zeit.geschichte

Österreich II: Was tun mit Österreich? | Der Rest war Österreich

Die legendäre Dokumentationsreihe von Hugo Portisch und Sepp Riff (1928-2000) beschreibt in der 2. Staffel den Weg Österreichs ab 1946 - die Jahre der Besatzung und den Weg in die Unabhängigkeit sowie die Entwicklung, die zur Annexion Österreichs durch Hitler geführt hat.

Samstag, 30.5.2020, 20.15 Uhr
Wh. So 21.40 Uhr

Österreich II: Was tun mit Österreich?

Doku-Reihe, 1984/2013

1946 ist das Jahr, in dem die alliierten Mächte das befreite Österreich bereits in die volle Unabhängigkeit entlassen könnten. Das Land hat eine funktionierende Regierung, und ein bescheidener Wiederaufbau hat begonnen: in der VÖEST (später Voestalpine) wird die erste Tonne Stahl gegossen, bei Steyr der erste LKW zusammengebaut, bei Semperit werden die ersten Reifen und bei Siemens die ersten Elektromotoren per Hand gefertigt.

Aber die alliierten Truppen bleiben. Denn ein Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein neuer Krieg ausgebrochen: der kalte Krieg. West und Ost misstrauen einander; Österreich ist für beide Seiten zum Faustpfand geworden und die Wirtschaft erleidet einen harten Schlag: die Sowjets beschlagnahmen Hunderte Betriebe und erklären sie als vormals deutsches Eigentum zur Kriegsbeute; auch die Erdölfelder um Zistersdorf.

Doch es gibt auch Erfreuliches: die Amerikaner bringen die, unter abenteuerlichen Umständen in Nürnberg aufgefundenen Reichskleinodien, darunter auch die deutsche Kaiserkrone, nach Wien zurück und stellen den Österreichern die, auch im Westen als Kriegsbeute beschlagnahmten, Fabriken für den Wiederaufbau zur Verfügung.

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/National Archives

Kontrolle des Schwarzmarktes durch allierte Polizei

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/National Archives

General Mark Clark übergibt Bundespräsident Renner die Reichskleinodien, Jänner 1946.

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/National Archives

Notunterkunft im beschlagnahmten Hotel Europa in Salzburg: Flüchtlinge warten auf die Weiterreise.

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/Edith Petter

Trockentraining der Wiener Eisrevue. Im Vordergrund Edith Petter (Mitte) und Emmi Putzinger (rechts).

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/National Archives

Verbrennung von NS-deutschen Briefmarken

Österreich II (13/31) Was tun mit Österreich

ORF/Maria Böck

Schleppkähne mit „Fluchtgut“ aus Osteuropa am amerikanisch besetzten Ufer der Donau in Oberösterreich.

Samstag, 30.5.2020, 21.45 Uhr
Wh. So 23.15 Uhr

Österreich II: Der Rest war Österreich

Doku-Reihe, 1984/2013

Im März 1946 versucht das neue Österreich mit seiner jüngsten Vergangenheit fertigzuwerden: die Regierung legt dem Parlament eine umfangreiche Gesetzgebung zur Ausschaltung früherer Nationalsozialisten und zur Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen vor. Die Gesetze betreffen mehr als 550.000 Österreicher, frühere Mitglieder der NSDAP. Sie werden für den Anschluss, den Krieg und die Kriegsverbrechen mitverantwortlich gemacht. Die Frage nach den Wurzeln des Antisemitismus und des Nationalsozialismus wird nicht gestellt. Und so bleiben diese Fragen auch offen bis in unsere Tage, sind Ursache immer wieder neu erhobener Vorwürfe gegenüber Österreich.

Diese Folge geht den Ursprüngen der tragischen Entwicklung nach, die weit zurückliegen und in der Ersten Republik durch Wirtschaftsnot, Arbeitslosigkeit und Bürgerkrieg noch gefördert werden, bis es 1938 zur Annexion des Landes durch Hitler und seine Wehrmacht kommt. An dieser Entwicklung haben viele Anteil, nur wenige sind frei von Schuld. Erst die Rückschau lässt uns verstehen, was mit Österreich und den Österreichern in jener Zeit geschehen ist.

Österreich II 
Der Rest war Österreich 14/31

ORF/Österreichisches Institut für Zeitgeschichte

Wien 1932: In der Engelmann-Arena ruft Goebbels die Österreicher zum Anschluss an Deutschland auf.

Österreich II 
Der Rest war Österreich 14/31

ORF/Rübelt

Demonstrationsauffahrt der Wiener Taxis auf dem Stephansplatz, Jänner 1933

Österreich II 
Der Rest war Österreich 14/31

ORF/historisches Archiv

Aufmarsch der Sozialdemoktraten, ca. 1919

Österreich II 
Der Rest war Österreich 14/31

ORF/Österreichisches Institut für Zeitgeschichte

Staatskanzler Renner an der Spitze der österreichischen Delegation in St. Germain

Moderation: Hugo Portisch


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Österreich II: Die Wiedervereinigung Österreichs (25/32)

    Bis heute gilt die epochale Doku-Reihe „Österreich II“ von Hugo Portisch und Sepp Riff als umfassendste und detaillierteste Aufarbeitung der Geschichte der zweiten Republik.

  • Österreich II: Jahr der Bewährung

    Zum Jahr der Bewährung für Österreich wird das Jahr 1956. Es ist das erste Jahr der vollkommenen Eigenverantwortung der Österreicher - und es bringt soziale Unruhen.

  • Österreich II: Wetterleuchten | Gewitter

    Ende der 1940er Jahre beginnt sich die Wirtschaft in Österreich zu erholen; doch in den Nachbarstaaten sorgen kommunistische Übergriffe für Unruhe. Und Anfang der 1950er Jahre sorgt u. a. der Koreakrieg für wirtschaftliche und soziale „Gewitter“ in Österreich.

  • Österreich II: Keine Zeit für Südtirol | Sonderfall Österreich

    Zwei Folgen der Doku-Reihe von Hugo Portisch und Sepp Riff in überarbeiteter Fassung, beschäftigen sich mit dem Schicksal der Südtiroler seit den Tagen des italienischen Einmarsches 1918 und zeigen, mit welchen Strategien die österreichische Regierung 1947 eine Zweiteilung der Republik verhinderte.