Heimat Österreich

Bergleben rund um den Großglockner

Der Film von Alfred Ninaus portraitiert Menschen in Heiligenblut, Bad Bleiberg, Irschen, Mallnitz und Maria Luggau, die die traditionelle bergbäuerliche Lebenskultur erhalten.

Heimat Österreich: Bergleben rund um den Großglockner

Dokumentation, 2020

Mittwoch, 14.10.2020, 20.15 Uhr
Wh. Fr 01.25 Uhr, Sa 10.55 Uhr und 18.35 Uhr

Am Fuße des Großglockners liegt das wohl bekannteste Bergdorf Österreichs: Heiligenblut. Hier porträtiert der Film den Bergführer Peter Suntinger, der über die Geschichte und die Bedeutung der bekannten Großglockner-Hochalpenstraße, die in Heiligenblut ihren Ausgangspunkt hat, einiges zu berichten weiß, hat er doch in den 1970er Jahren bei der notwendigen Verbreiterung der Erlebnisstraße tatkräftig mitgearbeitet. Er erzählt vom Wandel des Tourismus im Ort.

Bergleben rund um den Großglockner

ORF/RAN Film

Peter Suntinger, Bergführer am Großglockner

Bergleben rund um den Großglockner

ORF/RAN Film

Altbauer Wallner vulgo Pfeifer

Der 75 jährige Bergbauer Peter Wallner vulgo Pfeifer hat seinen, auf 1.300 Metern hoch gelegenen Hof, seit den frühen 1960er Jahren bewirtschaftet; vor einigen Jahren hat er den Hof seinem Sohn und dessen Frau übergeben, die den Hof nur noch im Nebenerwerb bewirtschaften. Der Altbauer selbst hat ein Hofmuseum eingerichtet; hierfür hat er über die Jahre bäuerliches Werkzeug zusammengetragen und gesammelt, um ein Bewusstsein für den einst so beschwerlichen Arbeitsalltag der Bergbauern zu schaffen.

Vorgestellt wird auch Hans Pichler, dessen Vater in den 1960er Jahren 200 Steinböcke angesiedelt hat, die zuvor im Gebiet der Hohen Tauern bereits ausgerottet waren. Das Bildmaterial, das er zeigt, gibt bis dato kaum bekannte Einblicke in die Geschichte der Steinböcke am Großglockner, die längst zum Aushängeschild des Nationalparks Hohe Tauern geworden sind.

Südöstlich von Heiligenblut liegt Mallnitz, die Wiege des Alpinismus. Hier haben die Gründerväter des Alpenvereins Pionierarbeit geleistet und die Bergwelt rund um den Ankogel für den Fremdenverkehr erschlossen. Der ehemalige Bergretter Sepp Kröll erzählt vom Wandel des Bergtourismus und von jener Leidenschaft, die ihn seit Kindheitstagen begleitet: das „Berggehen“. In der Dokumentation wird auch die Bauernfamilie Saupper, die hier in 4. Generation einen Bergbauernhof bewirtschaftet und zum Urlaub am Bauernhof einlädt, besucht.

Weiter geht es ins Drautal, ins idyllische Irschen. Hier stellt der Film unter anderem die 80-jährige Biobäurin Kathi Hassler vor, die Pionierarbeit für das Dorf geleistet hat. Die Gemeinde versteht sich heute als Kräuterdorf, an jeder Ecke befindet sich ein Kräutergarten und Kathi Hassler war die erste, die sich dieser Idee verschrieben hat. Sie betreibt mit ihrem Kräuterverarbeitungshof das Zentrum, wo all die Kräutergärtner*innen des Ortes ihre Ernte zur Weiterverarbeitung hinbringen. Ihr Sohn hat seine Karriere als technischer Mathematiker in der Großstadt aufgegeben und führt heute gemeinsam mit seiner Frau den Biobauernhof im Vollerwerb weiter.

Am Fuße des Villacher Hausberges, dem Dobratsch, liegt Bad Bleiberg, eine einst bedeutende Bergbaugemeinde. Der Abbau von Blei und Zink hat den Ort bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. 1993 wurde das Bergwerk geschlossen. Der ehemalige Bergmann Helmut Preimel erinnert sich an den harten Arbeitsalltag im Bergwerk, und daran, wie sehr das Ende des Bergbaus die Belegschaft getroffen hat. Heute ist Bad Bleiberg ein Kur- und Thermalort. Seit über 50 Jahren betreibt die Familie Lutz eines der ersten Hotels des Ortes, es ist bis heute ein überschaubarer Familienbetrieb geblieben. Seniorchef Edwin Lutz gibt Einblicke in die Entwicklung des Dorfes vom rauen Bergbau zum mondänen Kurort.

Bergleben rund um den Großglockner

ORF/RAN Film

Großglockner-Pasterze

Wie sonst kaum wo ist das abgeschiedene Lesachtal nach wie vor ausschließlich vom bergbäuerlichen Leben bestimmt. Hier spielt der Glaube im Leben der Bauern seit jeher eine gewichtige Rolle. So auch am Jöhrerhof in Tscheltsch auf 1.250 Metern Seehöhe. Die Altbäuerin Josefa Unterguggenberger hat gemeinsam mit ihrem Mann ab 1963 den Bauernhof geführt. Die Jahre vor und nach der Hofübernahme waren geprägt von einem Alltag, der heute unvorstellbar ist. Es waren Jahre, in denen der Glaube über die Beschwerlichkeit des Alltags hinweggeholfen hat. Der Jöhrerhof ist seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1736 im Familienbesitz. Auch für den heutigen Bauern Johann Unterguggenberger hat es nie einen Zweifel gegeben, in die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten. In derartigen Steil- und Höhenlagen wie hier im Lesachtal ist es keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein Bergbauernhof noch im Vollerwerb bewirtschaften lässt. Familie Unterguggenberger zeigt Leidenschaft und Zuversicht und ist so für die Zukunft gerüstet.

Bergleben rund um den Großglockner

ORF/RAN Film

Filmteam: Fritz Aigner, Reinhold Ogris, Alfred Ninaus

Drehbuch: Fritz Aigner
Regisseur: Alfred Ninaus

Dokumentation, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Hoch über dem Murtal

    Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen in der steirischen Krakau, St. Wolfgang am Zirbitzkogel, Perchau am Sattel, Pusterwald und Hohentauern, die in den abgelegenen Bergdörfern hoch über dem Murtal auf Augenhöhe mit der Natur leben.

  • Sehnsucht nach dem Dorf - Leben im Voralpenland

    Wolfgang Niedermair portraitiert in seiner neuen Dokumentation Dorfgemeinschaften im Voralpenland und anderen niederösterreichischen Regionen, die ihre Traditionen bis heute pflegen.

  • Bergsommer in den Seetaler Alpen

    Wer in den Seetaler Alpen himmelwärts strebt, kann seine Alltagssorgen bald hinter sich lassen – jenseits der Waldgrenze hat man einen klaren Blick über die steirischen Gipfel und Täler, die diesen Gebirgszug säumen.

  • Almhütten - Leben über der Baumgrenze

    Eine amüsante Reise in die Berge zu Alm- und Schutzhütten und ihren Bewohnern - Charakterköpfen, wie sie nur dort oben gedeihen.