zeit.geschichte "75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Der Wettlauf um die Atombombe

In den Morgenstunden des 6. August 1945 startet der amerikanische Bomber “Enola Gay” mit Kurs auf Japan. In seinem Bombenschacht trägt er “Little Boy”, eine Atombombe. Sein Ziel ist Hiroshima, eine Industriestadt mit 340.000 Einwohnern.

Der Wettlauf um die Atombombe

Dokumentation, 2015

Samstag, 8.8.2020, 21.55 Uhr
Wh. Mo 01.45 Uhr, Do 03.35 Uhr

Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr klinkt der Pilot der „Enola Gay“ die Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über Hiroshima aus: Sie explodiert mit der Wucht von 15.000 Tonnen TNT. Über der Stadt erhebt sich ein gigantischer Atompilz. Die Hitze am Boden erreicht 4.000 Grad. 70.000 Menschen sind auf der Stelle tot. Die Verstrahlung fordert unzählige weitere Opfer, zum Teil noch Jahrzehnte danach. Insgesamt sterben an dieser Atombombe über 140.000 Menschen.

Drei Tage später wird eine zweite Atombombe auf die Stadt Nagasaki abgeworfen. Sie tötet weitere 45.000 Menschen.

Der Einsatz dieser neuartigen Waffe versetzt den ohnehin schon schwer angeschlagenen Japanern den letzten Stoß und gibt den Anstoß zur bedingungslosen Kapitulation Japans am 2. September 1945.

Der wettlauf um die atombombe

ORF/ZED

Hiroshima nach dem Atombombenangriff

Der wettlauf um die atombombe

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Hiroshima-Opfer

Der Zweite Weltkrieg ist also zu Ende und die USA zur Supermacht aufgestiegen. Wenig bekannt ist, dass im Rennen um die Entwicklung der Atombombe die Nationalsozialisten für eine Weile die Nase vorn hatten. Die US-Amerikaner waren überzeugt, dass Hitlers Nazi-Deutschland kurz vor einem Durchbruch bei der militärischen Kernspaltung steht. Um den Nationalsozialisten zuvor zu kommen, lancierte Franklin D. Roosevelt (1882-1945) das größte Geheimprogramm aller Zeiten: das Manhattan-Projekt. Verborgen vor den Augen der Welt, arbeiten 600.000 Menschen an geschützten Orten im ganzen Land. Nicht einmal der Kongress wird informiert. Eine gewaltige Operation die das Geschick des Zweiten Weltkrieges entscheidet und die Welt danach für Jahrzehnte in Schrecken versetzen wird.

Nach den USA werden über die Jahre noch andere Staaten zu Atommächten. 1949 die UdSSR, 1952 Großbritannien, 1960 Frankreich. Der Wettlauf um die ultimative Waffe verändert das Verhältnis zwischen den Großmächten erheblich. Da sie die Mittel zur sicheren gegenseitigen Zerstörung haben, sind sie gezwungen auf Diplomatie zurückzugreifen. Das nennt man das Gleichgewicht des Schreckens.

Die Dokumentation folgt den intensiven Bemühungen der Wissenschafter, die Atombombe zu entwickeln und ihr Zerstörungspotential.

Der wettlauf um die atombombe

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Klaus Emil Julius Fuchs (1911-1988) war ein deutsch-britischer Kernphysiker und sowjetischer Spion. Nach seiner Flucht aus Deutschland und dem Studienabschluss der Physik in Großbritannien war er später maßgeblich im amerikanisch-britischen Manhattan-Projekt beschäftigt.

Der wettlauf um die atombombe

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Tafel in Los Alamos

Dokumentation, 2015


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