mehr, wie der Film zeigt.

Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

ORF/Bavaria

Avocados

José Gonzalez arbeitet seit 35 Jahren im Avocado-Geschäft, und die steigende Nachfrage hat ihn zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Und zu einem bedrohten. Nur noch mit schwer bewaffneten Bodyguards geht er auf seine Plantagen, sein Sohn wurde bereits entführt, 100.000 US-Dollar sollte er zahlen. Er selbst wurde schon zwei Mal entführt. Erhielt Gonzales für ein Kilo Avocados einst 20 Cent, so sind es jetzt bereits 3,50 Euro. Und es werden Milliarden Avocados exportiert. Mexikos organisierte Kriminalität will mitmischen beim Geschäft mit dem „grünen Gold“. Kartelle streiten im Bundesstaat Michoacán um die Macht. Der Kampf ist besonders brutal, Hinrichtungen sind keine Seltenheit. Der Terror und die damit verbundene Angst sollen die Farmer gefügig machen. Wer sein Schutzgeld nicht zahlt, verschwindet oder wird getötet.

22.30 Uhr
Wh. Di 01.20 Uhr

Die Lachsindustrie

Reportage von Andrea Hauner, 2016

Lachs war früher eine Delikatesse, heute ist er ein Massenprodukt. Auch, weil er in riesigen Aquakulturen gezüchtet wird und deshalb preiswerter ist als zum Beispiel Kabeljau oder Heilbutt. Aber in den letzten Jahren ist der Zuchtlachs immer wieder wegen der Gabe von Antibiotika und Pestiziden, sogar von „giftigem Lachs“ war die Rede. Was ist dran an diesen Vorwürfen? Der Hamburger Küchenchef Thomas Sampl macht sich für diese Reportage auf den Weg zu Lachsfarmern, Wissenschaftern und Händlern, um Antworten zu finden.

Die Lachsindustrie

NDR/Flemming Postproduktion GmbH

Rund 400 Millionen Lachse schwimmen in Norwegen in Netzgehegen in den Forjds. Kann man Zuchtlachs unbedenklich essen? Zuchtlachs ist in Verruf geraten. Stimmen die Vorwürfe?

Lachs, der in Deutschland verzehrt wird, kommt zu über 90 Prozent aus Norwegen. Rund 400 Millionen Lachse schwimmen hier in Meeresgehegen. Die Aquakultur hat zwar Fortschritte gemacht, aber es gibt auch noch jede Menge Probleme. Der Lachs ist ein Raubfisch und ernährt sich in freier Wildbahn vor allem von anderen Fischen. Doch in der Zucht ist Futter aus Fischen limitiert. Deshalb stellen die Lachsfarmer auf vegetarisches Futter um. Das hat Konsequenzen, vor allem auf den Omega-3-Gehalt des Lachses. Das Pestizid Ethoxyquin, mit dem das Futter für den Lachs haltbar gemacht wird, ist in Europa eigentlich verboten. Als Konservierungsmittel ist es nur erlaubt, weil es bisher keine Alternative gibt. Wie viel giftiges Ethoxyquin ist im Lachs nachweisbar? Und wie gefährlich ist das?

Die Lachsindustrie

NDR/Flemming Postproduktion GmbH

15 Millionen Lachse werden zentral überwacht und gefüttert.

Das Hauptproblem der Züchter sind Lachsläuse, die sich als Folge der Massenzucht ausbreiten. Eine Plage, die sie bislang nicht in Griff bekommen. Dennoch wollen die Züchter in Norwegen noch mehr Lachs produzieren. Denn durch die wachsende Nachfrage steigt der Preis für Lachs. Mehrere Firmen sind bereits an der Börse. Sie wollen mit „Meeresfabriken“ die Lachszucht revolutionieren.

Die Reportage berichtet über ein Geschäft, das mit seinem eigenen Erfolg zu kämpfen hat.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Das Geschäft mit der Armut - Wie Lebensmittelkonzerne neue Märkte erobern

    Der Film zeigt, wie Großkonzerne auf Kosten der Gesundheit Kasse machen. Er blickt dabei in den Großraum von São Paulo und nach Kenia.

  • Die Wahrheit über Naturkosmetik

    Diese ORF-III-Neuproduktion geht Naturprodukten auf den Grund, die Kosmetik ohne schädliche Chemie versprechen. Gestalter Martin Pusch geht der Frage nach, ob die Versprechungen dieser alternativen Produktlinien halten und wer hinter den neuen Labels steckt.

  • Die Tricks der Kosmetikindustrie

    Die Dokumentation stellt Werbeversprechen auf den Prüfstand, erklärt, welche Tricks aus dem Chemiebaukasten für teils verblüffende Effekte sorgen, und gibt nützliche Tipps für den täglichen Gebrauch.

  • Giftige Kosmetik - Chemie, die unter die Haut geht

    Vieles, womit wir uns sanft eincremen, enthält giftige Chemikalien. Täglich massieren wir uns Stoffe unter die Haut, die unser Krebsrisiko erhöhen. Der Film zeigt, wo Schadstoffe enthalten sind, was die Gefahren sind und wie man sich davor schützen kann.