Werktäglich aktuelle Kulturnachrichten

KulturHeute

Ani Gülgün-Mayr mit aktuellen Meldungen aus der Kulturwelt.

Montag, 29.6.2020, 19.45 Uhr
Wh. Di 05.25 Uhr

Staatsoper: Ära Meyer geht zu Ende

An der Wiener Staatsoper geht morgen, die 10-jährige Ära von Direktor Dominique Meyer zu Ende. Er wechselt an die Mailänder Scala und in Wien übernimmt Bogdan Roscic. Gestern fand eine Abschiedsgala statt - ORF III war dabei und hat nachgefragt, was an der Fehde zwischen Meyer und Richard Lugner dran ist. Gabi Hassler berichtet.

Wiener Staatsoper sagt Dominique Meyer Adieu

Dominique Meyer ist zum Abschied als Direktor der Wiener Staatsoper zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt worden. Es war der Abschluss eines Galaabends am Samstagabend mit jenen Ensemblesängern, die der Franzose ans Haus geholt hatte.

Chefdirigentin Oksana Lyniv nimmt Abschied von der Oper Graz

Über noch einen Abschied aus der Klassikwelt berichten wir: „Ein Strauss zum Abschied“ - so lautet der Titel der Abschieds-Konzertreihe von Oksana Lyniv, Chefdirigentin an der Oper Graz. Sie widmet es ihrem Lieblingskomponisten: Richard Strauss, gemeinsam mit den Grazer Philharmonikern. Künftig wird die gebürtige Ukrainerin freischaffend dirigieren.

Intendant Thomas Angyan verlässt Musikverein

Nach 32 Jahren verlässt Thomas Angyan den Wiener Musikverein, den er als Intendant geleitet hat. Mit einem fulminanten Programm an Konzerten hätte er heuer seine letzte Saison beschließen wollen. Doch die Pandemie hat das verhindert. Dennoch verabschiedet sich der Kulturmanager mit zahlreichen Konzerten, berichtet Barbara Pichler-Hausegger.

Familiendrama „Das Vorspiel“

„Das Vorspiel“ von Regisseurin Ina Weisse ist ein intensives Familiendrama, das im Musikermilieu spielt. Es geht um eine Geigenlehrerin, wundervoll dargestellt von Nina Hoss, die sich gegen den Willen einiger Kollegen für die Aufnahme eines Schülers durchsetzt, den sie für talentiert hält. Ein Psychodrama über eine Frau deren Ehrgeiz für alle zur Qual wird.

„Die Pest in London“

Der englische Schriftsteller Daniel Defoe ist vielen durch seinen Abenteuerroman „Robinson Crusoe“ bekannt. Ein weltliterarisch nicht weniger bedeutendes Werk ist „Die Pest in London“, das jetzt in einer Neuauflage erschienen ist. Ein fiktiver Augenzeugenbericht der großen Pestwelle, die London 1665 heimgesucht hat und in dem Defoe den gesellschaftlichen Ausnahmezustand schildert, der in der Stadt durch die Epidemie ausbricht.

Salvador Sobral präsentiert neues Album

2017 war der Portugiese Salvador Sobral der Sensationssieger des Eurovisionssongcontests. Nach dem Erfolg musste der damals 28-jährige um sein Leben kämpfen. Nach einer Herztransplantation konnte sich Sobral wieder voll und ganz der Musik widmen. Nun meldet sich der Sänger mit der Band „Alma Nuestra“ zurück. Auf dem gleichnamigen Album werden alte lateinamerikanische Lieder von Salvador Sobral neu interpretiert.

Kulturgala im Schloss Esterhazy

Monatelang war es im Haydnsaal von Schloss Esterhazy in Eisenstadt gespenstisch ruhig. Gestern Abend wurde nach dem Corona-Lockdown erstmals wieder im Rahmen der ORF-III-Reihe „Wir spielen für Österreich“ musiziert. Unter dem Motto „Festivalsommer Neusiedler See“ trafen im Haydnsaal Musik und Theater aufeinander und viele Stars gaben ein kräftiges Lebenszeichen der burgenländischen Festivalbühnen. 97 Menschen lauschten live im Haydnsaal, viele Tausende vor den Fernsehgeräten.

Kulturmeldungen des Tages:

  • Literaturfestival „O-Töne“ im MQ
    Das Literaturfestival „O-Töne“ im Wiener Museumsquartier wird dieses Jahr stattfinden, wie die Veranstalter heute bekanntgegeben haben. Das Festival wird am 16. Juli mit einer Lesung von Xaver Bayer eröffnet. Bis 3. September werden an insgesamt acht Donnerstagen prominente Autorinnen und Autoren ihre Werke präsentieren. Darunter Valerie Fritsch, Friederiecke Mayröcker, Josef Haslinger und Hubert Achleitner, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Hubert von Goisern. Vor jeder Hauptlesung wird zudem ein Debütroman vorgestellt.
  • Rolling Stones drohen Trump mit Klage
    Die „Rolling Stones“ wehren sich gegen die Verwendung ihrer Lieder bei Wahlkampfveranstaltungen des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Vor allem das Lied „You Can’t Always Get What You Want” ist regelmäßig bei Auftritten Trumps zu hören, wogegen sich die Band bereits des Öfteren ausgesprochen hat. Da das jedoch nichts nützte, wurde nun ein Anwaltsteam beauftragt, das Trump verklagen werde, falls er noch einmal ein Lied der „Rolling Stones“ verwenden sollte.
  • Sechs Festnahmen nach Banksy-Diebstahl
    Im Fall eines gestohlenen Banksy-Kunstwerks aus dem Pariser Club „Bataclan“ hat die Polizei in Italien sechs Personen festgenommen. Die Verdächtigen sollen im Jänner 2019 eine Tür aus dem Rockclub gestohlen haben, auf die Banksy das Bild einer verschleierten Frau gesprayt hatte. Zwei der Verdächtigen sollen die Scharniere der Feuertür mit Winkelschleifern aufgeschnitten haben, gegen die anderen vier wird wegen „Beihilfe zur Tat“ ermittelt. Das Werk wurde erst vor wenigen Wochen auf einem Bauernhof in Italien sichergestellt.
  • Russland: Kirill Serebrennikow verurteilt
    Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow wurde vor Gericht wegen der Veruntreuung von staatlichen Fördergeldern schuldig gesprochen. Der gesellschaftskritische Künstler muss jedoch nicht ins Gefängnis, sondern wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Zudem ist es ihm verboten, weiter als Theaterdirektor zu arbeiten, und er soll die angeblich veruntreute Summe von rund 1,6 Millionen Euro zurückzahlen. Kritiker haben immer wieder betont, dass der Prozess lediglich politisch motiviert sei und, dass es sich um einen „Schauprozess“ gegen die liberale Kunstszene handle. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und der Künstler wolle Einspruch einlegen, heißt es.
  • Marlene Streeruwitz ist 70
    Die österreichische Autorin Marlene Streeruwitz ist 70. Streeruwitz ist sowohl für ihre politischen und feministischen Kommentare, Essays und Reden als auch für ihre Theaterstücke und Romane bekannt. Im Vorjahr war Streeruwitz für ihren Roman „Flammenwand“ sowohl für den deutschen, als auch für den österreichischen Buchpreis nominiert. Aktuell schreibt die Autorin an einem Corona-Roman: Seit 20. März sind die einzelnen Episoden des Werks mit dem Titel „So ist die Welt geworden“ auf der Website der Künstlerin abrufbar.

Dieser Sendungsteil kann aus rechtlichen Gründen nicht im Internet gezeigt werden.

„Isadoras Kinder“ im Kino

Isadora Duncan ist eine Ikone des modernen Tanzes. Der französische Regisseur und Tänzer Damien Manivel wagt mit seinem Film „Isadoras Kinder“ eine Annäherung an die Legende. Der Film greift ein prägendes Ereignis in Duncans Leben heraus: 1913 verlor die Tänzerin bei einem Autounfall in Paris ihre beiden kleinen Kinder, ihre Trauer verarbeitete sie in dem Stück „Mother“. Im Film interpretieren vier Tänzerinnen ein Jahrhundert später die Choreografie von Duncan und transponieren ihre Geschichte in die Gegenwart.

1.000 Jahre Kloster Traunkirchen

Die Halbinsel von Traunkirchen ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sie ist auch uraltes Siedlungsgebiet. Vor 1000 Jahren ließen sich hier Benediktinernonnen aus Salzburg nieder und gründeten ein Kloster. Funde aus der späten Bronzezeit beweisen aber, dass es sich hier auch schon vor 3.500 Jahren gut leben ließ. Drei Ausstellungen im Kloster zeigen nun in die wechselvolle Geschichte von Traunkirchen.

Moderation und Redaktion:
Ani Gülgün-Mayr, Peter Fässlacher und Patrick Zwerger

Kulturmagazin, 2020


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