Festivalsommer Neusiedler See

„Cole over Beethoven“

František Janoska nach Themen von Ludwig van Beethoven und Cole Porter, gespielt vom Janoska Ensemble

In seinen originellen Bearbeitungen und Eigenkompositionen, die immer spontan aus überschäumender Musizierlaune heraus entstanden scheinen, überwindet František Janoska mit Vorliebe stilistische Barrieren. Vom populären ersten Satz von Beethovens sogenannter „Mondscheinsonate“ ist es nur ein nächtlicher Katzensprung hinein in Cole Porters „Night and Day“ – weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Der Titel besteht aus einer wortspielerisch-vielsagenden Annäherung an einen Klassiker des Rock’n’Roll-Pioniers Chuck Berry: In „Roll over Beethoven“ von 1956 verarbeitete er das Kindheitserlebnis, dass seine Schwester das Klavier für Klassik in Beschlag nahm, während er warten musste, bis er seine Musik spielen durfte. In Janoskas „Cole over Beethoven“ hingegen wird Ludwig van Beethovens Sonata quasi una Fantasia cis-Moll op. 27/2, die sogenannte „Mondscheinsonate“ (ein Beiname, der nicht auf den Komponisten zurückgeht und überhaupt in die Irre führt, aber unausrottbar populär geworden ist) zu einem klingenden Humus für die unsterblichen Melodien des begnadeten Broadway-Komponisten und Songwriters Cole Porter. „Night and Day“ ist die berühmteste Nummer aus dessen Musical „Gay Divorce“ (1932) und erklomm nicht nur sofort die Hitparade, sondern entwickelte sich auch rasch zum Jazz- und Popstandard und kann heute als Paradebeispiel für einen Evergreen gelten.

© Walter Weidringer