Bühne Oida!

Stay at Home! – Kultur in Zeiten der Corona-Pandemie (April 2020)

Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen läuft der Betrieb des Vereins T.I.W. und seiner Projekte genauso über „Homeschooling“ ab wie der der Schulen. Die Jugendlichen, sind zuhause. Sie sind per E-Mail, SMS und Telefon mit ihren TrainerInnen, Coaches oder BeraterInnen in Kontakt. Museums- oder Theaterbesuche, von denen die Jugendlichen sonst auf der ORF III-Internetseite erzählen, sind nun nicht möglich. Die Jugendlichen beschreiben deshalb jetzt ihren Alltag, zum Beispiel welche Musik sie hören und welche Rolle Musik gerade jetzt für sie spielt.

Musik macht mir Glück

Musik ist für mich für meine Gefühle wichtig. Musik macht mir Glück. Wenn ich Probleme habe im Leben, höre ich einfach Musik. Alle Musik. Ich höre Pop, ich höre RnB, Rap, Afromusik (afrikanische Musik, mit afrikanischem Beat). Rock allerdings hasse ich, ich mag keinen Rock. Rock ist für mich so, als ob Leute nur schreien. Jazz mag ich auch. Das ist beruhigend für mich. Rap macht viele Gefühle. Zum Beispiel es gibt Rap, bei dem die Leute Geschichten erzählen. Dann gibt es Rap, von dem du Energie bekommst, Bewegung.

Ich höre Musik, wenn ich was koche. Ich hab eine Playlist mit der Musik, die meine Lieblingsmusik ist. Die höre ich dann: Rap, Jazz, Pop – alles. Zum Beispiel Sleepy Hallow mit „Deep End Freestyle“ oder Weeknd mit „Blinding Light“.
www.youtube.com
www.youtube.com

Wenn ich Musik höre, muss ich mich bewegen. Ich kann das nicht, die Augen schließen und Musik ruhig hören. Es geht um den Beat. Beat ist sehr gut. Zum Beispiel kann ich nicht gut die Texte verstehen, die Wörter. Wenn der Beat sehr gut ist, dann will ich das Lied öfter hören, ohne dass ich die Wörter verstehe, egal. Ich werde es trotzdem noch einmal hören. Aber manchmal suche ich im Internet auch die Lyrics. Ich mache das, wenn ich mit dem Sänger mitsingen will. Dann will ich auch die Lyrics kennen. Zum Beispiel singe ich immer bei „Crazy Story“ von King Von mit.
www.youtube.com

Ich weiß nicht, ob ich auch selbst Musik machen will. Jetzt will ich Musik nur hören und genießen. Später vielleicht mache ich auch selbst Musik.

Ich höre jetzt während der Coronazeit die gleiche Musik wie davor. Ich habe nicht meine Musik geändert. Aber die Musik ist für mich noch wichtiger geworden, weil ich höre öfter als früher. Ich brauche die Musik noch mehr als früher. Weil ich immer zuhause bin und es langweilig ist und es immer wieder Streit gibt. Musik ist dann ein bisschen wie ein Ausflug, wie ich bin zwar hier, aber ich bin nur mit der Musik hier. Ich kann nicht die Probleme wirklich vergessen, aber ich werde ruhiger in mir. Mit Musik geht ein Problem nicht einfach weg, aber es macht die Stärke von einem Problem ein bisschen leichter.

Autor: Lil_moha


Ich schlafe sehr viel

Jetzt, während der Coronazeit bin ich meistens müde und schlafe sehr viel. Ich muss auch zuhause helfen, zum Beispiel Staubsaugen. Kochen muss ich nicht, das mag ich auch überhaupt nicht.

Was ich außer Schlafen viel mache, ist Serien schauen. Ich schaue romantische Serien. Zum Beispiel „Ask“, eine türkische Liebesserie auf Youtube. „ask“ heißt auf Türkisch „Liebe“. Ich mag die Schauspielerin und den Schauspieler, die die Hauptrollen spielen. Sie spielen sehr gut und sie sind beide hübsch. Jetzt sind sie schon ein Liebespaar. Das freut mich.
Musik höre ich nicht. Auf Musik hab ich keinen Bock. Nicht nur jetzt während Corona, sondern sonst auch nicht.

Seit kurzem ist Ramadan. Jetzt esse ich nur noch ab abends bis in der Früh. Meistens esse ich dann die ganze Zeit zwischen 8 Uhr abends und vier Uhr früh. Weil Essen mag ich gerne. Sehr gerne.
Außerdem telefoniere ich viel mit meinen Freundinnen.

Die Coronazeit macht mir nicht so viel aus. Was aber nicht so gut ist, ist, dass die Geschäfte und Restaurants zu sind. Vor allem McDonald’s.

Autorin: Tugba


Musik, von der ich leicht einen Ohrwurm bekomme

Musik und Unterhaltung sind jetzt für mich besonders wichtig. Musik, die mir akustisch gefällt und eine Melodie hat, von der ich leicht einen Ohrwurm bekomme. Das ist wichtig.

Ich höre Lieder nach der Stimmung, in der ich bin. Zum Beispiel wenn ich mich gut fühle, dann höre ich eine Musik, die aufheitert. Zum Beispiel „Look at Me!“ von XXXTentacion.
www.youtube.com

Wenn ich traurig bin, höre ich traurige Musik. Zum Beispiel „Still Think About You“ von A Boogie Wit Da Hoodie oder „Lucid Dreams“ von Juice Wrld.
www.youtube.com
www.youtube.com

Wenn ich böse bin, dann hör ich irgendwas, keine bestimmte Art von Musik. Ich weiß es eigentlich nicht, was. Ich lass mich dann wahrscheinlich auch von etwas anderem ablenken.

Was ich in den letzten Wochen viel gemacht habe, außer Musik hören, war auch Filme schauen und mich mit Freunden mit facetime oder whatsapp unterhalten. Ich schau viele Horrorfilme und generell Filme über Geister oder sowas. Ich finde das interessant und spannend. Zum Beispiel habe ich gerade „The Nun“ geschaut. Auf Englisch mit bulgarischen Untertiteln. Der war wirklich gut. Er war spannend, da sind arge Sachen passiert. Früher hatte ich bei solchen Filmen extreme Angst. Aber jetzt habe ich keine Angst mehr, weil ich weiß, dass das nicht in echt passiert. Ich finde romantische Filme auch interessant, aber ich bin nicht so der Typ, der sich sowas anschaut.

Ich suche auch manchmal im Internet nach Informationen: Zum Beispiel ist vor ein paar Tagen eine berühmte Frau gestorben und ich habe gegoogelt, warum sie gestorben ist. Ihr Name ist Jayjay Jackpot. Sie war eine deutsche Youtuberin. Zerst habe ich auf Instagram gesehen, dass sie gestorben ist und hab es gegoogelt und hab gesehen, dass sie Herzprobleme hatte.
Bill Gates Vermögen habe ich letztens gegoogelt. Das wieder deshalb, weil ich etwas auf Insta gesehen hab: Ein Mann ist durch den Verkauf von Desinfektionsmittel sehr reich geworden. Auf Insta stand, dass er deshalb jetzt der reichste Mann der Welt ist. Dann habe ich gegoogelt, ob Bill Gates „ärmer“ ist als er.

Jetzt ist es schon wirklich lang, dass wir zuhause bleiben müssen. Ich würde gerne wieder bei Potenzial Jugend sein können, weil ich die Jugendlichen sehr vermisse. Am Anfang war es langweilig und ich hab mich dann daran gewöhnt, aber ich vermisse die anderen Jugendlichen trotzdem sehr.

Autor: Stoyan


Die ersten Wochen waren wie Knast für mich

Manche Leute bleiben jetzt in der Coronazeit bis 4 Uhr oder 5 Uhr morgens wach und dann schlafen sie den ganzen Tag. Damit versäumen sie den ganzen Tag. Die meisten Jugendlichen machen das so. Dann sind sie mit nur mehr sehr wenigen Leuten in Kontakt und nicht mit der Familie. Sie können nicht so viel über alles reden, weil sie schlafen gehen, wenn die Familie aufwacht. Die Familie macht das traurig. Sie sagen, dass der Jugendliche nicht wach ist, wenn sie sich mit ihm unterhalten wollen.

Ich bin auch einige Zeit bis morgens wach geblieben und war dann müde und kaputt. Jetzt hat sich schon ein bisschen was geändert: Jetzt geh ich schon früher ins Bett, so ungefähr um drei Stunden früher als in den ersten Wochen. Das passt so für mich.
Jetzt während der Coronazeit ist es für mich irgendwie langweilig zuhause. Ich schau Netflix, ich höre Musik, ich koche. Nudeln zum Beispiel. Suppe kann ich auch kochen. Meine Lieblingssuppe ist eine Suppe aus Albanien, in der kleine Karotten sind. Beim Kochen höre ich ein bisschen Musik. Albanische Musik, Rap. Zum Beispiel den Song „Stammspieler“ von Capital Bra.
www.youtube.com

Wenn ich schlecht gelaunt bin, höre ich Musik. Das macht dann meinen Kopf ruhiger. Manchmal höre ich auch ruhige Musik, zum Beispiel wenn ich Streit mit meiner Freundin gehabt habe oder so. Zum Beispiel einen albanischen Song: „Jeta Ime“ von Buta. Das heißt übersetzt „Mein Leben“. Leider kann man diesen Song nicht mehr im Internet finden, weil es Probleme mit den Sponsoren gab.

Irgendwie ist alles jetzt schon wieder normal geworden. Aber die ersten Wochen waren wie Knast für mich. Mein Wunsch wäre, einmal wieder wegzugehen, mit Freunden und Freundinnen gemeinsam. Ich hoffe, das wird bald wieder sein.

Autor: anonym74