Erbe Österreich

Wiener Plätze (2/2) Wien damals

„Wien ist anders“. Diesen Slogan haben Befürworter und Kritiker der Stadt stets beide im Mund geführt, einmal ohne und einmal mit Ironie. Wien war tatsächlich anders: Wenn man sich die Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren ansieht, kann man kaum glauben, dass es sich um dieselbe Stadt handelt, die wir heute kennen.

Erbe Österreich: Wiener Plätze – Wien damals (2/2)

Doku-Zweiteiler, 2020

Dienstag, 31.3.2020, 20.15 Uhr
Wh. 23.35 Uhr, Mi 23.55 Uhr,
Do 05.35 Uhr

Im zweiten Teil des Doku-Zweiteilers setzt Regisseurin Patrice Fuchs ihre Erkundung durch das Wien der letzten Jahrzehnte fort. Sie hat das ORF-Archiv nach alten Aufnahmen von Wien durchforstet und vergleicht die Orte von heute mit ihrem Erscheinungsbild von damals.

Heute so beliebte und teure Gegenden wie die Mariahilferstraße oder der Spittelberg waren lange triste und heruntergekommene Ecken, wo die Stadtpolitik vor Spekulanten und anderen Geschäftemachern kapituliert hatte. Und wer kennt noch die Donauwiese? Ein 12 Quadratmeter großer Wiesenstreifen am östlichen Ufer der Donau. Eigentlich ein Überschwemmungsgebiet, aber auch Freizeitraum für die Wiener und Wienerinnen. Nach jedem Hochwasser sah das Gelände anders aus. Es gab keine asphaltierten Wege oder Plätze. Die Menschen machten aus der Wiese, was sie brauchten. Badeplatz, Fußballfeld, Schwarzmarkt oder Fluglandebahn. Leider wurde auch die Stadt trotz der Donauwiese regelmäßig überschwemmt. Damit sollte mit der Donauinsel Schluss sein. Heute ist sie ein vielbesuchter Ort - damals war sie politisch hart umkämpft.

Wiener Plätze – Wien damals (2)

ORF/Patricia Fuchs

Donauwiese.

Wiener Plätze – Wien damals (2)

ORF/Patricia Fuchs

Fußballplatz

Ähnlich umkämpft war auch der Burggarten. Dass man auf der Wiese sitzen darf, war in den 1970ern alles andere als selbstverständlich. Es brauchte monatelange, hartnäckige Proteste von Jugendlichen um die Politik davon zu überzeugen, dass ein Ziergarten wenig zur Lebensqualität der Bewohner beiträgt.

Geändert hat sich mit den Jahrzehnten auch, womit eine Stadt sich ziert. In den 1920er Jahren waren große Schlachtereien, ein Grund stolz zu sein. Denn sie symbolisierten, dass die Stadt ihre Bevölkerung ernähren konnte. In den 70er Jahren waren sie weniger prestigeträchtig. Da wurde eine flotte Veranstaltungshalle zum Symbol für Modernität und Internationalität. Die Stadthalle setzte für Wien neue Maßstäbe.

Wiener Plätze – Wien damals (2)

ORF/Patricia Fuchs

Karlsplatz

Wiener Plätze – Wien damals (2)

ORF/Patricia Fuchs

Magdalenengrund

Wiener Plätze – Wien damals (2)

ORF/Patricia Fuchs

Siedler

Regisseurin: Patrice Fuchs
Doku-Zweiteiler, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Baden wie zu Kaisers Zeiten (1/2) Körperkult von anno dazumal

    Mit Wiens Bädern begann im 19. Jahrhundert die Entdeckung des freien Körpers - auch wenn die Menschen am Anfang der Badekultur ungefähr so bekleidet ins Wasser gingen, wie sie auch auf der Straße angezogen waren.

  • Geheimnisse der Wiener Innenstadt (2/2)

    Auch im zweiten Teil der Doku-Reihe begeben sich die Filmemacher auf die Spur historischer Rätsel und Geheimnisse in der österreichischen Hauptstadt.

  • Die Adria der Habsburger

    Die k.&.k.-Adria war der Sehnsuchtsort der vermögenden Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Mit der Südbahn reisten die Reichen und Mächtigen in ihr Sommerrefugium am Meer. Stephanie und Alfred Ninaus auf den Spuren des Lifestyles der damaligen Zeit.

  • Die DDSG - Habsburgs Wiener Flotte

    Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines der traditionsreichsten Unternehmen die Österreich hervorbrachte.