ORF III AKTUELL zum Coronavirus

Österreich ist weiterhin im Ausnahmezustand. „ORF III AKTUELL“ meldet sich daher auch heute wieder mit allen wichtigen Entwicklungen rund um das Coronavirus in Österreich und der Welt.

Mittwoch, 25.3.2020, 20.15 Uhr

Aktuelle Lage in Österreich

Das Coronavirus hat Österreich weiter fest im Griff. Mittlerweile gibt es hierzulande 5.560 bestätigte Fälle. Beim Großteil der Infizierten verläuft die Krankheit bisher harmlos, doch etwa elf Prozent Erkrankten werden in Spitälern behandelt.

Mobilmachung der Miliz läuft an

Anfang Mai wird zum ersten Mal in der Geschichte der Republik die Miliz, die zivile Reserve des österreichischen Bundesheers, einberufen.

Interview mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erklärt, was das Bundesheer im Kampf gegen das Coronavirus tun kann und wie die Miliz in so kurzer Zeit für den Einsatz vorbereitet werden kann.

Meldungen aus den Bundesländern

Patient infiziert Wiener Arzt | Appell an Kindergärten | Salzburger Tourismus rechnet mit Millionenverlusten | Mauthausen bietet digitales Bildungsangebot an

Große Sorgen bei Wirtschaftstreibenden

Rund 1.000 Unternehmer melden sich an normalen Tagen bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg. In Zeiten von Corona gibt es nur mehr ein Thema - dafür sechs Mal mehr Anrufe. Die Sorge wie es weitergeht, ist groß.

Schellhorn (NEOS) über Kurzarbeit

Josef Schellhorn, Sprecher für Wirtschaft und Industrie bei den NEOS, erklärt, wie gut das Motto „Kurzarbeit statt Kündigung“ aus seiner Sicht funktioniert. Er geht auch darauf ein, ob das 38-Milliarden-Euro-Hilfspaket der Regierung als Unterstützung für die heimische Wirtschaft reicht.

Notstand der 24-Stunden-Pflege droht

Viele Betreuerinnen stammen aus Osteuropa und können wegen der Grenzkontrollen nicht einreisen. Im Normalfall wechseln sich die Frauen im Monatsrhytmus ab. Jene, die derzeit hier sind, sollen ihren Turnus nun verlängern.

Psychologin gibt Tipps für die Isolation

Die momentane soziale Isolation ist für viele Menschen psychisch eine Herausforderung. Psychologin Carmen Cihelna gibt Tipps, wie man die Isolation gut überstehen kann.

Island setzt auf Coronatestungen

Island mit seinen nur knapp 360.000 Einwohnern setzt neben Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor allem auch auf CoV-Tests. Die wissenschaftlichen Ergebnisse aus diesen Tests könnten allen helfen, denn sie erlauben möglicherweise wichtige Rückschlüsse auf die Ausbreitung des Virus.

Lage in China entspannt sich

In China wird eine langsame Rückkehr zur Normalität angedeutet. Die komplette Abschottung der Provinz Hubei wurde aufgehoben. Strenge Kontrollen und Temperaturmessungen gibt es aber nach wie vor.

Überwachung in Zeiten von Corona

In der Coronakrise hat sich die Sichtweise vieler Menschen auf Überwachungsmaßnahmen geändert, da eine Eindämmung des Virus versprochen wird. Doch wie viel von dieser Überwachung wird nach der Krise bleiben?

Internetexpertin Brodnig über Coronaauswirkungen online

Internet-Expertin Ingrid Brodnig erklärt, wie sich das Coronavirus im Internet bemerkbar macht und ob seit Ausbruch mehr Menschen online unterwegs sind.

ZIB begibt sich in Quarantäne

Das ORF Zentrum in Wien ist zum Arbeits- und Wohnort von 24 Mitarbeitern der ORF 2-Information und 20 Mitarbeitern der Technik geworden. Die provisorischen Schlafmöglichkeiten sind recht einfach gehalten. Doch für gute Verpflegung ist gesorgt.

Mit Stand heute, 25. März, sind in Österreich 5.560 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert, 31 Menschen sind daran gestorben; insgesamt wurden 32.407 Testungen durchgeführt.

Bereits vor einigen Tagen hat Verteidigungsministerin Claudia Tanner von der ÖVP angekündigt, die Miliz zu aktivieren - erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik. 3.000 Soldatinnen und Soldaten werden dafür ab Mai einberufen und sollen dann bei sicherheitspolizeilichen Maßnahmen unterstützen. Reiner Reitsamer spricht in der Sendung mit der Verteidigungsministerin.

An normalen Tagen melden sich etwa 1.000 Unternehmer bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg mit den verschiedensten Fragen. Jetzt gibt es nur noch das Thema Corona, dafür aber sechs Mal mehr Anrufe. Die Sorge wie es weitergeht, ist bei den Wirtschafts-Treibenden enorm. Dazu ist uns via skype der Wirtschaftssprecher der NEOS, Josef Schellhorn zugeschaltet.

Seit mehr als einer Woche versucht man die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, denn stecken sich in kurzer Zeit sehr viele Menschen an, ist mit vielen Toten zu rechnen. Langfristig könnte eine gewisse Zahl von Infizierten das Problem aber entschärfen, denn Forscher meinen, dass man nach der Krankheit einige Zeit immun ist. Dadurch könnte eine Herdenimmunität entstehen. Je mehr Menschen immun sind, desto schwieriger wird es für das Virus sich auszubreiten. Ab welcher Zahl immuner Menschen sich das Virus gar nicht mehr ausbreiten kann, hängt davon ab, wie ansteckend es ist. Forscher vermuten, dass 60 Prozent der Bevölkerung immun sein müssten bei dieser Form des Corona-Virus. Deshalb versuchen einige Wissenschaftler herauszufinden, wie hoch die Dunkelziffer jener Menschen ist, die infiziert sind, das aber gar nicht bemerken.

Für Hilfsbedürftige Menschen in Österreich droht ein Pflegenotstand. Das Gemeindeamt Olbendorf ist auch Sitz der Personenbetreuer Szojak GmbH. Sie vermittelt rund 400 Pflegerinnen und Pfleger, hauptsächlich aus Kroatien für Hilfsbedürftige im Burgenland. Nach einem Monat werden die Pflegerinnen und Pfleger üblicherweise abgelöst. Der letzte Wechsel war Mitte März. Zur Überbrückung sollen jene Betreuerinnen und Betreuer, die derzeit bei den Familien sind, ihren Turnus verlängern. Bis Ostern ist die Versorgung gesichert. Die Agentur Szojak und Hilfsorganisationen wie die Caritas hoffen auf eine politische Lösung.

Via skype spricht Reiner Reitsamer mit der Psychologin und Verhaltenstherapeutin Carmen Cihelna. Sie erklärt, was Isolation, Ausgangssperren und der fehlende persönliche Kontakt zu anderen Menschen mit uns macht.

Reiner Reitsamer wirft auch einen Blick über die Grenzen hinaus nach Island, wo es dzt. 600 registrierte Infektionsfälle gibt. Den Weg auf die Insel hat das Virus auch über Skiurlauber gefunden, u. a. aus Österreich. Die Isländer haben das Problem früh erkannt und schnell Maßnahmen gesetzt. Neben den bekannten Einschränkungen setzt die Regierung in Rejkjavik auf zahlreiche Testungen. Mehr als 10.000 Menschen wurden schon getestet und fast die Hälfte der Infizierten zeigt keine Symptome. So können sie, ohne es zu wissen, zu Überträgern werden. Das macht den Kampf gegen das Virus noch schwieriger.

Die chinesische Regierung meldet, dass es keine Fälle mehr gebe, in denen sich Menschen innerhalb Chinas angesteckt hätten. In Wuhan, dem ersten Epizentrum der Corona-Pandemie, steht die Wiedereröffnung der U-Bahnen kurz bevor. Von echter Normalität kann in Wuhan und Hubei allerdings nicht die Rede sein. Die zahllosen Menschen, die nach der Quarantäne langsam in die Provinz und die Stadt zurückkehren, müssen nach wie vor durch strenge Kontrollen - Temperaturmessung inklusive.

In Israel kontrollieren Polizisten in Schutzanzügen, ob die Menschen zu Hause ihre Quarantäne einhalten. Auch über Bewegungsdaten von Handynutzern wird kontrolliert. Die Smartphone-Überwachung nutzen auch Italien, Deutschland Litauen und Österreich. In Asien geht man noch einen Schritt weiter: in China wird per Gesichtserkennung in Echtzeit geschaut, wer auf der Straße ist und was dort passiert; 200 Sicherheitskameras überprüfen die Menschen auf Schritt und Tritt. In Südkorea wird die Bewegung aller Infizierten mitverfolgt. Wer in der Nähe vieler Infektionen ist, der erhält eine Alarm SMS der Regierung. In Spanien fordern Drohnen die Menschen zum Weitergehen auf. Die Überwachungstechnik der Staaten ist vielfältig. Wie wird das nach Krise sein? Darüber spricht Reiner Reitsamer via Skype mit der Journalistin und Internet-Expertin Ingrid Brodnig.

Um den Sendebetrieb zu sichern und eine lückenlose Berichterstattung zu gewährleisten, begeben sich ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter im ganzen Land in die Isolation. D. h. ihr Arbeitsort ist für die nächsten zwei Wochen auch Wohn- und Schlafort. Darunter ZIB-Moderatorin Nadja Bernhard, ZIB-Moderator Armin Wolf und ZIB-Moderator Tarek Leitner und 20 Mitarbeiter aus der Technik.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • ORF III AKTUELL

    ORF III sendet werktäglich News vom Tag, dazu Interviews, Analysen, Live-Schaltungen, Reportagen und Pressekonferenzen live.

  • ORF III AKTUELL

    ORF III sendet werktäglich ab 09.30 Uhr News vom Tag, dazu Interviews, Analysen, Live-Schaltungen, Reportagen und Pressekonferenzen live.

  • ORF III AKTUELL

    ORF III sendet werktäglich ab 09.30 Uhr News vom Tag, dazu Interviews, Analysen, Live-Schaltungen, Reportagen und Pressekonferenzen live.

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    ORF III sendet werktäglich ab 09.30 Uhr News vom Tag, dazu Interviews, Analysen, Live-Schaltungen, Reportagen und Pressekonferenzen und updates live.