Erbe Österreich

Kaiserstadt Bad Ischl

Im Sommer regierte der Kaiser aus seiner Ischler Villa den Vielvölkerstaat Österreich. Regisseur Günther Madlberger zeigt in seiner Dokumentation die historische Größe und Schönheit von Bad Ischl.

Erbe Österreich: Kaiserstadt Bad Ischl

Dokumentation, 2016

Dienstag, 17.3.2020, 21.05 Uhr
Wh. Mi 00.20 Uhr, Do 01.10 Uhr,
Sa 01.30 Uhr und 14.55 Uhr

Sommerfrischeidyll, mondänes Modebad und Symbol des alten Österreich: das ist Bad Ischl, die ehemalige Sommerresidenz Kaiser Franz Josephs. Nicht nur Europas Hochadel wurde vom alten Salzmarkt wie magisch angezogen, sondern auch viele Maler, Komponisten und Schauspieler. Die ORF III-Dokumentation lädt ein zu einer Spurensuche mit viel Nostalgie und Augenzwinkern.

Jeden Sommer präsentiert sich Bad Ischl im oberösterreichischen Salzkammergut besonders farbenprächtig, wenn, wie schon zu Lebzeiten Kaiser Franz Josephs, am 18. August dessen Geburtstag mit zahlreichen Traditionsregimentern aus den ehemaligen Kronländern groß gefeiert wird. War Ischl einst so etwas wie das Monte Carlo von Alt-Österreich, ist es heute eine moderne Kleinstadt, die sich dennoch ihrer Geschichte bewusst ist.

aus dem rahmen - 100 Jahre Erster Weltkrieg - Der Beginn des großen Krieges

ORF/ORFIII/Patrick Pleisnitzer

Kaiservilla

Der Kaiser regierte im Sommer von der Ischler Kaiservilla aus den Vielvölkerstaat; mit ihm reisten Teile des Hofstaates an und alle, die ihm nahe sein wollten. Große Namen wie Johann Strauß, Franz Lehar und Richard Tauber hatten hier ihre Villen und ließen sich von der Landschaft inspirieren.

Wer durch Bad Ischl geht, dem begegnen auf Schritt auf Tritt Zeugen der k.u.k.-Zeit: historische Bauten, kaiserliche Lieblingsmehlspeisen und die Solebäder und Kuranwendungen, durch die der Hochadel den Weg nach Ischl gefunden hat.

Gut 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie tauchen immer noch unbekannte Stücke aus dem Besitz der kaiserlichen Familie auf; etwa ein alter Betschemel, der in einem Dachboden entdeckt und im Stadtmuseum präsentiert wird. Dort wird auch gezeigt, wie die Verlobung von Sisi und Franz Joseph wirklich gefeiert wurde und was in den „Sissi“-Filmen reine Erfindung ist. Buchautor Gerhard Tötschinger erzählt Anekdoten aus der k.u.k.-Zeit und Historiker Michael Kurz gibt Einblicke in die Lebenswelt des Monarchen, etwa in die Beziehung des Kaisers zu Burgschauspielerin Katharina Schratt.

Ein kaiserliches Vergnügen ist es auch, sich mit dem Fiaker durch die Stadt kutschieren zu lassen. So mancher hohe Gast ließ sich einst auch von den Ischler Sesselträgern die Gegend zeigen. Noch heute tragen sie zu besonderen Anlässen Touristen durch die Stadt. Der berühmteste Exportschlager Ischls ist der „Zaunerstollen“ aus der gleichnamigen Konditorei. Konditormeister Josef Zauner verrät, was sich so mancher berühmte Stammgast einfallen ließ, um für Kaffee und Kuchen nicht bezahlen zu müssen.

Kaiserstadt Bad Ischl

ORF/ORF III

Ischler Sesselträger

Ischl ist aber auch Kur- und Operettenstadt. Das Lehárfestival lockt bis heute die Anhänger der leichten Muse ins Salzkammergut und der berühmte Namensgeber hat hier viele seiner Welterfolge komponiert.

Regisseur Günther Madlberger setzt sich in dieser ORF III-Dokumentation eingehend mit dem Mythos der Kaiserstadt auseinander und zeigt die ehemalige Sommerresidenz, die bis heute viele Besucher in ihren Bann zieht, in ihrer gesamten historischen Größe und Schönheit.

Kaiserstadt Bad Ischl

ORF/ORF III

Ischler Esplanade

Dokumentation, 2016


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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