zeit.geschichte

100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten

2020 jährt sich die Abtrennung Südtirols von Österreich durch das Inkrafttreten des Vertrags von St. Germain zum 100. Mal. ORF III wirft aus diesem Anlass eine Blick in die Geschichte Südtirols.

zeit.geschichte: 100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten

Dokumentation, 2020↲
(Originaltitel: „100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik“)

Samstag, 10.10.2020, 20.15 Uhr
Wh. Mo 00.45 Uhr

Im Oktober 2020 gehört Südtirol, als Folge des Vertrages von St. Germain, 100 Jahre zu Italien. Anlass für einen Blick auf die turbulente und leidvolle Geschichte dieses Gebietes, das seinen Bezug zu Österreich nie verloren hat.

Die faktische Abtrennung von Österreich im Jahr 1919 hat eine ganze Generation traumatisiert. Der aufkommende Faschismus verschärfte nach dem Ersten Weltkrieg die Lage. Bald sah sich die zu 98 Prozent deutschsprachige Bevölkerung mit einer rigorosen Italianisierungspolitik konfrontiert.

100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten 
 
Originaltitel: 100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik

ORF/Pammer Film/family picture

Sassongher 1960

Nach dem Zweiten Weltkrieg hofften viele Südtiroler auf eine Rückkehr zu Österreich. Das Nachkriegseuropa hatte jedoch andere Probleme als ein Gebiet mit rund 500.000 Einwohnern. Auch im demokratischen Italien war die Situation der Südtiroler schwierig. Der im Pariser Vertrag zugesagte Minderheitenschutz wurde praktisch nicht umgesetzt. Anfang der 1960er Jahre eskalierte die Situation: die „Feuernacht“, in der verzweifelte Bauern mit Sprengstoffattentaten auf die Situation aufmerksam machen wollten, ist fest im Südtiroler Bewusstsein verankert. Staatliche Repressionen waren die Antwort. Auf internationaler Ebene brachte Kanzler Bruno Kreisky (1911-1990) die Südtirol-Frage vor die UNO. Das Verhältnis zwischen Österreich und Italien war auf einem Tiefpunkt. Erst mit dem zweiten Autonomie-Statut 1972 begann sich die Lage der Südtiroler wesentlich zu verbessern. Die früher so schmerzhafte Brennergrenze ist heute kaum noch merkbar. Und doch - Themen wie die gewaltsame Abtrennung von Österreich, Faschismus und Attentate sind auch heute noch höchst sensible und kontrovers diskutierte Themen.

Zeitzeugen wie Fritz Molden (1924-2014), der friedlich für die Autonomiebewegung in Südtirol eintrat und bis zum Jahr 1960 als Mitglied im Politischen Komitee des Befreiungsausschusses Südtirol mit Österreichern und US-Amerikanern verhandelte, und Gerd Bacher (1925-2015), Träger des Großen Verdienstordens des Landes Südtirol, berichten über Italianisierungsmaßnahmen im Faschismus und die Attentate der 1960er. Experten wie Hans Karl Peterlini, Südtiroler Journalist und Autor, oder der Historiker Michael Gehler und Politiker wie Andreas Khol, Wendelin Weingartner oder Luis Durnwalder ziehen im Film von Birgit Mosser-Schuöcker Bilanz.

Regisseure: Birgit Mosser-Schuöcker und Wolfgang Winkler.

Dokumentation, 2020
(Originaltitel: „100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik“)

100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten 
 
Originaltitel: 100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik

ORF/Pammer Film/family picture

Villnöß 1960

100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten 
 
Originaltitel: 100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik

ORF/Pammer Film/family picture

Neuner mit Barbarakapelle in den 1960ern

100 Jahre Südtirol - Zerrissen zwischen den Mächten 
 
Originaltitel: 100 Jahre Südtirol - Zerrissen im Kräftespiel der Politik

ORF/Pammer Film/family picture

Südtirol das Urlaubsparadies 1960er Jahre


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