zeit.geschichte

Österreich II: Wetterleuchten | Gewitter

Ende der 1940er Jahre beginnt sich die Wirtschaft in Österreich zu erholen; doch in den Nachbarstaaten sorgen kommunistische Übergriffe für Unruhe. Und Anfang der 1950er Jahre sorgt u. a. der Koreakrieg für wirtschaftliche und soziale „Gewitter“ in Österreich.

Samstag, 27.6.2020, 20.15 Uhr
Wh. So 21.35 Uhr

Österreich II: Wetterleuchten

Doku-Reihe, 1984/2014

Ende der 1940iger Jahre beginnt Österreich sich wirtschaftlich zu erholen. Der Marshallplan greift und kurbelt den Wiederaufbau an. Der wird unterstützt durch die Errichtung der Sozialpartnerschaft - einem Forum, das Unternehmer, Arbeitnehmer und den Staat wirtschaftliche und soziale Aufgaben gemeinsam lösen lässt. Diese Zusammenarbeit stellt nicht nur einen weitgehend ungestörten Wiederaufbau sicher, sie überwindet auch erstmals die Gegensätze und Traumata der Bürgerkriegslager der Ersten Republik.

Österreich II 
Wetterleuchten (19)

ORF/Historisches Archiv

Straßenwalze planiert Platz vor dem Schloss Schönbrunn. Der Exerzierplatz vor dem Schloss Schönbrunn wird in ein Blumenbeet umgewandelt.

Nach der Wahl wird die Zusammenarbeit der beiden Großparteien gerade in Anbetracht der bedrohlichen internationalen Lager fortgesetzt. Doch gleichzeitig wird die Lage in Europa in den Jahren 1948/49 wieder bedrohlich: im Nachbarstaat Tschechoslowakei kommen die Kommunisten über Nacht an die Macht, in Jugoslawien bricht Tito mit Stalin, in Deutschland wird Westberlin von den Sowjets blockiert, zwei Millionen Berliner werden von den Westalliierten über eine Luftbrücke versorgt.

Österreich entgeht den europaweiten Erschütterungen nicht. Das zeichnet sich schon ab. Es ist ein Wetterleuchten vor dem Gewitter.

Österreich II 
Wetterleuchten (19)

ORF/Historisches Archiv

US-Hilfsgüter für Österreich werden von Schiffen entladen.

Österreich II 
Wetterleuchten (19)

ORF/Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Menschenmassen vor dem Belvedere (Staatsvertragsunterzeichnung)

Österreich II 
Wetterleuchten (19)

ORF/Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

19.02.1947: Rückgabe der Goldreserven der Nationalbank an die österreichische Regierung durch die US-Behörden. (v.l.n.r.: Leopold Figl, General Geoffrey Keyes)

21.50 Uhr
Wh. So 23.10 Uhr

Österreich II: Gewitter

Doku-Reihe, 1984/2014

Wohlstand ist im Jahr 1950 in Österreich noch ein unbekanntes Wort. Es gibt zwar schon ein Warenangebot, aber man verdient zu wenig Geld, um sich diese Dinge leisten zu können. Wünsche werden geweckt, aber nicht befriedigt. Das führt zu großen sozialen Spannungen. Und dann schlägt der Kalte Krieg zwischen Ost und West in einen heißen Krieg um, fern von Europa, in Korea. Aber die Folgen des Krieges wirken sich auch in Österreich sofort aus: wirtschaftliche Engpässe und enorme Preissteigerungen erschweren das Leben.

Im Oktober 1950 kommt es zu Streiks und schweren Unruhen. Die Kommunisten versuchen das zu nützen, um eine Änderung der Regierung und der Regierungspolitik zu erzwingen. In Straßenschlachten wird um die Erhaltung der bisherigen demokratischen und frei-wirtschaftlichen Entwicklung gerungen. Dem Wetterleuchten ist das Gewitter gefolgt.

österreich II: Gewitter 20/31

ORF/Schindelegger

Die Jagd als Privileg der Herrschenden: Besatzungssoldaten benötigen weder Waffenschein noch Jagderlaubnis. Russische Besatzungssoldaten bei der Jagd.

österreich II: Gewitter 20/31

ORF/National Archives

Manöver der amerikanischen Besatzungstruppen in Oberösterreich.

Moderation: Hugo Portisch


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