Heimat Österreich

Bergsommer in den Seetaler Alpen

Wer in den Seetaler Alpen himmelwärts strebt, kann seine Alltagssorgen bald hinter sich lassen – jenseits der Waldgrenze hat man einen klaren Blick über die steirischen Gipfel und Täler, die diesen Gebirgszug säumen.

Heimat Österreich: Bergsommer in den Seetaler Alpen

Dokumentation, 2020

Mittwoch, 16.9.2020, 20.15 Uhr
Wh. Do 05.00 Uhr, Sa 01.35 Uhr

Zwischen der Steiermark und Kärnten liegt der höchste Gipfel der Seetaler Alpen, der Zirbitzkogel. Wer hier lebt, weiß die Schönheit der Natur zu respektieren. Und wer hier nur vorbeikommt, dem wird es meistens warm ums Herz. Die Bergsommer hier oben sind von besonderer Schönheit. Schuld ist an diesem hohen Wohlfühlfaktor angeblich die Zirbe. Sie gibt der Gegend den Namen: Zirbenland. Hier ist die Erinnerung an bäuerliche Traditionen bewahrt, sind Handwerk und Brauchtum lebendig.

Kurt Rieger war von Beruf Holzhändler. Heute genießt er seine Pension und die Natur. Er führt uns auf den Zirbitzkogel. Dort oben, wo die Vegetation karger wird und die Bäume weniger werden, stößt man auf die nur in sehr wenigen Regionen der Alpen und Karpaten wachsende Kiefernart: die Zirbe. "Die Leut, die was aufekemmen, die müssen a bissl a Geduld mitnehmen, unten habens eh immer an Stress.“ weiß Herbert Schönhart, Wirt der Schmelzhütte. Sie liegt nahe des Truppenübungsplatzes Seetaler Alpe des österreichischen Bundesheeres auf rund 1.900 Metern Seehöhe oberhalb der Waldgrenze. Der knapp 2.000 Hektar große Übungsplatz ist an die 300 Tage im Jahr in Betrieb. Auch das Heer selbst ist seit über hundert Jahren in der Region verwurzelt, erzählt Gerhard Emmersdorfer und deswegen um eine gute Zusammenarbeit mit dem regionalen Tourismus bemüht.

Bergsommer in den Seetaler Alpen

ORF/Pammer Film

Von Ort Hammerl, der für die Bauern im Hinterland ein Handwerkszentrum mit Wagnerei, Schmied, Hammerwerk, Sägewerk, Wirtshaus, Hengstenstation und einer Mühle war, erzählt Franz Feichtinger, der diese mühevoll renoviert hat und heute als kleines, privates Museum betreibt. Das Leben der Bauern hat sich auch hier im Zirbenland verändert. War der bäuerliche Alltag noch vor gar nicht allzu langer Zeit von beschwerlicher Arbeit geprägt so sind heute arbeitserleichternde Maschinen im Einsatz. Doch der Fortschritt hat auch seinen Preis, wissen Ilse und Erich Koller, während Ingrid Höfering vom Sonnenaufgang auf ihrer Rothaidenhütte schwärmt. Dort wird Tradition und musikalische Unterhaltung groß geschrieben wenn Hans Steinkellner nach dem „Zäunen“ dort musiziert.

In Weisskirchen in der Steiermark, am Anfang des Zirbenlandes, hat sich Harald Pfeiffenberger seine kleine Kunsthandwerkstatt eingerichtet. Hier verarbeitet er Zirbenholz aus der Region zu einem besonderen Schreibgerät; der „ZirPen“, einer Füllfeder aus Zirbenholz. Genauso alt wie das Drechsel-Handwerk ist das Wissen der Bauern um den Eigenanbau von Obst und Gemüse und um die Wirkung und Heilkraft von Kräutern. Bäuerin Elisabeth Reichel hat das Generationen alte Wissen bewahrt.

Die Seetaler Alpen und der Zirbitzkogel ziehen zahlreiche Wanderer und Ausflügler an. Für viele war und ist die Tonnerhütte eine Station auf dem Weg hinauf oder hinunter. Ermelinde Ferner hat in neun Jahrzehnten viele Wanderer kommen, verweilen und gehen gesehen. So kann sie sagen die Menschen nicht nur zu kennen, sondern auch unterscheiden zu können.

Bergsommer in den Seetaler Alpen

ORF/Pammer Film

Bergsommer in den Seetaler Alpen

ORF/Pammer Film

Dokumentation, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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