zeit.geschichte

Wiener Bürgermeister: Jakob Reumann, Karl Lueger und Cajetan Felder

ORF III zeigt im Rahmen des Regionalgeschichte-Schwerpunkts drei neu-produzierte Fernsehportraits namhafter Wiener Bürgermeister.

Wiener Bürgermeister: Jakob Reumann

Dokumentation, 2020

Wiener Bürgermeister: Karl Lueger

Dokumentation, 2020

Wiener Bürgermeister: Cajetan Felder

Dokumentation, 2020

Samstag, 17.10.2020, 20.15 Uhr
Wh. So 05.00 Uhr

Wiener Bürgermeister: Jakob Reumann - Der rote Macher

Dokumentation, 2020

Als erster sozialdemokratischer Wiener Bürgermeister nach der Ausrufung der Ersten Republik setzte sich Jakob Reumann (1853-1925) setzte für das Los der Arbeiterklasse ein und führte Wien in den Trennungsverhandlungen mit Niederösterreich in seine neue Souveränität als eigenes Bundesland. Damals waren die roten Visionen noch jung und Reumann glaubte wie viele andere, dass aus den Trümmern des Weltkriegs eine neue Gesellschaft und ein moderner Typ Mensch erwachsen würde.

Seinen Einsatz für den sozialen Wohnbau und für die Bildungsmöglichkeiten der arbeitenden Klasse nahmen sich viele seiner Amtsnachfolger zum Vorbild. Nach seinem Tod widmete ihm die Gemeinde den nach ihm benannten Reumannplatz im Arbeiterbezirk Favoriten und man verewigte ihn neben dem Gründervater der Sozialdemokratie, Victor Adler (1852-1918) und dem Begründer des modernen Sozialstaats, Ferdinand Hanusch (1866-1923) im Republiksdenkmal vor dem Parlament.

Gestaltung: Susanne Pleisnitzer

21.05 Uhr
Wh. So 04.10 Uhr

Wiener Bürgermeister: Karl Lueger - Demagoge und Innovator

Dokumentation, 2020

Sein Name ist heute untrennbar mit dem verhängnisvollen Beginn des politischen Antisemitismus der Jahrhundertwende verbunden: Karl Lueger (1844-1910). Lange galt er in Wien als ambivalente Figur, aber spätestens seit der Umbenennung des „Dr. Karl Lueger-Rings“ in „Universitätsring“ ist er endgültig aus der Reihe der verdienten Stadtväter verschwunden. Mit seiner Instrumentalisierung des damals weitverbreiteten Judenhasses für politische Zwecke war er schon zu seiner Zeit umstritten. Kaiser Franz-Joseph wies deshalb seine Ernennung für das Bürgermeisteramt mehrfach zurück, ließ sich dann aber durch die Intervention von Papst Leo XIII. (1810-1903) umstimmen.

In Karl Luegers Amtszeit fielen der Bau der zweiten Hochquellleitung und von Steinhof sowie infrastrukturelle Weichenstellungen wie die kommunale Straßenbahn oder die Elektrizitätsversorgung.

Teil zwei des ORF-III-Dreiteilers beschäftigt sich mit dieser umstrittenen Figur, der die nazi-deutsche Filmindustrie den Verherrlichungsfilm „Wien 1910“ widmete.

Gestaltung: Alexander Frohner

cajetan felder

ORF/Clever contents

Cajetan Felder, nachgestellte Szene)

21.55 Uhr
Wh. So 03.25 Uhr

Wiener Bürgermeister: Cajetan Felder - Der Mann am Ring

Dokumentation, 2020

Vieles, was das moderne Wien ausmachte, entstand in der Amtszeit des Wiener Bürgermeisters Cajetan Felder (1814-1894): die erste Hochquellleitung, das neue Rathaus an der Ringstraße, die Regulierung der Donau und die Gründung des Zentralfriedhofs. Der liberale Felder zeichnete für all diese bahnbrechenden Neuerungen verantwortlich, ohne die Wien niemals zu einer der lebenswertesten Städte der Welt geworden wäre. Die Widerstände, gegen die er sich durchsetzen musste, waren bei all diesen Vorhaben gigantisch.

Felders Verdienste um die Stadt Wien verloren sich zu seinen Lebzeiten im politischen Hickhack der politischen Fraktionen. Bei der Eröffnung des neuen Rathauses fiel nicht einmal sein Name. Erst spätere Generationen konnten sein Wirken für die Stadt treffend einordnen.

Die Dokumentation über Cajetan Felder ist der letzte Teil der dreiteiligen Serie in ORF III, die sich anlässlich „100 Jahre Wien als eigenes Bundesland“ mit besonders geschichtswirksamen Persönlichkeiten dieses Amtes beschäftigt.

Gestaltung: Alexander Frohner


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Die US-Präsidenten im Krieg

    Der Doku-Zweiteiler erzählt die Geschichte der Männer, auf den Kriegsschauplätzen des 20. Jahrhunderts kämpften und später Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wurden.

  • 100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten

    2020 jährt sich die Abtrennung Südtirols von Österreich durch das Inkrafttreten des Vertrags von St. Germain zum 100. Mal. ORF III wirft aus diesem Anlass eine Blick in die Geschichte Südtirols.

  • Silvius Magnago - Der Vater Südtirols

    Wolfgang Winkler porträtiert den Obmann der Südtiroler Volkspartei, der am 17. November 1957 auf Schloss Sigmundskron das „Los von Trient“ ausgerufen und damit das Fundament für die heutige Südtirolautonomie gelegt hat.

  • Südtirol - Zwischen Bomben und Autonomie

    Der Film von Wolfgang Winkler dokumentiert den Prozess gegen 94 Männer des Befreiungsausschuss Südtirol (BAS), die in der sog. Feuernacht von 11. auf 12. Juni 1961 37 Strommasten gesprengt hatten.